SCHWEINFURT

Radtour kritischer Radfahrer

Critical Mass in Rostock: Radfahrer treffen sich bei solchen Aktionen, um auf ihre Interessen hinzuweisen. Foto: thinkstock

Vor einem Vierteljahrhundert hat sich in San Francisco erstmals eine Gruppe Radfahrer unter dem Begriff „Critical mass“ (kritische Masse) zusammengefunden. Diese Treffen haben sich weltweit etabliert. In Schweinfurt gab es 2015 einen ersten Versuch. „Critical mass“ schlief dann allerdings schnell wieder ein, soll nun aber wiederbelebt werden.

Critical Mass organisiert sich eigentlich alleine

Bei diesen Treffen finden sich Radfahrer scheinbar zufällig und unorganisiert zusammen, um mit ihren gemeinsamen Fahrten durch ihre Innenstädte auf die Belange und Rechte der Radfahrer gegenüber dem Autoverkehr und der Politik aufmerksam zu machen. Ziel ist eine bessere Rad-Infrastruktur und mehr Platz für die Radfahrer.

Critical Mass organisiert sich eigentlich selbst, wenngleich bei der Wiederbelebung der Aktionsform am 30. September 2016 einige Akteure mithelfen. Offiziell gibt es aber keinen Verantwortlichen, wenngleich sich der Schweinfurter Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs zu einer Begrüßung bereit erklärt.

Treffpunkt zur Wiedebelebung ist am Marktplatz und dann wird durch die Stadt geradelt

Treffpunkt ist am nächsten Freitag um 18 Uhr auf dem Marktplatz. Die Rechtmäßigkeit ist das zufällige Zusammentreffen möglichst vieler Radfahrer. Bei mehr als 16 Personen entfällt die Radwegbenutzungspflicht, weil es dann um einen so genannten geschlossenen Verband handelt. Das heißt auch: Die Gruppe gilt als ein Fahrzeug und kann gemeinsam beispielsweise eine Kreuzung noch überqueren, auch wenn die Ampel zwischenzeitlich auf rot umschaltet.

Auslöser für die Wiederbelebung in Schweinfurt ist die nicht ausreichende Förderung des Radverkehrs in Schweinfurt, wie es in einem Aufruf heißt. Als Negativbeispiele werden darin zeitlich erneut verschobene Radwegeprojekte, Hindernisse auf Radwegen und im Nichts endende Radwege genannt.

Das selbtbewusste Motto lautet: Wir sind der Verkehr!

Das Motto der Aktion lautet „Wir sind der Verkehr!“. Hingewiesen wird auch auf ein paar einzuhaltende Regeln: Die Gruppe bleibt kompakt beisammen; alles bleibt friedlich; man lässt sich durch aggressive Autofahrer nicht provozieren; der Verkehr wird nicht absichtlich gestört. Es gehe nicht um Verkehrsbehinderung anderer, sondern darum, „sich als nicht motorisierter Verkehrsteilnehmer ein Stück öffentlichen Lebensraumes – nämlich die Straße – zumindest zeitweilig zurückzuerobern“, heißt es im „Aufruf an Sympathisanten“.

Gerade vor der Winterzeit solle ein deutliches Zeichen gesetzt werden, weshalb sich eine möglichst großer Zahl Radfahrer „spontan und zufällig“ auf dem Marktplatz treffen, um danach als „geschlossene Gruppe gemeinsam und legal auf der Straße durch die Stadt zu radeln“. Dadurch werde auf die Belange der Radfahrer aufmerksam gemacht.

Die Gruppe der Wiederbeleber hofft auf mehr als 200 Radfahrer. „Unbedingt mit Fahrrad kommen, Freunde und Familie mitbringen und mitfahren,“ lautet der Appell. Künftige Cricital Mass Aktionen sind immer am letzten Freitag eines Monats um 18 Uhr geplant, Treff. Marktplatz.

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