SCHWEINFURT

Peter Weck hat viel zu erzählen

Hat was zu erzählen: Peter Weck bei seiner Lesung im Augustinum. Foto: Herbert Götz

Charmant, präsent und mit großer Ausstrahlung nimmt er sein Gegenüber sofort für sich ein und ist ganz der Bühnenmensch, wie man ihn zu kennen glaubt. Peter Weck, Schauspieler, Regisseur und Intendant, erinnerte sich und ließ die Zuhörer teilhaben an seinem Leben. Er saß auf der Bühne des Augustinum im Scheinwerferlicht, alterslos, der Schalk blitzte ihm aus den Augen. Spitzbübisch holte er aus seinen Erinnerungen die eine oder andere Anekdote hervor und war gleichzeitig der aus zahllosen Film- und Fernsehproduktionen bekannte Charmeur und Grandseigneur.

Der Start in sein zukünftiges Leben als Schauspieler, Moderator, Regisseur und Intendant verlief dabei nicht ganz geradlinig. Zunächst studierte der ehemalige Wiener Sängerknabe an der Musikhochschule Klavier, Klarinette und Fagott. Dirigent wollte er da noch werden. Parallel dazu hatte er technische Studien aufgenommen, um den väterlichen Betrieb übernehmen zu können. Erst nach einer längeren Krankheit half der Zufall nach: ein Freund schlug ihm vor, an die Schauspielschule zu gehen, zumindest würde er dort „wenigstens Hochdeutsch sprechen lernen“. Die Aufnahmeprüfung am legendären Max-Reinhardt-Seminar bestand er und von da an ging es stetig bergauf. Humorvoll und im leichten Wiener Tonfall erzählte er von den Dreharbeiten zu dem Hollywood-Film „Der Kardinal“ mit Romy Schneider und schilderte, wie er rückwärts aus dem Fenster im fünften Stock springen musste. Zeit seines Lebens blieb Weck immer neugierig, und ja, Glück habe er auch gehabt. In der Familienserie „Ich heirate eine Familie“ war er Schauspieler und Regisseur zugleich, als Theaterleiter holte er den Musicalerfolg „Cats“ nach Wien. Sieben Jahre lang waren alle Aufführungen ausverkauft.

Peter Weck hatte zunächst aus seiner Biographie zu lesen begonnen, legte aber bald das Buch aus der Hand und erzählte amüsant und kurzweilig. Im munteren Plauderton gestattete er pointenreich Einblicke in sein Leben. Charakterdarsteller und Publikumsliebling einerseits war Weck immer sich selbst treu geblieben und hatte sich von niemandem dreinreden lassen, von der Politik schon gar nicht. Was von außen betrachtet so leicht und mühelos gewirkt habe, sei Ergebnis großer Disziplin und eingehenden Rollenstudiums gewesen. „Andere Kollegen haben oft ihre Rollen einfach auswendig gelernt“, er dagegen habe sich den Rollencharakter von innen heraus zu erarbeitet.

Noch lange hat sich der Schauspieler nicht zur Ruhe gesetzt, vor wenigen Jahren hat er für „Sonny Boys“ über 110 Seiten Text gelernt. Er lächelt: „da oben“ – und deutet auf seinen Kopf – „funktioniert es noch ganz gut“. Seine Autobiografie habe er auf Drängen von Freunden in Angriff genommen, ein großes Stück Arbeit sei das gewesen. - Die gute Stunde verging wie im Flug. und am Ende hätten ihm die im restlos ausverkauften Saal des Augustinum gerne noch länger zugehört.

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