OBBACH

Obbacher gehen in die Luft – aber nur im Imagefilm

Den neuen Imagefilm präsentierte Bürgermeister Arthur Arnold in der Bürgerversammlung. Zu sehen gibt es die Dörfer aus luftiger Drohnenperspektive, in sonniger Stimmung, Motto „Leben auf dem Land heißt Lebensqualität“. Die Luftaufnahmen sind von Mark Kreuzinger, der Text von Silvia Eidel.

Der Saal des Alten Rathauses ist randvoll, von 889 Obbachern scheinen mindestens 60 anwesend zu sein. Die aktuelle Statistik zählt 3269 Euerbacher, im Jahr davor waren es 3278, bei über 500 Arbeitsplätzen. Rund drei Millionen Euro nimmt die Kommune aus Steuern und Zuwendungen ein, die Gewerbesteuer-Einnahmen sind eine feste Größe geworden: „Das Finanzpolster ist gut.“ Die Schulden sind allerdings auf 2,75 Millionen Euro gestiegen, 926 Euro pro Einwohner.

Fürs Geld bekamen die Gemeindeteile erneuerte Friedhöfe (allein hier wurden 150 000 Euro investiert), zweite Rettungswege bei den Euerbacher und Sömmersdörfer Kindergärten, Defibrillatoren in den Feuerwehrhäusern, Digitalfunk und einen Kommunalschlepper. In den Kitas wird es ansonsten schon wieder eng, während im Friedhof „Leerstände“ drohen. Nun stehen Innenentwicklung, Straßensanierung, die Anbindung des Gewerbegebiets an die B 303 oder die Überdachung der Sömmersorfer Freilichtbühne oben auf der Agenda.

Das große Aufregerthema war zuletzt der Windpark, der gerade bei Obbach hochwächst: In der Aussprache spielt das Projekt keine Rolle. Die Windräder seien „sehr dominant“, gibt Arnold zu. Nur: Im letzten Jahr habe die Gemeinde 7370 Megawattstunden Verbrauch gehabt, und 1530 Megawattstunden Solarenergie eingespeist. Dank Windkraft gehe die Einspeisung nun auf geplante 25 000 Megawattstunden hoch: „Die Energiewende hat bei uns stattgefunden.“

Emotionaler wird es dann beim Thema Ausbau der Ortsdurchfahrt: Begonnen wurde im März 2014, es habe viele Überraschungen gegeben, etwa durch alte Kanalstränge. Mit dem Jahreswechsel naht das Bauende, 2016 wird umgelegt. Insgesamt 2,4 Millionen Euro müssen gegenfinanziert werden, bei 600 000 Euro Gemeindeanteil, dazu kommen Verkehrsumleitungen.

In der Diskussion geht es unter anderem um Entlastungen für den Verkehr an der Arztpraxis am Ortsausgang Richtung Schweinfurt, etwa durch Parkmöglichkeiten am Wirtschaftsweg. Eine weitere Forderung: Den Schuttberg am Rathaus bis Weihnachten zumindest teilweise zu räumen. Die Von Henneberg-Straße sei zudem ein „Eldorado für Raser“.

Arnold kann da, neben der bestehenden Geschwindigkeitsanzeige, nur Polizeikontrollen anbieten. Schwellen brächten nicht viel, ebenso wenig wie versetztes Parken: „Wir haben da auch einen Bus durchzubringen.“

Rolf Geiling fragt nach der Abrechnung von Bäckergasse und Kleinstraße und den Grund für die Satzungsänderung. Der erste Abschnitt wurde schon abgerechnet, heißt es seitens der Verwaltung, der zweite Teil soll nächstes Jahr folgen. Die neue Satzung habe man in Anpassung an die aktuelle Rechtsprechung erlassen, zwecks Rechtssicherheit. „Vor den Bescheiden wird es noch einmal eine Infoveranstaltung geben“, verspricht Arnold. Die Ortsdurchfahrt selbst ist Sache des Staates, mit Gemeindeanteil. Für die Seitenflächen werden gut eine Million Euro fällig, davon sind 256 500 Euro umlagefähig, rechnet der Rathauschef vor.

Eine Schlechterstellung des Gemeindeteils gebe es nicht: „In Obbach kostet es die Hälfte wie in Euerbach.“ Klaus-Peter Müller fordert, das „Schmiedebergle“ möglichst schnell „zu machen“. Hier könnte man einen Poller anbringen und nur den betroffenen Landwirt durchlassen. „Es gibt keine Sonderrechte zur Befahrung des Schmiedebergs“, meint der Bürgermeister zu dem engen, kurzen Steilweg nebenan, der seit vielen Jahren für Debatten sorgt, und trotz Sperrung gerne als Abkürzung genutzt wird. Ansonsten gibt es Dank für die Geduld der Anwohner, auch wenn man nur dort bauen konnte, wo Eigentümererlaubnisse vorlagen: „Wenn wir fertig sind, machen wir ein großes Fest.“

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