SCHWEINFURT

Russen steigen beim Brauhaus ein

Das krisengeschüttelte Brauhaus kommt in russische Hände. In einer Betriebsversammlung hat am Donnerstag der vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Hermann die 38 Mitarbeiter des Brauhauses darüber informiert, dass das Unternehmen gerettet werden konnte und der Betrieb weitergeht. Sie werden zu den bisherigen Konditionen weiterbeschäftigt.

Hinter dem Käufer steht nach Angaben des Insolvenzverwalters eine russische Brauerei, die erstmals in Westeuropa investiert. Das Familienunternehmen habe angekündigt, in erheblichem Umfang Geld in den in die Jahre gekommenen Maschinenpark zu stecken.

Der Investor erwirbt auch das Brauereigelände, das nicht zur Insolvenzmasse gehört. Davon hatte er den Kauf abhängig gemacht, der dem Vernehmen nach bis zuletzt auf Messers Schneide stand. Die Alternative wäre die Zerschlagung des Unternehmens gewesen, da andere Interessenten – im Wesentlichen größere Brauereien – nur den Kundenstamm und einzelne Geräte haben übernehmen wollen, teilt Insolvenzverwalter Stefan Hermann mit.

Der Einstieg des Investors sei als Riesenerfolg zu werten. Dieser sei auch der Treue der Kunden zu verdanken, die in der schwierigen Zeit zum Brauhaus standen.

Die Brauerei hatte Ende des letzten Jahres ihre Zahlungsunfähigkeit angemeldet, gleichzeitig jedoch den Betrieb fortgeführt. Das vom Arbeitsamt gezahlte Insolvenzgeld läuft Ende des Monats aus.

Das 1858 gegründete Brauhaus war 2010 von dem früheren EDEKA-Manager Heinrich Weck als Gesellschafter und Geschäftsführer übernommen worden. Als Ziel formulierte er damals eine deutliche Steigerung der Qualität und die Verbesserung des Vertriebs. Die Produktion wollte er verstärkt an ökologischen Grundsätzen ausrichten und mit den lokalen Mitbewerbern gegen die überregional agierenden „Fernsehbiere“ Stellung beziehen.

Wie Hermann Anfang Januar erklärte, schrieb das Unternehmen, das in seinen besten Zeiten, in den 80er-Jahren, 120 Mitarbeiter hatte, bereits bei der Übernahme rote Zahlen. Erheblicher Investitionsbedarf in den veralteten Maschinenpark hätte das Ergebnis zusätzlich belastet.

Schlagworte

  • Schweinfurt
  • Karl-Heinz Körblein
  • Arbeitsämter
  • Brauereien
  • Insolvenzverwalter
  • Krisen
  • Rettung
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
5 5
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!