SCHWEINFURT

Paddelnass beim Rotarian Rowdy River Raft

Schlauchbootrennen: Von Regengüssen ließen sich die 800 Spaß-Athleten nicht beeindrucken

Was veranlasst einen zivilisierten Mitteleuropäer, sich ein buntes Bären- oder Hasenkostüm überzuziehen, das sich bei den heftigen Regengüssen des Sonntags auch noch triefend mit Wasser vollsaugt, und auf dem Main zu paddeln? Mit etwa 800 Gleichgesinnten. Das vermag das Schlauchbootrennen – oder Neudeutsch: Raftrace – des Rotaryclubs Schweinfurt-Peterstirn. Das Spektakel dient nicht nur zur Unterhaltung der vielen Hundert Schweinfurter, die sich an der Gutermannpromenade vergnügten, sondern dient einem guten Zweck. Einen fünfstelligen Betrag für soziale Projekte spielt das Rennen jährlich ein. „Es ist schön, wie Schweinfurt das annimmt“, sagt Organisationsleiter Bernd Meidel angesichts der Zuschauerreihen entlang des Kais.

72 Mannschaften mit je elf Paddlern waren am Sonntag am Start. Sie haben sich spaßige Namen gegeben, wie die Zillertaler Gebirgsmarine, Singendes Kirchenschiff oder LG Hungerast. Letzteres beschreibt den Zustand, wenn in Ausdauersportarten der Kohlehydratspeicher zur Neige geht und die Schmerzen beginnen. Der Name kommt nicht von ungefähr, denn bei aller Belustigung ist der Parcours anstrengend: 250 Meter den Main hinunter, dann kommt die Wende und es geht den gleichen Weg zurück zum Ziel – stromaufwärts. Da erlahmt die Kraft in Armen und Schultern schnell. Dabei sollte das Team die Synchronität nicht verlieren. Wer unter viereinhalb Minuten bleibt, hat eine Spitzenzeit erreicht. „Manche haben sich sogar selbst ein Boot organisiert und trainieren vorher“, sagt Meidel. Aber bei den meisten steht der Spaß im Vordergrund, wie es der Rotaryclub auch als Ziel propagiert: Deswegen kleidet sich das Traumschiff-Team des Leo-Krankenhauses in grüne OP-Anzüge, die Subba Kuhle Frang'n starten im weißen Hemd, die Fußballer des VfL Niederwerrn sind als barbauchige Indianer unterwegs. Sie erhalten den Sonderpreis für das originellste Kostüm. Und hinter den bunten Bären und Hasen verbergen sich die Freunde des Wildparks. Am Sonntag war das Spektakel noch ein bisschen größer: Beim ersten Jugend-Cup konnten die Mannschaften beim Fischerstechen Zeitboni einheimsen.

Ohne die 130 Helfer sowie Organisatoren und Sponsoren sei der Aufwand nicht zu stemmen, sagt Meidel. Zu den wichtigsten zählt die Bundeswehr, die die 13 000 Euro teuren Schlauchboote zur Verfügung stellt. Auf dem Main ist die Wasserwacht mit eigenen Booten zur Stelle, falls ein Paddler über Bord gehen sollte. Sie brauchte nicht einzugreifen.

Ergebnisse: Offene Klasse: 1. RSV Mattenfüchse I, 2. SKF Subba Kuhle Frang'n, 3. Glöckle Super Men. Frauen: 1. Glöckle Super Girls, 2. Injoy Wildwasseramazonen, 3. Sram Starlets. Jugend-Cup: 1. Weltbeweger, 2. Celtis-Cerberi, 3. River Raft Rookies.

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