GEROLZHOFEN

Poetry-Slammer begeistern die Gerolzhöfer

Frederike Jakob aus Erlangen entschied den Poetry Slam in Gerolzhofen für sich. Foto: Dominik Dorsch

Zahlreiche Fans und Kenner der Szene, aber auch viele Neulinge konnte die Leiterin der Stadtbibliothek Gerolzhofen, Brigitte Vogt, zum allerersten Poetry Slam in der Steigerwaldstadt begrüßen. Die Veranstaltung in der oberen Etage der Bibliothek war Teil des Kulturprogramms der Stadt Gerolzhofen anlässlich der Jubiläumsjahre von Reformation und Julius Echter.

Vogt stellte den so genannten Poetry Slam als eine besondere „Dichter-Schlacht“, einen Wettbewerb unter Poeten vor. Diese verfassen ihre Texte selbst und tragen sie ohne Einsatz von Requisiten nur mittels ihrer Stimme vor, unterstützt durch Mimik und Gestik. Sie performen, wie es im Fachjargon der Poetry Slammer heißt.

Thema ausnahmsweise vorgegeben

„Poetry Slam über Gott und die Welt - Du musst dran glauben!“ mit diesem Titel war die Veranstaltung überschrieben. Im Normalfall ist die Themenwahl bei einem Poetry Slam völlig frei, doch diesmal drehten sich die Texte der Künstler tatsächlich allesamt um Glaube, Werte, Gott und die Welt.

Organisiert hatte die Veranstaltung der Schweinfurter Autor Manfred Manger. Durch dessen vielfältiges Wirken entwickelte sich die Kugellagerstadt in den letzten Jahren zu einer Hochburg des Poetry Slams.

Nachdem in Schweinfurt schon seit mehr als zehn Jahre die Poetry-Slam-Reihe „Dichter-Schlachtschüssel“ erfolgreich läuft, freute sich Manger besonders, endlich zum ersten Mal in Gerolzhofen eine solche Veranstaltung ausrichten zu können, wie er in seiner Begrüßung betonte.

Fünf Juroren aus dem Publikum

Er führte durch den Abend und erklärte zu Beginn dem etwa zur Hälfte noch fachunkundigen Publikum das Regelwerk des Poetry Slams. Jeder Slammer hat maximal sechs Minuten Zeit seinen Beitrag zu performen, in zwei Dreiergruppen treten die Dichter gegeneinander an.

Eine fünfköpfige Jury, die zufällig aus dem Publikum ausgewählt wurde, bewertet die Darbietungen mit einer Punktzahl von jeweils 0 bis 10 Punkten. Um Objektivität und Fairness zur gewährleisten, wird stets die höchste und die niedrigste Wertung gestrichen.

Die Zuhörer sind angehalten durch Dauer und Lautstärke von Applaus und Ovationen nach dem jeweiligen Auftritt des Slammers die Jury bei der Punktevergabe zu beeinflussen. Die beiden Sieger der Gruppen treten dann im Finale nochmal mit einem neuen Text gegeneinander an.

Frederike Jakob gewinnt

Manfred Manger konnte sechs hochkarätige Poetinnen und Poeten für die Veranstaltung in Gerolzhofen gewinnen: Pauline Füg (Würzburg), Frederike Jakob (Erlangen), Marco Michalzik (Darmstadt), Peter Parkster (Nürnberg), Sascha Kirchhoff (Dillenburg) und Oliver Walter (Spalt) schafften es allesamt die zahlreichen Besucher mit ihren teils nachdenklichen, traurigen, witzigen, ernsten, schrägen oder märchenhaften Geschichten in ihren Bann zu ziehen.

Den Anfang machte mit Andrea Mihaly-Schuld aus Schweinfurt eine Nachwuchs-Poetin, der es, wie von Manfred Manger erhofft, außer Konkurrenz hervorragend gelang, zu Beginn das Eis zu brechen.

Was danach folgte war ein Feuerwerk der Wortakrobatik, Rock 'n' Roll der Poesie. Die Siegerin des Abends, Frederike Jakob, beschrieb in ihrem emotional vorgetragenen lyrischen Text, ein Leben in Jordanien zwischen Krieg, Gefangenschaft und Hoffnung.

Ovationen der Zuhörer

„Lernt zu leben und zu vergeben“, waren ihre Schlussworte. Im Finale, in das auch Oliver Walter und Peter Parkster punktgleich (27) eingezogen waren, erhielt Frederike Jakob schließlich die lautesten und längsten Ovationen der Zuhörer.

„Entweder du glaubst oder du wirst dran glauben“: Dieser poetische Abend führte durch den Zwiespalt inquisitorischer Drohungen ebenso wie zum Leitsatz von Augustinus‘, „Liebe und tue, was du willst“, so Manfred Mangers Fazit.

Er hofft, dass die Besucher mitnahmen, dass zwischen Verstand und Glauben nicht ewig eine Spaltung bestehen sollte. „Denn dann hat dieser Poetry Slam etwas Respekt in die Welt hinausgetragen. Und Respekt hat diese Welt derzeit bitter nötig“, so der poetische Abschluss des Moderators.

Zum allerersten Poetry Slam in Gerolzhofen kamen zahlreiche Stars der Szene in die Stadtbibliothek. Organisiert und mode... Foto: Dominik Dorsch

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