WETZHAUSEN

Pfarrgarten gehört zu „Frankens Paradiese“

Der Weg zum Gartenparadies ist frei: Das Band durchschnitten (von links) Johannes von Truchseß, Kreisvorsitzender Frank Bauer vom Vereins für Gartenbau und Landespflege, stellvertretende Landrätin Christine Bender, Pfarrerin Melanie von Truchseß, Bürgermeister Friedel Heckenlauer, Herbert Unger, Henriette Dornberger und Poetin Anja, die ein Gedicht zum Garten vortrug. Foto: Rita Steger-Frühwacht

Ihren Ort noch liebens- und lebenswerter zu machen, das ist das Anliegen vieler Bürger in dem 160-Seelen-Dorf Wetzhausen am Südhang der Haßberge. Zahlreich engagieren sie sich im Arbeitskreis Dorferneuerung. Seit einigen Wochen ist das Pilotprojekt „Haßbergtrauf“, ein Verfahren am Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken für die vier Orte Wetzhausen, Mailes, Birnfeld und Oberlauringen, angeordnet. In einer Privatinitiative hat Henriette Dornberger den Pfarrgarten umgestaltet, der jetzt auch der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Einige Tage zuvor hat ihn Christine Bender in einer Feierstunde offiziell in das Konzept „Parks & Gärten Frankens Paradiese“ aufgenommen. Die Fachberaterin für Grünordnung in Ober- und Unterfranken am Gartenbauzentrum Nord in Kitzingen nannte es wichtig, Frankens Gartenschätze zu heben und auch für Touristen erlebbar zu machen. Bender, die zugleich das Amt einer stellvertretenden Landrätin im Kreis Schweinfurt begleitet, dankte Henriette Dornberger für ihre Arbeit und ihren Ideenreichtum.

Die Mieterin des Pfarrhauses hat den etwa 3000 Quadratmeter großen Garten laut Bender zu einem „Traumort“ umgestaltet. Alter Baumbestand, der Mühlsee, Duftpflanzen, Rasenfläche und die Grundmauern einer ehemaligen Zehntscheune bilden eine stimmungsvolle Gartenkulisse.

Gemeinderat Herbert Unger freut es, dass im Pfarrgarten nun auch ein Stück vom Mühlsee am Schloss zugänglich ist. Diesen Mühlsee mit einem Spazierweg zu erschließen, ist ein Projekt der laufenden Dorferneuerung. Dadurch könnte das alte Schloss wieder mehr im Erscheinungsbild des Ortes hervortreten.

Auf Platz eins der Prioritätenliste steht in Wetzhausen jedoch die Kulturscheune, die anstelle der jetzt vorhandenen Theaterscheune treten soll. „Von außen sieht diese richtig schmuck aus“, stellte Ute Uhl, die Vorsitzendes des Arbeitskreises Dorferneuerung, bei einem Ortsrundgang fest. Ohne Zweifel lässt der frische Putz des Fachwerks nicht ahnen, wie schlecht es um die Statik bestellt ist. Das gemeindeeigene Gebäude gehörte einst zu den Wirtschaftsgebäuden der Lehrerwohnung. Im Rahmen der Schulreform Ende der 1970er-Jahre wurde das Lehrerwohnhaus verkauft und die Schule zum Vereinsheim für Sportverein und Feuerwehr umgebaut.

Die Scheune wird von der Theaterabteilung des Sportvereins für Aufführungen genutzt und soll nun einem Neubau weichen. Ein größerer Zuschauerraum soll dann 100 Personen Platz bieten. Die Sanitäranlagen werden weiterhin im Vereinsheim genutzt, sollen aber durch einen Gang vom Neubau aus zu erreichen sein. Ein Foyer mit Garderobe und Kassenbereich wird dem Neubau angegliedert. Im Obergeschoss wird ein Jugendraum eingerichtet. Ein Behinderten-WC ist auch angedacht. In dem neuen Gebäude sollen auch Ausstellungen, Lesungen oder Konzerte stattfinden.

Als weiteres Projekt stehen in Wetzhausen Sanierungsarbeiten im Friedhof an. Veränderungen soll es bei den Grabdenkmälern der Familie Truchseß von Wetzhausen geben. Diese sollen restauriert und an der neu zu errichtenden Friedhofsmauer aufgestellt werden.

Die Dorferneuerung ist Anlass, die Geschichte des Dorfes zu erforschen und nach Möglichkeit auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Adolf Oettinger ist Vorsitzender dieses eigens dazu gegründeten Arbeitskreises, dem noch Hilmar Gräf, Gerhard Koch, Markus Rothmann, Familie Truchseß und Henriette Dornberger angehören. Gesucht werden noch weitere Mitstreiter sowie Dokumente und Gegenstände.

Herbert Unger erinnerte beim Blick auf die anstehenden Projekte daran, dass „schon viel im Dorf gemacht wurde“. So seien das Kirchenumfeld, der Dorfplatz und ein Wartehäuschen neu gestaltet worden. Der Dorfbrunnen berichtet in Stein gemeißelt von der bedeutenden Vergangenheit des Ortes als ehemaliges Zehntgericht. Auch die Kirche erstrahlt im neuen Glanz.

Informationen zum Pfarrgarten, der jeweils sonntags von 14 bis 18 Uhr offen ist, unter www.frankens-paradiese.de

In früheren Jahrhunderten besaß das Adelsgeschlecht der Truchsesse von Wetzhausen eine große Bedeutung im nördlichen Unterfranken. Epitaphien im Friedhof künden davon. Foto: Rita Steger-Frühwacht

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