SCHWEINFURT

„Politik ist Gestaltungswille und persönlicher Einsatz“

Gestaltungswille: Hans Michelbach sprach über seinen politischen Werdegang.
Gestaltungswille: Hans Michelbach sprach über seinen politischen Werdegang. Foto: Zänglein

Vor dem Abiturjahrgang 2015 gab der 1949 in Gemünden in eine Kaufhaus-Familie hineingeborene Vorsitzende der Mittelstands-Union, Hans Michelbach, im Alexander-von-Humboldt-Gymnasium einen Überblick über seine mehr als 30 Jahre als Berufspolitiker.

Von 1982 bis 1998 Bürgermeister seiner Heimatstadt, wurde der ausgebildete Kaufmann 1994 und 1998 über die Liste für den Mittelstand in den Deutschen Bundestag gewählt. „Ich wollte aber größere politische Unabhängigkeit, wollte Bürger vertreten, die mich direkt gewählt haben.“ So begründet er vor den 150 Schülern des AvH seinen Wechsel nach Coburg-Kronach, wo er seit 2002 regelmäßig sein Direktmandat gewinnt. „Ich habe sozusagen als Unterfranke Oberfranken erobert“, berichtet er stolz, „hatte aber viele junge Leute, die mich im Wahlkampf sehr kreativ unterstützten.“

Heute gehört Hans Michelbach zu den einflussreichsten Abgeordneten seiner Partei, der CSU. Als Mitglied des Wirtschafts-, des Haushalts- und des Finanzausschusses, für den er auch als Obmann fungiert, als Mitglied des Fraktionsvorstands sowie als stellvertretender Fraktionsvorsitzender seiner Partei hat er unter anderem den Koalitionsvertrag der heutigen Bundesregierung mit ausgehandelt. „Diesen Vertrag trage ich in meiner Aktentasche stets bei mir“, sagt er, weil er sich dessen Inhalt verpflichtet fühlt.

Der Begriff der Finanzmarktstabilität spiele heute eine wesentliche Rolle. Klare Worte spricht er, wenn er sagt: „Die Banken sind an der Finanzkrise seit 2008 schuld und ich habe seit dieser Zeit 31 Gesetze mitgestaltet und durchgesetzt, mit denen Banken ohne Ideologie an die Leine“ genommen werden. Die Marktfreiheit sei missbraucht worden, im Interesse der Bürger habe die Politik Schadensbegrenzung betreiben müssen.

Auf Nachfrage der Schüler geht der dreifache Familienvater auch auf die Währungsunion ein. „Mit dem damaligen Finanzminister Theo Waigel haben wir viele Sicherungen in das System eingezogen. Leider haben sich einige Länder nicht an die Absprachen gehalten“, klagt er.

Und anders als Spanien, Irland oder die Slowakei habe gerade Griechenland „notwendige Anpassungen bis heute nicht durchgeführt.“ Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise sei ein Ausscheiden Griechenlands aus der Währungsunion aus seiner Sicht unmöglich gewesen. Heute sieht der Politiker dies allerdings als verkraftbar an. „Natürlich wollen wir das nicht. Aber solche Überlegungen stellen wir schon an, weil wir auf alle Eventualitäten vorbereitet sein müssen.“

Am Ende einer ausgedehnten Fragerunde ruft der Politiker seine jungen Zuhörer zu politischem Engagement und zur Übernahme von Verantwortung auf. Christoph Zänglein

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