Ostern ohne Gregor den Großen

geldersheim Pfarrer Richard Baunach ist enttäuscht, nun wartet er schon seit November vergangenen Jahres, dass die Renovierungsarbeiten an der Geldersheimer Kirche endlich beginnen - vergebens. "Es geht und geht nichts voran", klagt der Geldersheimer Pfarrer.
Rückblick: Bei einer Sturmnacht Ende Oktober machte sich Gregor der Große in Freskenform selbstständig und stürzte ins Kirchenschiff. Eine knappe Woche später entschloss man sich, die Kirche zu sperren - wegen Einsturzgefahr. Die Decke wurde eingerüstet und abgestützt. Seitdem dient das örtliche Pfarrheim als Notbehelf für Gottesdienste.

Im Winter lagen die Bauarbeiten zwangsläufig "auf Eis". Warum die Renovierung nicht jetzt, Mitte März, endlich in Angriff genommen wird, kann Pfarrer Baunach nicht verstehen. Erst Ende des Monats wäre ein runder Tisch für alle beteiligten Parteien - wie Bauamt und Architekt - angesetzt.

Dann werden die Untersuchungen am maroden Gotteshaus abgeschlossen sein, sagt der zuständige Architekt Dag Schröder. Bisher sei "noch kein Finanzierungsplan" vorhanden, das Team um Schröder ist noch mit der Ursachenforschung beschäftigt. Zumindest so viel kann der Architekt bestätigen: "Verschiedene Faktoren" sind ausschlaggebend dafür, dass die Kirche akut vom Einsturz bedroht ist. So neigt sich der Kirchenturm um elf Zentimeter, es gibt Schäden im Dachwerk. Das Fundament - anfällig, weil auf einer Lehmschicht errichtet - stellt ein weiteres Problem dar.

"Erst kommt die Diagnose, dann die Therapie", sagt Schröder. Therapeut ist er selbst, die Diagnose stellen andere: Statiker, Bodenmechaniker, Kirchenmaler und weitere Fachleute begutachten den Schaden.

Für den 26. März ist ein Zusammentreffen von Kirchenstiftung, Bischöflichem Bauamt für Denkmalpflege, einem Glockensachverständigen und weiteren Experten angesetzt. Pfarrer Baunach erhofft sich davon, dass es endlich vorangeht mit der Erneuerung "seiner" Kirche.

Auch die leidige Finanzierungsfrage soll abgeklärt werden. Den Finanzierungsplan wird Architekt Schröder erst nach dem Treffen Ende des Monats vorlegen, das Sanierungsprojekt muss anschließend noch den Amtsweg durchlaufen, bis es endgültig zur Ausschreibung kommt. Dag Schröder plant erst dann mit Zahlen, auf eine Größenordnung legt er sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Mit einer Bezuschussung der Renovierungsarbeiten durch die Gemeinde kann die Kirche 2003 aber nicht rechnen: "Wir haben den Haushalt für dieses Jahr aufgestellt, und da ist 2003 nichts für die Kirche übrig", so Günter Straub von der Gemeindeverwaltung. Dafür verweist er auf Investitionen von 500 000 Euro in den katholischen Kindergarten seitens der Gemeinde im vergangenen Jahr.

Einen Kredit will sich die Gemeinde auch nicht aufbürden, dafür hofft Straub, dass die "finanziellen Engpässe" im nächsten Jahr überwunden sind und auch die Kirche bei den Haushaltsplanungen berücksichtigt werden wird.

Ein kleiner Lichtblick für die Gemeinde: Ostern im altehrwürdigen Gotteshaus scheint gesichert, ebenso die Feier zur Kommunion, wenn auch Gregor der Große nicht dabei sein wird. "Wir machen das beste draus", sagt Richard Baunach.

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