Niederwerrn

Peter Heusinger: Anerkennung für einen sozialen Netzwerk-Arbeiter

Der Titel Altbürgermeister ist nur einer von vielen, die der Niederwerrner trägt. In Würzburg bekam Peter Heusinger das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Bei der Auszeichnung in der Würzburger Residenz: Staatssekretär Gerhard Eck, Gerdi Heusinger, Peter Heusinger, Bürgermeisterin Bettina Bärmann, Landrat Florian Töpper und Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann. Foto: Nicolas Rupp

Wenn ein Preisträger durch den Landrat persönlich abgeholt wird, muss der Anlass schon ein besonderer sein. Bei Peter Heusinger, Altbürgermeister von Niederwerrn, fuhr Florian Töpper mit dem Hybrid-Wagen in Niederwerrn vor: "Er hat den Chauffeur gemacht", freut sich der neue Träger des Bundesverdienstkreuzes, das ihm am 14. Februar im Fürstensaal der Würzburger Residenz verliehen worden ist: die höchstmögliche Anerkennung für soziale, politische und karitative Leistungen durch die Bundesrepublik. Staatssekretär Gerhard Eck und Regierungspräsident Eugen Ehmann überreichten dem Niederwerrner Ehrenbürger das "Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland", wie die von Bundespräsident Theodor Heuss 1951 gestiftete Auszeichnung offiziell heißt. Neben Landrat und Ehefrau Gerdi war auch Niederwerrns Bürgermeisterin Bettina Bärmann bei der Feierstunde anwesend, ebenso manch Wegbegleiter, vom Juliusspital über VdK und Kirche bis hin zur Blindeninstituts-Stiftung Würzburg: Von Heusingers einstiger Wirkungsstätte gab es, am Valentinstag, einen großen Blumenstrauß.

Der CSU-Politikarbeiter hat in jahrzehntelangem Engagement ein echtes "soziales Netzwerk" geknüpft, über Parteigrenzen hinweg und zu einer Zeit, als man darunter noch nicht die virtuellen Welten des "World Wide Web" verstanden hat. Gerhard Eck hielt die Laudatio für den aus Oberwerrn stammenden Verwaltungsfachmann. Als Erster Bürgermeister der Gemeinde Niederwerrn hat sich Peter Heusinger von 1976 bis 1996 für die Gründung des Musikvereins, die Einrichtung einer Gemeindebibliothek, die Ansiedlung von Ärzten und Sozialstationen eingesetzt. Feuerwehrhaus, Schule, Mehrfachturnhalle, Straßenbau und Kanalsanierung, der Anstoß für den Bau des Gemeindezentrums, der Kleingartenverein, das moderne Rathaus, nicht zuletzt die Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Ifs – die Liste der Investitionen in die Infrastruktur und Zukunft der Nieder- wie Oberwerrner ist lang. Ein Hallenbad hätte es fast auch noch gegeben, erinnert sich Heusinger: an der Oberwerrner Gärtnerei, betrieben durch einen Zweckverband.  

Die Liste der politischen und sozialen Ämter ist lang

2013 erhielt der unermüdliche "Macher" die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatgemeinde. Von 1978 bis 2014 gehörte er dem Kreisrat an, davon sieben Jahre als Fraktionsvorsitzender. Nicht zuletzt vertrat er den Kreis im Verwaltungsrat der Sparkasse. Von 1982 bis 2008 war Heusinger Bezirksrat, 1994 wurde er stellvertretender Bezirkstagspräsident. Als Bezirksvertreter zählte er zum Vorstand der Hör- und Sprachförderung Würzburg oder des Tourismusverbands Franken. Die Freundschaft zum Departement Calvados hatte für das führende Mitglied im Partnerschafts-Komitee einen besonderen Stellenwert. Im Verband der bayerischen Bezirke leitete er von 2003 bis 2008 den "Fachausschuss Psychiatrie und Neurologie". In weiteren Ausschüssen und Verbänden ging es ums Allgemeinwohl, von der Caritas über die Wasserversorgung bis zum Bibliothekswesen. Im Niederwerrner Sozialverband VdK war Heusinger von 2008 bis 2016 Vorsitzender und für die Kirchenverwaltung St. Bruno ebenso lange Jahre aktiv wie an der Spitze des Feuerwehrvereins. Außerdem war er Ehrenmitglied des Gehörlosenvereins Schweinfurt. Ein Herzensanliegen blieb die Tätigkeit als Vorsitzender des Stiftungsrats der Blindeninstituts-Stiftung, wo er erst vor kurzem, nach 18 Jahren, verabschiedet worden ist.

Die Urkunde stammt vom Bundespräsidenten, der Blumenstrauß von der Blindeninstituts-Stiftung: Peter Heusinger freut sich über eine hohe Ehrung in Würzburg. Foto: Uwe Eichler

Neben Heusinger wurden nun auch noch Handwerkskammer-Präsident Walter Heußlein sowie zwei bergerfahrene Nepal-Helfer ausgezeichnet. Wie genau es zu der hohen Ehre gekommen ist, weiß der Niederwerrner nicht. Dass der erste Gratulant der Sozialdemokrat Markus Rinderspacher war, gefällt Peter Heusinger als Demokrat alter Schule. Für den Geehrten gibt es noch ein weiteres Rätsel: "Nur für Unterfranken wird das Bundesverdienstkreuz in Würzburg überreicht, für alle anderen in München".

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