Schweinfurt

Ohne Umsteigen vom Bahnhof zur Industrie in Schweinfurt-Süd

Auf der neuen "Industriebuslinie" werden sich mit täglich 47 Fahrten von Montag bis Freitag im Jahr 84 000 Kilometer summieren, was dem zweifachen Erdumfang entspricht.
In wenigen Minuten vom Hauptbahnhof zu den Arbeitsplätzen im Süden fährt der "Industriebus", den ZF-Standortleiter Hans-Jürgen Schneider (Bild von links), Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Kästner, OB Sebastian Remelé und Landrat Florian Töpper beim Pressegespräch vorstellten. Foto: Gerd Landgraf

Am Montag, 2. März, startet die neue Stadtbuslinie 64 der Stadtwerke, die den Hauptbahnhof direkt mit den Industriebetrieben im Schweinfurter Süden verbindet und womit "ein Schwachpunkt im Angebot des Verkehrsbetriebs mit dem dichtesten Haltestellennetz in Deutschland" ausgemerzt werde, so Oberbürgermeister Sebastian Remelé bei der Präsentation der "Industriebuslinie". 

Die "Industriebuslinie" ist ein gemeinsames Projekt von Stadt und Landkreis Schweinfurt, der ZF Friedrichshafen AG und der Schweinfurter Stadtwerke, das auf vorerst zwei Jahre angelegt ist. In denen wird sich zeigen, ob Angebot und Nachfrage zusammenpassen. Der große Vorteil der Linie ist für die Berufspendler, dass sie nicht mehr wie bisher am Roßmarkt umsteigen müssen.

Die Stadtbuslinie 64 vom Hauptbahnhof zum Baggersee. Foto: Gerd Landgraf

Gespräche mit den Unternehmen und den Betriebsräten hatten im Vorfeld stattgefunden und setzten die Weichen für die umweltfreundliche Alternative zum Individualverkehr. 

Einzel- und Tageskarten gibt es beim Busfahrer. Gelegenheitsfahrern wird die auf allen Stadtbuslinien gültige Flexikarte empfohlen, den Vielfahrern die Jahreskarte oder die Monatskarte.

Tagsüber alle 20 Minuten

Der erste Bus startet von Montag bis Freitag am Hauptbahnhof auf die knapp acht Kilometer lange Gesamtstrecke um 5.27 Uhr, der zweite um 6.35 Uhr. Anschließend fahren die Busse alle 20 Minuten bis 17.55 Uhr. Danach wird am Hauptbahnhof alle 30 Minuten abgefahren. Der letzte Bus des Tages geht um 22.55 Uhr auf Tour. Angefahren werden die Haltestellen Fresenius Tor 4 (nach vier Minuten), ZF Werk Süd (5), Röntgenstraße (6), Baggersee (nach 7 Minuten, hier wendet der Bus), SKF Werk 3 (10), Hand Böckler Straße (11) und FAG (nach 15 Minuten). Zurück am Hauptbahnhof ist der "Industriebus" nach 16 Minuten. 

"Mit solchen gezielten Angeboten wollen wir es unseren Bürgern erleichtern, auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen, meinte Oberbürgermeister Sebastian Remelé bei der Vorstellung des neuen Angebots. Auch Landrat Florian Töpper ist zuversichtlich, dass die Linie angenommen wird. Schließlich würden täglich allein aus dem Landkreis Schweinfurt 22 000 Bürger zur Arbeit in die Stadt Schweinfurt pendeln. Im "Sinne der Umwelt" verfolge der Landkreis eine Verlagerung zum ÖPNV, um ein Umdenken zu erreichen und auch im ländlichen Raum den Verzicht auf Zweit- oder Drittwagen zu fördern. Eine wichtige Zielgruppe ist für Töpper die Jugend, die nun ebenfalls leichter zu den Arbeitsplätzen im Süden der Stadt gelange.

Ein grünes H auf gelben Grund kennzeichnet die "Industriebuslinie". Foto: Gerd Landgraf

Thomas Kästner, Geschäftsführer der Stadtwerke, will mit dem "eng getakteten Angebot" Arbeitnehmer mit flexiblen und festen Arbeitszeiten erreichen: "Durch den frühen Fahrbeginn und die späten letzten Fahrten ist die Industriebuslinie zu Früh- und Spätschichten gut nutzbar", sagt Kästner.

Gegen Parkplätze entschieden

"Wir haben uns bereits vor einiger Zeit auf den Weg gemacht, die anstehende Mobilitätswende mit unseren Produkten zu begleiten", erklärte Hans-Jürgen Schneider, Standortleiter der ZF Friedrichshafen AG. Im gleichen Maße gelte das Augenmerk des Unternehmens der Mobilität der Mitarbeiter, denn Stress bei der Fahrt oder der Parkplatzsuche solle vermieden werden. So habe man vor der Wahl gestanden, mehr Parkplätze oder ein besseres Verkehrskonzept zu fördern. ZF habe sich gegen die Parkplätze entschieden und setze auf die neue Buslinie als attraktive Alternative, meinte der Standortleiter.

Rückblick

  1. Computer leasen: Gebrauchte werden in Schweinfurt aufpoliert
  2. Semco produziert in Sennfeld pro Tag 3000 Quadratmeter Flachglas
  3. Vom Hochseeschiff auf die Schiene und ab nach Schweinfurt
  4. Hilfe aus Schweinfurt: Mobil für Schule, Job und Gesundheit
  5. Wohnungssuche in Schweinfurt: Im Alleingang und mit Makler
  6. Schweinfurter City verliert zwei alteingesessene Geschäfte
  7. Wohnen, Bauen, Ambiente: 70 Aussteller zeigten die neuesten Trends
  8. Ohne Umsteigen vom Bahnhof zur Industrie in Schweinfurt-Süd
  9. In Schweinfurt ist die Welt des Wohnens noch in Ordnung
  10. Nach zehn Jahren wieder mehr Arbeitslose in der Region
  11. In Schweinfurt: Trio aus Technik, Mathematik und Informatik
  12. An Weihnachten klingelten in Schweinfurt die Kassen
  13. Neue Mezger-Zentrale nimmt Konturen an
  14. Wie geht das mit neuem Job und Karriere in Schweinfurt?
  15. Warum das Handwerk selbstbewusst in die Zukunft blickt
  16. Insolvente Spedition Gerhardt: Standort wird abgewickelt
  17. ZF Schweinfurt: "Es gibt wenig im Auto, bei dem wir nicht mitsprechen"
  18. Fix: ZF Schweinfurt gibt Beschäftigungsgarantie bis 2025
  19. Erfolg in Schweinfurt: Schaeffler macht das Auto stabil
  20. FMS Gochsheim: Es geht wieder steil aufwärts
  21. Geldersheim: Stattlicher Gasthof, aber kein  Pächter in Sicht
  22. Kaminkehrer in Unterfranken: Elf Gesellen und ein Meister
  23. Lebenslanges Lernen ein Grundbedürfnis des Menschen
  24. Wie Schweinfurt zur grünen Industriestadt mit Zukunft werden will
  25. 100 Jahre Backtradition: Vom "Dorfbeck" zum Genussbäcker
  26. Transportbeton Glöckle hat den besten Auszubildenden
  27. Der Familienpakt schafft attraktive Arbeitsplätze bei bb-net
  28. SKF in Schweinfurt verbessert Logistik deutlich
  29. Immer mehr Studenten kommen aus dem Ausland nach Schweinfurt
  30. Arbeitslosigkeit in der Region Main-Rhön bleibt niedrig
  31. Der Weihnachtsmarkt ist eröffnet: Oh du schöne Glühweinzeit
  32. Warum ZF ein riesiges Zelt auf dem Volksfestplatz aufstellt
  33. E-Mobilität aus Schweinfurt für Asien, Afrika und Amerika
  34. Maximilian Seitz: Was der Blogger von manchem Influcencer hält
  35. Zukunftstechnologie: Auszeichnungen für Schweinfurter Telematik-Entwickler
  36. Schaeffler in Schweinfurt: Flugblattaktion gegen Lohnabbau und Verlagerung
  37. Mieten: So viel kostet das Wohnen in Schweinfurt
  38. Gründerwoche: Wie aus der Idee ein Geschäftsmodell wird
  39. Riesenkran hievt Großbauteile übers Dach ins ZF-Werk Schweinfurt
  40. Bester Siebdrucker: Edin Rondic hat die Latte hoch gelegt
  41. Lebensmittelkontrolle: Bercher Metzger fühlt sich schikaniert
  42. 1000 Euro aus dem Verkauf von Plastiktüten gespendet
  43. Bauarbeiten am Wehr bei Garstadt enden noch im November
  44. SKF: Im Moment keine Rede von Kurzarbeit
  45. Elektroautos: ZF-Konzern setzt auf ein Wundermittel
  46. Schaeffler leicht erholt
  47. Klimapaket: Was bedeutet es für die Industrie in Schweinfurt?
  48. 500 000 Tonnen Sand, Kies und Erde werden ausgebaggert
  49. Brand bei SKF im Schweinfurter Hafen: Werk 3 evakuiert
  50. Hochtechnologie-Standorte Europas: Schweinfurt weit vorne

Schlagworte

  • Schweinfurt
  • Gerd Landgraf
  • Bahnhöfe
  • Bürger
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • Fahrzeuge und Verkehrsmittel
  • Florian Töpper
  • Landräte
  • Mobilität
  • Omnibusse
  • Sebastian Remelé
  • Stadt Schweinfurt
  • Städte
  • Wirtschaft Schweinfurt
  • ZF Friedrichshafen AG
  • Öffentlicher Nahverkehr
  • Öffentlichkeit
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
2 2
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!