GRAFENRHEINFELD

Opfern der Atomnutzung gedacht

Am Wegkreuz wurden Sonnenblumen gepflanzt. Im Bild von links: Maja Keereth, Kathi Petersen, Magnus Lux und Gaby Gehrold. Foto: H. Wiener

Bereits im 31. Jahr veranstaltete die Schweinfurter Bürgeraktion und Bürgerinitiative gegen Atomanlagen BA-BI am Wegkreuz beim stillgelegten Atomkraftwerk Grafenrheinfeld eine monatliche Gedenkandacht zur Warnung vor den Gefahren der Atomkraftnutzung.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch die stellvertretende BA-BI-Vorsitzende Gaby Gehrold stimmte der fränkische Liedermacher Johannes Wohlfahrt aus Thüngen die Besucher durch kritische Lieder auf den Grundgedanken der Andacht ein. Magnus Lux aus Schonungen, einer der Bundessprecher der katholischen Reformbewegung „Wir sind Kirche“ erinnerte in seiner Andacht an die Grenzen menschlichen Handelns im Umgang mit Natur und Energie und forderte eine Abkehr vom „ich-bezogenen Denken und Handeln“ und eine Hinwendung zu mehr Gemeinsinn zum Erhalt der Schöpfung für unsere Nachkommen.

Diesen Hinweis griff die 13-jährige Schülerin Maja Keereth aus Karlstadt in ihrem Beitrag auf. Sie beklagte laut einer Mitteilung die unzureichenden Informationen für die Jugend über die Folgen des derzeitigen Wirtschaftens. Die stetige Steigerung des Verbrauchs von Rohstoffen und Gütern als Voraussetzung des Wirtschaftssystems verringere die Ressourcen für kommende Generationen und häufe Reststoffe wie den Atommüll an, der noch die Lebensqualität ihrer Enkel und Urenkel einschränken werde. „Was tut diese Generation uns an?“ war ihre ratlose Frage.

MdL Kathi Petersen dankte der Schülerin für ihren Mut, ihre Fragen öffentlich zu stellen. Die Erkenntnis über die Folgen der Atomkraftnutzung habe zwar in Deutschland zum Ausstiegsbeschluss geführt, aber trotzdem werde tagtäglich durch die laufenden AKWs im In- und Ausland Atommüll produziert, für den derzeit weder ein Entsorgungskonzept noch ein Entsorgungsort existiere.

Auch die Rückbaupläne der KKG-Eigentümer seien in der beantragten Form mit hohen und zeitlich unabsehbaren Risiken für die Bürger in ganz Franken verbunden. Die Radioaktivität der Castoren im Zwischenlager BELLA betrage ein Zigfaches der Menge, die bei der Katastrophe in Tschernobyl freigesetzt wurde. Wer von einer „grünen Wiese“ als erreichbares Ziel spräche, bestätige in erschreckender Weise seine Inkompetenz. Kathi Petersen dankte den vielen Umweltorganisationen für ihre Arbeit, die eine lebenswerte Zukunft für unsere Nachkommen zum Ziel habe. Am Ende der Veranstaltung wurden 31 Sonnenblumenkerne zum Gedenken an die vielen Opfer der Atomkraftnutzung gepflanzt.

Rückblick

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