Kreis Schweinfurt

ÖPNV: Wie weit ist es zum Verkehrsverbund für die Region?

Ein Verkehrsverbund, ein Tarif: In Zukunft soll der Öffentliche Personennahverkehr in Stadt und Landkreis einfacher und damit attraktiver werden. Foto: Jan Woitas/DPA

Das Thema ist im Grunde so alt wie die Idee, dass der Öffentliche Personennahverkehr in einer Region gemeinsame Tarife haben sollte. In und um Würzburg ist das seit 2004 so. Zum Verkehrsverbund Mainfranken (VVM) gehören die Städte und Landkreise Würzburg, Kitzingen sowie der Kreis Main-Spessart. In der Region Schweinfurt ist man davon noch weiter entfernt als die nördlichste Gemeinde von der südlichsten.

Immerhin: es tut sich was. 2018 präsentierten Stadt und Landkreis ihren gemeinsamen Nahverkehrsbeauftragten Michael Graber.Sein Job: die Vorarbeiten für den Verkehrsverbund leisten, der – so ist zumindest der Plan – im August 2022 an den Start gehen soll. Dann soll ein Tarif gelten – egal, mit welchem Bus man fährt oder mit welcher Bahn, ob in der Stadt oder im Landkreis. Mittelfristig will die Region Schweinfurt an den VVM anknüpfen.

Graber soll im ersten Schritt den gemeinsamen Nahverkehrsplan für Stadt und Landkreis Schweinfurt von 2007 fortschreiben, neu entwickeln – und dabei auch das einarbeiten, was Stadt und Landkreis wichtig ist. Da ist auf der einen Seite der Verkehrsenwicklungsplan 2030 der Stadt Schweinfurt, auf der anderen das Mobilitätskonzept des Landkreises aus diesem Jahr, in das man viel Arbeit und auch Geld gesteckt hatte. Haushalte wurden befragt, Gutachter zogen ihre Schlüsse.

Welche Anbindung wird wo gebraucht? Fragen wie diese hat das Konzept geklärt. Und Fragen wie diese muss auch der gemeinsame Nahverkehrsplan beantworten. Sein Ziel: die "bedarfsgerechte Entwicklung des ÖPNV in der Region zu gewährleisten", heißt es in den Unterlagen für die jüngste Sitzung des Kreisausschusses.

Ab 2022 müsste jede Haltestelle barrierefrei sein

Dass der Nahverkehrsplan fortgeschrieben werden muss, hat auch mit einer Frist zu tun, die eine Regelung des Freistaats setzt: Bis 2022 müssen alle Haltestellen  barrierefrei sein. Was, so Graber, nicht zu schaffen ist. Die Frist allerdings ist ausgesetzt, wenn im Nahverkehrsplan Ausnahmen genannt sind. Genau das wird man tun, alle Haltestellen überprüfen müssen. Eine Aufgabe auch für Gutachter.

Alles in allem gibt es viel zu tun. Es wird kein leichter Weg, meinte SPD-Kreisrat Hartmut Bräuer. Er ist Mitglied im gemeinsamen Nahverkehrsbeirat, der am 10. Juli zum ersten Mal tagte. Viele Beteiligte, viele Interessen und ein so komplexes Thema – "eine große Aufgabe", die über Jahre hinweg beschäftigen würde, aber enorm wichtig sei, so Bräuer. Michael Graber kann dem nur zustimmen. Ein funktionierender Verkehrsverbund sei eine "wesentliche Voraussetzung für die künftige Attraktivität des ÖPNV und Standortfaktor im Wettbewerb der Regionen". Weshalb man, wie Landrat Florian Töpper es nennt, auch nicht in Gebietskörperschaften denken dürfe. An diesem Punkt sei er angesichts des gemeinsamen Beschlusses, mehr in das Thema ÖPNV zu investieren, zuversichtlich.

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