MAIBACH

Probleme mit Eiern aus der Region

Etikettenschwindel oder nur leicht zu verwechseln? Über diese Frage wird das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit entscheiden.
Etikettenschwindel oder nur leicht zu verwechseln? Über diese Frage wird das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit entscheiden. Foto: Ursula Lux

In jüngster Zeit verzichtet so mancher gerne freiwillig auf sein Frühstücksei. Der Skandal um mit Fipronil belastete Eier schreckt auf. Fipronil ist ein Insektengift und tauchte erstmals in Eiern aus den Niederlanden auf. Inzwischen sind aber auch deutsche Eier betroffen. Der Wirkstoff, der in den Ställen von Legehennen eingesetzt wurde, steht in Verdacht, gesundheitliche Schäden hervorzurufen.

Nicht nur die Verbraucher sind alarmiert. Auch Claudia Lutz-Hub, die Chefin des Geflügelhofs Lutz in Maibach, wurde aufgeschreckt. „Es erschließt sich mir bis heute nicht, warum man solche Insektizide überhaupt einsetzt, die sind doch auch viel zu teuer“, erklärt sie. In ihrem Hof hält sie 11 000 Legehennen in vier Ställen. „Ein kleiner Betrieb“, meint sie. Gifte kämen ihr nicht in den Stall. Wenn ausgestallt wird, werde der Stall gereinigt und desinfiziert und damit hat sich‘s.

Jetzt aber hat sie Angst. Immer wieder bekam sie Mails und Telefonanrufe mit der Nachfrage, ob denn die Eier „Lutz Maibach“ Eier von ihrem Hof seien und man diese unbedenklich weiter verwenden könne. Lutz-Hub hat ein Problem: Ihr Bruder Kilian Lutz verkauft ebenfalls Eier, aber er ist nicht Produzent, sondern Händler. Das heißt, er kauft die Eier woanders ein. Die Chefin des Geflügelhofs hat nun Angst: „Wenn mit diesen Eiern was ist, kann ich meinen Betrieb zumachen.“ Obwohl die Etiketten auffällig unterschiedlich sind, fürchtet sie, dass den Verbrauchern der Unterschied nicht klar ist.

„Ich war in einigen Supermärkten und habe die Angestellten dort gefragt“, erzählt Lutz-Hub, die kannten den Unterschied auch nicht. „Frische Eier aus der Region von Lutz Maibach“, wie das gelbe Etikett verheißt, sind die des Händlers, die meisten Verbraucher aber denken, es seien die Eier ihres Betriebs „geflügeleilutz“.

Durch einen Artikel dieser Zeitung „Keiler Bier muss Etikett ändern“ hofft Lutz-Hub nun eine Handhabe gegen die „Lutz Maibach“-Eier zu haben. In dem Artikel wurde berichtet, dass die Etiketten des Keiler Biers nicht mehr den Eindruck erwecken dürften, das Bier sei in Lohr gebraut, weil dies so nicht mehr stimme. Also, meint Lutz-Hub, dürfe der Händler Kilian Lutz auch nicht mehr auf seine Etiketten schreiben Lutz Maibach, weil dies irreführend sei. Er sei ausschließlich Händler und seine „Billigeier“ kämen „in keinster Weise an unsere Qualitätseier heran“.

Lesen Sie hier eine Stellungnahme von Kilian Lutz

Sie setzte sich diesbezüglich auch schon mit dem Landratsamt in Verbindung. Der dortige Veterinär Hermann Stein erklärt aber, dass dies alles nicht so einfach sei. Er hat die Streitfrage an die Spezialisten vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit weitergeleitet. Wie schnell von dort eine Rückmeldung kommt, kann er nicht abschätzen, „weil es sicher dringlichere Probleme gibt.“

Auf dem Etikett von Kilian Lutz steht „Eier aus der Region“, und das bestätigt der Händler auch auf Nachfrage. Seine Eier kämen aus der Region Main-Rhön, von mittelständischen Betrieben. Das wiederum bezweifelt Lutz-Hub, die bereits Lkw von „Heidegold“, einer Unternehmensgruppe der Lebensmittelindustrie aus Niedersachsen, gesehen haben will.

Der Verbraucher hat allerdings immer die Möglichkeit, selbst nachzuschauen, woher sein Ei kommt. Jedes Ei ist gestempelt. Die erste Ziffer weist auf die Art der Erzeugung hin: ökologisch, Freiland-, Boden- oder Käfighaltung. Die Buchstaben zeigen das Erzeugerland, DE für Deutschland, und die folgende Ziffernfolge den erzeugenden Betrieb.

Unter dieser Internetadresse kann sich jeder selbst überzeugen: www.was-steht-auf-dem-ei.de/index.php

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