Schonungen

Nützlinge helfen im Garten

"Wir als Hobby-Gärtner sollten auf Gift verzichten", so Brigitte Goß in ihrem Vortrag "Giftfreies Gärtnern", zu dem der Verein für Gartenbau und Landespflege eingeladen hatte. Dass viele Gartenbesitzer ihre Ansicht dazu teilen, zeigte die hohe Anzahl der Gäste, die an diesem Abend in das Schonunger Pfarrheim gekommen waren.

Brigitte Goß, die an der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim die Ausbildung zur Gartenbautechnikerin absolvierte, stellte verschiedene Arten von Schädlingen und chemische Mittel für ihre Bekämpfung vor. So wirkten Insektizide nur gegen Insekten, und Akarizide bekämpfen Milben und Spinnen. Mittel gegen Schnecken, Mäuse und auch Herbizide sowie Fungizide werden angeboten.

Bei der Anwendung chemischer Präparate sei zu beachten, dass diese eine amtliche Zulassung haben, worüber das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Auskunft geben könne. "Es muss ganz speziell für den Hausgarten zugelassen sein", so die Referentin. Die Anwendungsbestimmungen des Herstellers seien genauestens umzusetzen, um Erfolg zu garantieren und unnötige Umweltbelastung zu vermeiden. Brisant ist beim Ausbringen solcher Pflanzenschutzmittel, so Brigitte Goß, die unkontrollierbare Abdrift dieser Mittel oder Teile aus ihnen durch Verdampfen, Anlagerung im Boden oder Wasserabfluss in weitere Anbauflächen sowie ihre Aufnahme durch Tiere und Menschen gegebenenfalls sogar über die Nahrungskette.

Die mögliche Schädlichkeit für Mensch und Tier von Inhaltsstoffen erläuterte sie am Beispiel von Glyphosat, das das Penetrationsmittel Tallowanin enthält oder am Beispiel von Thiacloprid, das in einigen Insektiziden vorkommt. "Ich wollte das Bewusstsein schärfen, mal hinzuschauen, bei der Verwendung dieser Mittel", meinte Goß.

Dass es auch anders geht, zeigte Brigitte Goß an Beispielen auf. Das Entfernen von schadhaften Früchten und Pflanzenteilen, die von Viren und Bakterien befallen sind, und die Stärkung der Pflanzen durch "Selbstgemachtes aus der Pflanzenküche" wie Brennnessel- oder Schachtelhalmjauche. Der Standort gerechte Anbau und die Sortenwahl ist wichtig. "Wir haben viele Nützlinge im Garten, so die Florfliegen", betonte sie. Freilaufenden Hühnern und Hähnen dienen Kirschfliegen und ihre Larven sowie weitere Schadinsekten als Nahrung.

Als biotechnische Maßnahmen nannte sie Leimringe, Gemüseschutznetze, Tüllsäckchen für Trauben, Bierfallen gegen Schnecken oder das Naßspritzen der Buchsbaumbüsche am Abend als Abwehr gegen den Buchsbaumzünsler auf.

Einen Hinweis hatte Brigitte Goß, gelernte Ziergärtnerin, für die Hortensienliebhaber, die diese stattlichen Pflanzen im Garten oder Kübeln kultivieren: beim Gießen im Frühjahr und im Sommer je ein Esslöffel Alaun in eine Zehn-Liter-Gießkanne geben, und diese Blumenstaude erfreut ihren Besitzer mit wunderschönen blauen Blüten.

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