Schweinfurt

Podiumsdiskussion zur Wahl: Kreuzbergbier und Wunschschwein

Die Wirtschaftsjunioren Schweinfurt veranstalteten die letzte Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl. Was sich die Kandidaten für Schweinfurts Zukunft wünschen.
Bei der Podiumsdiskussion der Wirtschaftsjunioren zur Kommunalwahl 2020 waren sieben Vertreter der Stadtratslisten eingeladen, darunter die drei OB-Kandidaten.
Bei der Podiumsdiskussion der Wirtschaftsjunioren zur Kommunalwahl 2020 waren sieben Vertreter der Stadtratslisten eingeladen, darunter die drei OB-Kandidaten. Foto: Oliver Schikora

Die Sorge vor dem Coronavirus machte sich auch bei der letzten Podiumsdiskussion vor der Stadtrats- und OB-Wahl am Sonntag, 15. März, bemerkbar. Nur gut 100 Gäste waren gekommen, um die Vertreter von sieben Parteien, darunter die drei Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl – Amtsinhaber Sebastian Remelé (CSU), Marietta Eder (SPD) und Holger Laschka (Grüne) – zu sehen und zu hören. Nicht eingeladen waren Vertreter der AfD und der neuen Gruppe "Zukunft./ödp".

Substanziell Neues gab es nicht zu hören, kein Wunder, die Positionen der Kandidaten sind oftmals kommuniziert. Dennoch war es für die Zuhörer amüsant, was vor allem an den persönlichen Details lag, die Moderatorin Marlen Wehner in launiger Manier den Kandidaten entlockte.

Frank Firsching (Linke), Adi Schön (Freie Wähler), Georg Wiederer (FDP), Florian Kohl (proschweinfurt) sowie den OB-Kandidaten entlockte sie in der ersten Fragerunde "Sekt oder Selters" durchaus Dinge, die man dem einen oder anderen gar nicht zugetraut hätte. Dass sich Sebastian Remelé, wenn er einen Wunsch frei hätte, "eine Gebietsreform im Sinne Schweinfurts" wünscht, ist zwar kein allzu großes Geheimnis. Seine Ablehnung von Basecaps ("Das entstellt jeden Menschen") war dann doch überraschend, viel lieber fährt er da auf den Kreuzberg und trinkt ein gutes Klosterbier.

Marietta Eder bevorzugt das i-Pad gegenüber der Zeitung und wünscht sich flächendeckendes Netz für die Digitalisierung. Holger Laschka ist offenbar kein Freund von Fast-Food-Restaurants, dafür bekennender Mighty-Dogs-Sympathisant. Jedenfalls dann, wenn er sich zwischen Eishockey und Fußball entscheiden müsste. Sein Wunsch war ebenfalls interessant: "Mehr Schnee, denn dann hätte ich mit meiner Tochter wie wir früher in Schweinfurt rodeln gehen können."

Welche Angebote haben die Parteien für junge Unternehmer?

Natürlich stand nicht nur Seichtes im Vordergrund, sondern zur Sprache kamen auch Themen, die für die Wirtschaftsjunioren und ihre Mitglieder von Bedeutung sind. So zum Beispiel, wie man das Gründerzentrum GRIBS weiter entwickeln, die Innenstadt beleben, Parkplätze in der Stadt sowie ÖPNV und Arbeitsplätze in der Industrie sichern oder junge Unternehmer unterstützen könnte.

Von den OB-Kandidaten gab es dazu die bekannten Positionen. Der OB erläuterte die Pläne in den Ledward-Kasernen mit Ansiedlung für Start-up-Unternehmen im Stabsgebäude sowie Zusammenarbeit zwischen Fachhochschule, Fraunhofer Institut und Großindustrie. Marietta Eder will "Gastgeberin" sein für einen Industriedialog mit Arbeitgebern, Gewerkschaften und Stadt. Holger Laschka betont, dass es vor allem auf die weichen Standortfaktoren wie Bildung, Kultur und Wohnqualität ankommt, um Fachkräfte in die Stadt zu locken.

Auf Zustimmung traf der Vorschlag von Adi Schön, als Stadt einen Risikokapitalfonds einzurichten, um Gründer zu unterstützen. Georg Wiederer sieht die Verwaltung in der Pflicht, möglichst wenig bürokratische Hürden für Unternehmen aufzubauen, um mehr Freiräume zu ermöglichen. Für Florian Kohl ist es grundsätzlich wichtig, "über den Tellerrand zu schauen, um auch von anderen Städten zu lernen, was die gut machen". Frank Firsching (Linke) verweist darauf, dass Schweinfurt ein "Wälzlagercluster" in Deutschland sei und hebt das Know-How der Fachhochschule hervor. Wichtig sei es, die Entscheider in der Industrie, die FH, die Gewerkschaften und die Stadt an einen Tisch zu bekommen, um den Wandel in der Branche gemeinsam zu begleiten.

Die proschweinfurt-Stadträtin Christiane Michal-Zaiser hatte wegen der möglichen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ihre Teilnahme an der Diskussion abgesagt, da ihr Ehemann Risikopatient ist. Ulrike Schneider kommentierte ihr Fehlen wie folgt: "Ich finde es bemerkenswert, dass ausgerechnet die Wirtschaftsjunioren die Zukunft außer Acht lassen."

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