Reichmannshausen

Pflegeltern: Sie geben Kindern ein Heim

Spielzeug wird nach einer gewissen Zeit auch langweilig. Die Tauschbörse beim Sommerfest der Pflegekindeltern bot hier Abhilfe. Foto: Ursula Lux

Es sei eine "sehr verantwortlich Aufgabe, die viel persönliches Engagement fordert", betonte der Leiter des Jugendamtes, Udo Schmitt. Gemeinsam mit Landrat Florian Töpper und Bürgermeister Stefan Rottmann begrüßte er zum Sommerfest des Pflegekinderdienstes des Landkreises.

131 Kinder werden derzeit in 83 Pflegefamilien betreut, informierte Irene Memmel, Sachbearbeiterin in der Abteilung Pflegekinder. Sie ist dankbar, dass sich einige Pflegeeltern zu Gruppe "Neues Zuhause" zusammengeschlossen haben und nun schon zum dritten Mal auf dem Sportplatz des SV 1966 Reichmannshausen ein Sommerfest für alle Pflegefamilien veranstaltet haben. Während Clown Amanda und der Spielbus die Kinder unterhalten, oder diese bei einer Tauschbörse Spielsachen feilbieten, dient der Nachmittag den Erwachsenen zum gegenseitigen Kennenlernen und zum Erfahrungsaustausch.

Eine fordernde Aufgabe

Inzwischen sei das Sommerfest schon eine feste Institution geworden, meinte Landrat Florian Töpper zur Eröffnung. Nicht überall fänden sich so feste Strukturen, in denen Kinder von 0 bis 18 Jahren so gut betreut würden. Er sei sich durchaus bewusst, wie fordernd diese Aufgabe für die Eltern sei, erklärte Töpper. Er lobte die konstruktive und reibungslose Zusammenarbeit aller daran Beteiligten.

Nicht nur Unterhaltung, auch ein leckerer Kuchen durfte beim Sommerfest der Pflegekindeltern nicht fehlen. Foto: Ursula Lux

Die größte Verantwortung im Leben sei es doch, Kinder in allen Lebenslagen und Altersstufen fördernd zu begleiten, betonte Bürgermeister Stefan Rottmann. Rainer Räth, der Vorsitzende des SV1866 begrüßte im Namen des Sportvereins.

Steffen und Judith Knecht haben bereits seit sieben Jahren ein Pflegekind, das wie selbstverständlich mit ihren eigenen vier Kindern aufwächst. "Am Anfang war es nur eine Bereitschaftspflege, dann aber, weil die Eltern die Pflege des Kindes nicht übernehmen können, wurde eine Dauerpflege daraus. Immer wieder gebe es auch begleitenden Kontakt zu den leiblichen Eltern, was für Judith Knecht kein Problem ist.

Renate Schneider dagegen hat Kinder in Kurzzeitpflege, und das seit neun Jahren. "Ich nehm am liebsten die Kleinen bis drei Jahre", erzählt sie. Ihre eigenen Kinder sind bereits 17 und 19 Jahre alt. Normalerweise habe sie Kleinkinder nur für drei Monate, einmal allerdings hatte sie ein Kind eineinhalb Jahre. "Das war hart", als sie es wieder hergeben musste, berichtet sie. Aber das Kind kam in eine "ganz liebe Pflegefamilie", die sie selbst mit ausgesucht hatte und inzwischen sei es sogar adoptiert, erzählt sie strahlend.

Belastbar und gesund müssten Pflegeeltern sein, meint Memmel, außerdem Platz und Zeit für die Kinder haben und bereit sein, den Kontakt zu den leiblichen Eltern zu halten. Das sei das Wichtigste.

Das Landratsamt ist ständig auf der Suche nach neuen Pflegeeltern. Wer Interesse hat kann sich melden unter Tel.efon (09721) 55488 oder per Mail bei pflegekinderdienst@lrasw.de

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