Oberwerrn

Oberwerrn: Lebendiges Werk über Kirche und Ort

Matthias Schneider trug die Inhalte seines Buches im vollbesetzten Oberwerrner Pfarrsaal vor. Die Geschichte der Kuratie faszinierte die Zuhörer. Foto: Hans-Peter Hepp

Am Ende war es eine Art "Liebeserklärung" an seine Oberwerrner Kirche: Matthias Schneider hatte  acht Monate Quellen studiert, Zeitzeugen befragt und mit seinem Helfer Ansgar Mauder im Gotteshaus hinter jeden Stein, hinter jede Fassade geblickt. Herausgekommen sind über 400 Seiten spannende Kirchen- und Ortsgeschichte, die der Kirchenpfleger akkurat zusammen suchte. Alleine der Teil mit dem Quellennachweis und den Anlagen macht fast ein Drittel des Buches aus. Herausgekommen ist auch Geschichte zum Anfassen, und besonders für die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg besonders zutrifft, wieder hervorgebrachte Erinnerung an Bau- und Umbauphasen, an all die Nutzungen der Räume in und um die Kirche.

Pfarrer Stefan Kömm begrüßte zur Vorstellung des Buches viele Oberwerrner im bestens gefüllten Pfarrsaal. Dass auch die evangelische Kirche und die politische Gemeinde vertreten waren, freute den Kirchenmann.

Rund eine Stunde berichtete Matthias Schneider über die Inhalte des Buches, erzählte, welche Quellen er nutzte und welche neuen Erkenntnisse er erhalten hatte.  Das Buch und die Geschichte der Kuratie St. Bartholomäus beginnt mit der ersten urkundlichen Erwähnung. Es hat von da an noch lange gedauert, bis Oberwerrn seinen "eigenen Pfarrer" (1873 einen eigenen Kaplan) besaß;  angefangen hat es wohl mit einer kleinen Kapelle. Steinerne Zeugen in der Kirche verraten exakte Jahreszahlen der Entwicklung: der Taufstein stammt aus dem Jahr 1608, für die Kanzel und viele andere Teile hat Matthias Schneider Belege gefunden.

Oft war die Quellenlage schwierig, verriet Schneider. Er war froh, dass einige der älteren Oberwerrner noch (übertragenes) Wissen über die Vergangenheit besaßen und damit für ein "stimmiges Bild" bei den Schilderungen von Fakten und Zahlen sorgten.

Obwohl es kein politisches Buch geworden ist, das der Kirchenpfleger zusammengetragen hat, bleibt die Politik nie außen vor. Da geht es um Besitzansprüche der Kirche selbst, um die schwere Zeit während des NS-Regimes und auch um die Eingemeindung des Dorfes nach Niederwerrn.

Auch das Umfeld der Kirche, Kindergarten und Schule, beleuchtet das Werk. In seiner Aufzählung zeigte Matthias Schneider, welche Nutzungsänderungen in den Gebäuden vollzogen wurde. Das Pfarrhaus selbst war zuvor das Armenhaus von Oberwerrn. Auch die DJK Oberwerrn steht in den Jahrbüchern. 1932 kickten Fußballer für den nicht mehr existierenden Sportverein.

Das Buch  teilt sich in fünf Abschnitte auf, die miteinander verwoben sind. So geht es um die Kirche, um Denkmäler, auch um das Gemeindeleben in der Gegenwart. 412 Seiten sind es geworden, auf 775 MB war die Datei am Ende gewachsen.

Die Oberwerrner Kirche hatte stets Glück mit den Pfarrern, bilanzierte Schneider und zählte in seinem Vortrag auch Architekten und Planer auf, die für die Veränderungen an der Kirche verantwortlich zeichneten. Mit zehn Thesen zur Kuratie endete der kurzweilige Vortrag von Matthias Schneider. "Oberwerrn ist ein gesegneter Ort!" fasste der Kirchenpfleger zusammen.

Das Buch wird  zum Selbstkostenpreis verkauft. Rund 23 Euro kostet die Lektüre, 100 Stück wurden als Erstauflage gedruckt. Schon bei der Vorstellung wurden die ersten 30 Exemplare im Nu an den Mann bzw. an die Frau gebracht. Im Pfarramt Oberwerrn kann man das Werk kaufen.

Schlagworte

  • Oberwerrn
  • Hans-Peter Hepp
  • Bücher
  • Denkmäler
  • Evangelische Kirche
  • Geschichte
  • Jahrbücher
  • Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen
  • Kirchliche Bauwerke
  • Matthias Schneider
  • Oberwerrn
  • Pfarrer und Pastoren
  • Weltkriege
  • Zweiter Weltkrieg (1939-1945)
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!