Hausen

Oktoberfest in Malaysia mit den Frankenräubern aus Hausen

Auch wenn das Original aus München stammt, in aller Welt wird Oktoberfest gefeiert. Wie eine Band aus Franken George Town gerockt und was Tina Turner mit all dem zu tun hat.
Disco-Feeling beim Auftritt am Oktoberfest in Penang. Foto: Ralf Fambach Foto: Ralf Fambach

Das Oktoberfest in München ist Inbegriff deutsch-bayerischer Bierfesttradition. Auf der ganzen Welt feiern deutsche Touristen und Auswanderer ihre Version vom Original mit Musikgruppen aus Deutschland. Ende Oktober begeisterte die Musikband "Die Frankenräuber" mit ihrer "Räuberparty" beim zweitägigen Oktoberfest der Malaysian-German-Society in George Town, der Hauptstadt der malaysischen Insel Penang. "4000 bis 5000 Besucher kamen an zwei Tagen, darunter auch Ehrengäste wie der deutsche Botschafter im Land, Nikolaus Graf Lambsdorff, sowie Prominenz aus Wirtschaft und Politik", berichtet Ralf Fambach von den Fränkenräubern.

Für die war der Besuch in George Town, von dem sie am 31. Oktober zurückgekehrt sind, keine Premiere. "Wir waren zum zweiten Mal dorthin eingeladen", sagt Fambach, der mit seinen vier Musikkollegen und der Sängerin Linda Sieber die weite Reise zum Oktoberfest auf der Insel angetreten hatte: zwölf Stunden Flug. Froh waren die Musiker "vor allem, dass unsere rund 20 Instrumente heil hinüber und wieder herüberkamen", sagt Fambach.

40 Jahre Oktoberfest in George Town

Mit ihrem Konzept "Die Frankenräuber – Mehr Musik und Spektakel" wurden die beiden Auftritte ein voller Erfolg, so der Musiker. Das Oktoberfest dort wird seit etwa vier Jahrzehnten von dieser Gesellschaft ausgerichtet. 1962 wurde sie mit dem Ziel gegründet, das gegenseitige Verständnis zu fördern und die Beziehungen beider Länder zu stärken. Dazu dienen Sprachkurse in Deutsch, die die Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut vor Ort anbietet, aber auch gesellige Veranstaltungen.

Alljährlich ist das Oktoberfest ein Highlight im Jahr, das viele Deutsche aus ganz Südostasien, aber auch die einheimische Bevölkerung gerne besuchen. Höhepunkt des Festes: die Frankenräuber. "Der Draht zum Publikum ist uns sehr wichtig", erklärt Ralf Fambach. Der 41-Jährige ist in der Gruppe zuständig für die Musikengagements. "Ich finde das persönlich bereichernd, wenn wir unsere Kultur und unsere Musik im Ausland bekannt machen – und ja, natürlich unser Frankenland, unsere Heimat." Die Frankenräuber waren schon in der Schweiz, Österreich, USA und Südafrika unterwegs.

Bei Ausflügen lernten Armin Schuler und Linda Sieber auch das traditionelle Seidenspinnen kennen. Foto: Ralf Fambach

Dass sie so viele Auftritte und alljährlich auch eine ein- bis dreiwöchige Auslandstournee neben ihren Proben absolvieren können, führt Fambach auf das gute Miteinander der Musiker zurück. "Stefan Müller und ich, wir kennen uns schon aus Kindergartentagen in Waldsachsen und haben Musik als unser Hobby gewählt." Aus dem nur durch die Landkreisgrenze getrennten Nachbarort Gädheim stammt der mit 28 Jahren Jüngste der Truppe, Christian Schrepfer. Armin Schuler, ebenfalls aus Gädheim, brachte Bernd Eckert mit in die Band, der mit ihm Posaune und Klavier an der Würzburger Hochschule für Musik studierte.

Das Rezept: perfekt arrangierte Musik plus Spektakel auf der Bühne

Wie bei ihren Auftritten in Franken, auf dem Stuttgarter Wasen oder dem Gäubodenfest in Straubing, ging auch in Malaysia das Konzept der fünfköpfigen Band aus Unterfranken auf: Perfekt arrangierte Musik und ein großes Spektakel auf der Bühne. Die Musikstücke reichten von Rock und Pop über aktuelle Charts und Oldies bis hin zur Volksmusik. Nicht fehlen durften auch in Penang Ballermann-Hits. Dass diese Vielfalt an Musikgenres von der Band immer als Live-Musik dargeboten werden kann, liegt am großen musikalischen Können ihrer Mitglieder. Sie spielen mehr als 20 Instrumente, darunter auch Alphorn, Dudelsack, Flöte und Geige. "Für eine heutige Show- und Partyband eher als außergewöhnlich zu bezeichnen", merkt Ralf Fambach an. Kein Problem war es für die Band, beim Auftritt Liedwünsche zu erfüllen, erzählt der Musiker. Vom "Zillertaler Hochzeitsmarsch" bis zu "Cordula Grün". Die "Tina-Turner-Nummer" mit Armin Schuler als Pop-Queen, "das war auch in Malaysia der Kracher des Abends", erinnert sich Ralf Fambach.

Eine chinesisch-buddhistische Kultstätte in George Town: Der Kek-Lok-Tempel. Foto: Ralf Fambach

Die freien Tage nutzten die Bandmitglieder für Ausflüge zu touristischen Attraktionen wie dem Kek-Lok-Tempel oder für entspannende Stunden am Strand. Die Entopia Butterfly Farm, einer der größten Schmetterlingsgärten des Landes, zeigte ihnen ein Stückweit die überragende Artenvielfalt der Tiefland- und Bergwälder Malaysias. 

Schon jetzt feilen die Frankenräuber an der Tournee 2020

Jedoch hatten sie auch schon die Auftritte im kommenden Jahr im Blick. "Wir konnten in diesen Tagen viel Zeit miteinander verbringen, das bot uns Gelegenheit an unserem Programm für die Tournee 2020 zu feilen, die Ideen sprudelten", berichtet Ralf Fambach, und in seinen Augen spiegelt sich die Vorfreude darauf.

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