Schweinfurt

Phosphat, Kalium und Magnesium in den Schweinfurter Gärten

Der Bauhof lässt Erde aus über 50 privaten Gärten im Stadtgebiet untersuchen. Im Labor soll sich zeigen, ob die Böden überdüngt sind und wie man auf Naturdung umstellt.
Der Servicebetrieb Bau und Stadtgrün will wissen, wie stark die Böden der Gärten belastet sind und empfiehlt statt Kunstdünger den Einsatz von Kompost. Foto: Gerd Landgraf

Mehrfach belegen Studien, dass der deutsche Klein- und Hausgärtner großzügig zu den Bodenverbesserern aus der chemischen Industrie greift. Neun von zehn Gärten gelten als überdüngt. Ob dies auch auf Schweinfurt zutrifft, das will der städtische Servicebetrieb Bau und Stadtgrün wissen, weshalb Abfallberater Markus Stockmann zum Spaten gegriffen und sich aus über 50 Gärten Proben geholt hat.

Die Teilnehmer wurden über die Öffentlichkeitsarbeit des Rathauses gesucht. Bei der Auswahl berücksichtigte der Servicebetrieb alle Stadtteile. In den Parzellen der Kleingartenanlagen und in den Hausgärten grub Stockmann dann an jeweils fünf Stellen der Blumen-, Gemüse- und Obstbeete bis in eine Tiefe von 30 Zentimetern. Anschließend wurden die Proben in einem Eimer vermischt. Diese Mischproben (jeweils etwa ein Pfund Erdreich) werden jetzt in einem Fachlabor analysiert.           

Fahndung nach Phosphat, Kalium und Magnesium

Bei seinen Besuchen notierte Stockmann zudem die Beschaffenheit der Entnahmestellen, das Düngeverhalten der Gartenbesitzer sowie die Verwendung von gekauftem oder selbst erzeugtem Kompost. Diese Erkenntnisse werden in einem weiteren Schritt mit den Ergebnissen der Bodenanalysen abgeglichen. Untersucht werden im Fachlabor der Gehalt an Phosphat, Kalium und Magnesium, die Bodenart und der ph-Wert. 

Die Ergebnisse werden an die Teinehmer der Gartenbodenuntersuchung weitergereicht. Auch erhalten diese eine Düngeempfehlung. In einem oder in zwei Jahren kommt dann erneut der Abfallberater in die Gärten und zieht weitere Proben, die ins Labor geschickt werden. Zwölf Monate später erfolgt die Abschlussuntersuchung.

Erkenntnisse für den Grundwasserschutz

Hermann Schröder, Sachgebietsleiter Abfallwirtschaft, und Axel Meffert, Leiter des Servicebetriebs, gehen davon aus, dass bei ungenauen Erkenntnissen aus den Teilgebieten Nachproben zu ziehen sind. Schließlich wolle die Stadt nicht nur den Teilnehmern Informationen vermitteln, sondern eine Übersicht über die Bodengesundheit im ganzen Stadtgebiet erhalten. Auch versprechen sich Meffert und Schröder Erkenntnisse zum Grundwasserschutz.  

Bei der Beratung zur Düngung setzt Markus Stockmann auf natürliche Bodenverbesserer wie den "Schweinfurter Kompost", der im Kompostwerk des Servicebetriebs an der Euerbacher Straße erzeugt wird. Dort wird nicht nur das Grüngut der Stadtgärtner, sondern auch das von den Grüngutsammelstellen, wie sie etwa an den Kleingartenanlagen zu finden sind, verarbeitet. Auch will der Abfallberater die Kompostierung in den Gärten fördern, damit "sich der Kreislauf schließt". Denn durch den Einsatz von Kompost werde nicht nur gedüngt, sondern zusätzlich die Bodenstruktur verbessert, so Stockmann.

Das Kompostwerk an der Euerbacher Straße zwischen der Wern und der ehemaligen Conn-Kaserne.  Foto: Gerd Landgraf

Da der "Schweinfurter Kompost" nahezu ausschließlich aus Gartenabfällen hergestellt wird, ist dieser mit den höchsten Gütesiegeln versehen und öfters auch einmal ausverkauft. Gartenabfälle holt der Servicebetrieb überall in der Stadt ab. Bereitzustellen ist der Gartenabfall in eigenen Mülltonnen (ausrangierte Tonnen hat der Servicebetrieb), in handlichen Gefäßen und Behältern oder in BigBags. Astwerk und Heckenschnitt sind zu bündeln (nicht länger als 150 Zentimeter). Anmeldungen werden vormittags von 8 bis 12 Uhr unter Tel: (09721) 515931 entgegen genommen. Die Gebühr (4 Euro je Kubikmeter) wird bei Abholung bar erhoben oder per Dauerauftrag über eine Rechnung pro Jahr. 

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