SCHWEINFURT

Reformationstjubiläum: Sich Gottvertrauen ins Herz singen

Regionalbischöfin Gisela Bornowski beim Festgottesdienst zum Reformationstag in St. Johannis. Foto: anders

Man konnte sich näher kommen, beim Festgottesdienst zum Reformationstag in St. Johannis. Das liegt nicht nur am Empfang nach dem Gottesdienst, sondern auch am geduldigen Zusammenrücken in den Bänken. Und am Platzsuchen, freundlich angeleitet von Leuten, die noch irgendwo eine Lücke in den Reihen erspäht haben und einen hindirigieren. Die Kirche ist rappelvoll, sogar auf der Empore geht es eng zu.

Schöne Einstimmung auf den Feiertag, in dem es auch um eine besondere, in den 500 Jahren seit Luthers Thesenanschlag nicht unbedingt selbstverständliche Nähe geht: Die zwischen Katholiken und Protestanten. „Wir sind längst hinweg über konfessionelle Feindbilder, leben in einem ökumenischen Zeitalter“, freut sich Regionalbischöfin Gisela Bornowski.

Gemeinsamkeit zwischen den Konfessionen

Die Gemeinsamkeit zwischen den Konfessionen spricht auch Dekan Oliver Bruckmann an. „Wir sind unterwegs, aber nicht am Ziel“, sagt er. Er sieht aber noch eine weitere Nähe: Kirche und Politiker stünden gemeinsam in der Verantwortung für die Politik. Zum Thema Verantwortung, dem was in der Welt los ist, passt dann auch die Bergpredigt, gelesen von Wiltrud Wößner.

Manche sagen, es gäbe eigentlich nichts zu feiern an diesem Gedenktag. Schließlich habe Luther die Kirche gespalten, meint Gisela Bornowski. Sie sieht das anders. „Wir feiern! Und zwar die wunderbare Entdeckung des Evangeliums durch Martin Luther. Auch wenn es ziemlich lange gedauert habe: Die Reformation habe auch dazu geführt, dass es Pfarrerinnen und Bischöfinnen gibt.

Die Suche nach einem gnädigen Gott

Am Reformationstag fehlt natürlich ein Lied nicht: Ein feste Burg ist unser Gott. 1528 soll es Luther geschrieben haben. In einer schweren Zeit, getrieben von Zweifel, Ängsten, Schuldgefühlen, umgeben von der Pest, erzählt Bornowski, die den Choral zum Predigthema macht. Luther singt sich Gottvertrauen ins Herz, sagt sie. Er will vor allem die angstmachende Kirche reformieren, sucht einen gnädigen Gott.

„Lass Dich nicht von Verzweiflung beherrschen. Es gibt Lebensgewissheit“, ist für die Bischöfin der Kern des Textes. Auf die Predigt hat die Erweitere Kantorei unter Andrea Balzer mit dem Kammerorchester Pfaffenhofen und den Sängern Inga Hansen, Carolin Cervino, Andreas Klinger, Sven Fürst und Trompeter Johannes Mauer mit Bachs Kantate „Ein feste Burg ist unser Gott“ feierlich und ergreifend eingestimmt.

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