Brünnstadt

Raiffeisenbank will ihre Liegenschaft verkaufen

In der Bürgerversammlung in Brünnstadt kamen die Verkaufspläne der Raiffeisenbank zur Sprache.
In der Bürgerversammlung in Brünnstadt kamen die Verkaufspläne der Raiffeisenbank zur Sprache. Foto: Stefan Polster

Bei der Bürgerversammlung in Brünnstadt stellte sich Bürgermeister Herbert Fröhlich zusammen mit seinem Gemeinderat den Wünschen und Bedürfnissen der Ortsbevölkerung. Mit 44 Bürgern war die Versammlung gut besucht.

Der langjährige ehemalige Gemeinderat Hermann Ruß meldete sich als letzter Fragesteller zu Wort und ließ mit seiner Neuigkeit in der sonst ruhig verlaufenen Bürgerversammlung die Stimmung nochmals hochkochen. Er berichtete, dass die Raiffeisenbank Frankenwinheim sich von ihrer Liegenschaft in Brünnstadt trennen wolle. Diese umfasst eine Scheune mit angebauter Lagerhalle und davor eine große Freifläche. Aktuell ist die Lagerhalle vermietet und die Scheune wird als Unterstellhalle, Lagerraum und für das beliebte Ochsenfest benutzt.

Ruß appellierte sowohl an die Gemeinde Frankenwinheim wie auch an die Raiffeisenbank Frankenwinheim, stellvertretend an den zweiten Bürgermeister Otto Kunzmann, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Raiffeisenbank ist, die Liegenschaft für die Gemeinde zu sichern. Einerseits sieht er eine der wenigen Veranstaltungen im Ortsteil Brünnstadt in Gefahr, auf der anderen Seite sollte die Gemeinde schon alleine deswegen Interesse haben, da die Zuleitung der Abwasserkanäle durch den Raiffeisenplatz geht und die Glascontainer hier platziert sind. Auch die gerade anstehende Sanierung der Kläranlage mit Stauraumkanälen tangiert diesen Platz. Er sähe es als unverantwortlich an, sagte Ruß, wenn die Gebäude und der Platz in Privathand gehen würden. Dann solle das Gelände lieber in den Händen der Raiffeisenbank bleiben. Offen wäre hier aber, was passiert, wenn die angedachte Fusion mit Volkach-Wiesentheid-Kitzingen zustande kommt.

Bürgermeister Herbert Fröhlich verwies darauf, dass er sich aus der Angelegenheit wegen privater Befangenheit heraushalten werde. Sein Sohn tritt als Interessent für die Liegenschaften auf.

Otto Kunzmann erteilte dem Ansinnen von Hermann Ruß eine Abfuhr, das Anwesen für einen symbolischen Preis an die Gemeinde zu verkaufen, da er als Aufsichtsratsvorsitzender alle Genossen zu vertreten habe und man zumindest einen angemessenen Preis verlangen müsse. Er schlug vor, die Vereine in Brünnstadt könnten ja für ihre Feste eine eigene Lösung suchen, bei der die Gemeinde sicherlich einen Beitrag dazu leisten werde. Von der Idee, das Raiffeisen-Anwesen für die Gemeinde zu kaufen, waren einige Gemeinderäte offenkundig wenig begeistert. Die Brünnstädter Bürger aber erhoffen für ihren Ortsteil eine Lösung durch die Gemeinde, was sie lautstark zum Ausdruck brachten.

Die Vereinsvorstände haben noch einen gemeinsamen Termin mit den Vorständen der Raiffeisenbank. Hermann Ruß zeigte sich im Verlauf der Diskussion von Otto Kunzmann enttäuscht. Er sieht auch keinen Sinn darin, mit dem Erlös der Liegenschaft die Raiffeisenstiftung aufzustocken, und meinte, bei dem aktuellen Zinsniveau gäbe es für die Stiftungs-Nutznießer eh wenig Ausschüttung. Brünnstadt benötige eine zukunftsträchtige Lösung, sein Appell solle im Vorfeld wachrütteln.

Martin Mauer sprach die Mängel am Feuerwehrhaus an, vor allem nasse Mauern und die zu kleine Einfahrt machen der Wehr zu schaffen. Hier müsse die Gemeinde mittelfristig für Abhilfe sorgen und dabei wäre, wie ein weiterer Bürger anmerkte, auch die Raiffeisenhalle eine Möglichkeit.

Auch in diesem Jahr wurde die zähe Sanierung der Kläranlage angesprochen, hier fügte Bürgermeister Fröhlich an, dass die Gemeinde ihre Hausaufgaben gemacht habe und die Sache nun schon wieder im Wasserwirtschaftsamt liege und von dort keine Bewertung der eingereichten Unterlagen komme.

In diesem Zusammenhang bemängelte man auch die hohen Kosten von Frischwasser und Abwasser. Beim Abwasser schlagen in Brünnstadt vor allem die hohen Kosten für die Klärschlammbeseitigung zu Buche, wie zweiter Bürgermeister Kunzmann bemerkte.

Ein Bürger bemängelte bei Festen im Ort die fehlenden Toilettenwägen. Hier waren viele Brünnstädter sich einig, dass die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in der Alten Schule und der Kirche ausreichend sind.

Das Zahlenwerk wurde analog der Bürgerversammlung in Frankenwinheim den Brünnstädter Bürgern durch Bürgermeister Herbert Fröhlich vorgestellt, darüber wurde in der Main-Post bereits berichtet.

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