SCHWEINFURT

Robert Weissenbachers Sicht der Welt

Robert Weissenbacher in der Kunsthalle vor dem Porträt „Samia“.
Robert Weissenbacher in der Kunsthalle vor dem Porträt „Samia“. Foto: Josef Lamber

Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte Robert Weissenbacher im Schweinfurter Tagblatt. Sein Vater hatte eine kleine Zeichnung des Neunjährigen an die Redaktion der Kinderseite geschickt. Robert Weissenbacher hatte einen Blutsauger und einen Hund gezeichnet. Beide begegnen uns jetzt wieder, „Neubetrachtung“ hat er das großformatige Bild in Blau- und Brauntönen genannt, das für ihn dafür steht, „wie schau' ich auf mich, auf mein Leben?“

Mit der Ausstellung „Der König ist tot – lang lebe der König“ an zwei Orten – in der Sparkassengalerie und in der Kunsthalle – ist der in München lebende Maler in seine Heimatstadt zurückgekehrt.

Von Gustav Wölkl beeinflusst

Hier wurde er 1983 geboren, hier hat er das Humboldt-Gymnasium besucht und über Gustav Wölkl zur Malerei gefunden. Dessen Einfluss ist unverkennbar, bewegt sich Weissenbacher doch auch in einer surrealistischen Welt voller Uneindeutigkeiten, die den Betrachter zwingt, sich einen eigenen Zugang zu den Bildern zu suchen. Er inspiriert dazu, die Welt neu zu sehen.

Schweinfurt ist er immer verbunden geblieben. Er hat in der damaligen Weingalerie 2010 ausgestellt, war 2015 beim Kunst-Karree und 2013 in der großen Ausstellung des KulturPackts im Spitalseebunker dabei.

Dort hat ihn Oberbürgermeister Sebastian Remelé „entdeckt“ und sich diese Ausstellung ausdrücklich gewünscht, wie er bei der Eröffnung sagte.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Der Titel der Ausstellung steht für den Moment, in dem sich in der französischen Monarchie mit der Übertragung der Krone Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft begegnen. Das ist sein Thema, die Veränderungen in sich, im Außen.

Seine Inspiration sammelt Weissenbacher in der Literatur, im Film und im Theater. Die Filmkomödie „Zur Sache Schätzchen“ ist ihm Anstoß für eine ironisch-spielerische Interpretation.

Intensiv setzt sich Weissenbacher auch mit der Vergänglichkeit auseinander, wenn er einer Frau beim Tanz die Flügel eines Engels wachsen lässt, oder in „Erinnerung“ dem Rückenakt einer jungen Frau ein Skelett gegenüberstellt, von dem anscheinend nichts Bedrohendes ausgeht.

Das Motiv der Maske, jemand zu sein, der man nicht ist, oder der man nicht sein kann, taucht in vielen Bildern auf, nimmt in „O.T. Meine Masken.“ den gesamten Bildraum ein.

Kräftige Pinselstriche

Damit ist der Besucher in der Galerie² der Kunsthalle angelangt, wo die Brillanz und der Farbenreichtum seiner Bilder besonders gut zum Ausdruck kommen. Dort stehen sich drei Porträts und zwei abstrakte Farbräume gegenüber. „Sophia“ und „Samia“ sind die Bilder zweier Freundinnen, das Ergebnis genauer Beobachtungen, einmal die In-Sich-Gekehrte, Schutzbrauchende, dann die Andere, die Extrovertierte, den Betrachter direkt Anschauende.

In „Erdung“ und „Ankündigung“ lässt Weissenbacher seinen Emotionen freien Lauf. Die Energie, die Kraft, mit der er seine Pinselstriche setzt, ist für den Betrachter beinahe physisch spürbar. Das Figürliche löst sich fast völlig auf, eine Tendenz, die in vielen Arbeiten bereits erkennbar scheint.

Die Ausstellung ist bis zum 17. September zu den üblichen Öffnungszeiten der Sparkasse und in der Kunsthalle dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, am Donnerstag bis 21 Uhr zu sehen. Ein Katalog ist erschienen.

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