Schweinfurt

SJR-Express: Die Demokratie kommt auf zwei Rädern

Heuer kein Kultival und auch das Zeltlager am Bauersberg in reduzierter Form. Der Stadtjugendring kann nicht alles leisten, was er möchte, und er steht vor großen Aufgaben. 
Frische Ideen der jungen Leute für ihre Stadt und eine neue SJR-Geschäftsführerin. SJR-Vorsitzender Christian Starodub und Sandra Glaser, die nun die Geschäfte des Stadtjugenringes führt, vor dem Anhänger des SJR-Express. Das Lastenfahrrad samt (Sofa)Anhänger ist in der Stadt unterwegs, um jungen Leuten die Gelegenheit zu geben ihre Wünsche und Vorstellungen vom "Leben in Schweinfurt" zu formulieren. Foto: Helmut Glauch

Austausch, Netzwerken, Jahresplanung vorstellen, miteinander in Verbindung bleiben. So in etwa lässt sich zusammenfassen, was sich so tut, wenn die Mitglieder des Stadtjugendringes (SJR) sich zum Jahresauftakt in der Rathausdiele treffen. Neben Stadträten und Vertretern aus den dem SJR angegliederten Vereinen und Verbänden, waren auch Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) und sein Mitbewerber um das Amt des  Oberbürgermeisters,  Holger Laschka (Bündnis 90/Die Grünen), zum Neujahrsempfang gekommen.      

Elias Bretscher, bekannt als Gitarrist aus dem Kreisverkehr, lieferte den musikalischen Rahmen, ein afrikanisches Buffet das kulinarische Gerüst. Remelé ging in seinem Grußwort noch einmal auf das Landesturnfest ein, an dessen Umsetzung auch der Stadtjugendring beteiligt war. "Kaum eine andere Veranstaltung hat mehr Wir-Gefühl in der Stadt erzeugt, in Erinnerung bleibt das positive Erstaunen der Gäste über die Schönheit unserer Stadt".   

Feriencamp am Bauersberg – Angebot auf zwei Wochen geschrumpft 

Ein anderes, längst zur Tradition gewordenes Event, das Feriencamp am Bauersberg, das auch vom Stadtjugendring organisiert und betreut wird, kann dagegen nur noch in reduzierter Form angeboten werden. "Haltet mir diese Einrichtung hoch", appellierte der OB an die Versammelten. Es wird immer schwerer, ausreichend Betreuer zu finden, lediglich zweimal eine Woche (vom 26. Juli bis zum 1. August und vom 1. August bis zum 7. August) wird heuer gecampt. "Viele Kinder kommen gar nicht mehr raus ins Grüne, erleben kaum noch den freien Nachthimmel", so der OB. Deshalb sei es wichtig, solche Angebote wie am Bauersberg am Leben zu erhalten.      

Gut angelaufen ist das SJR-Projekt. Mit Lastenfahrrad und Sofa im Anhänger ist der Express in Schweinfurt unterwegs. Halt gemacht wird dort, wo Jugendliche sind, sei es in Schulen, Jugendeinrichtungen oder auch in Fußgängerzonen und Stadtgalerie. Die jungen Leute können auf dem Sofa Platz nehmen und sagen, wo sie der Schuh drückt. So werden Ideen und Wünsche der Jugend in Bezug auf ihre Stadt gesammelt und sowohl analog auf Papier, aber auch digital im Internet veröffentlicht. "Der SJR-Express bringt Ideen, Meinungen und Wünsche dorthin, wo sie gehört werden", so der derzeitige Vorsitzende des Stadtjugendringes, Christian Starodub.     

Appell für kommunalpolitisches Engagement junger Menschen

Der SJR-Express, ein Weg der demokratischen Meinungsäußerung, auch für junge Leute, die aufgrund ihres Alters noch nicht wählen dürfen. Wer das Wahlalter erweicht hat, so OB Sebastian Remelé, sollte sich Gedanken darüber machen, wie er sich in dieser Demokratie einbringen kann. In den unterschiedlichen Parteien, in den Gremien, überall fehle es an jungen Leuten. "Wenn es nicht gelingt dass mehr Jugendliche in die Parteienlandschaft hineinwachsen, wird die  Demokratie Schaden nehmen", so seine Überzeugung. Deshalb, so sein Appell im Hinblick auf die anstehende Kommunalwahl, "Geht zur Wahl, macht mit bei den Parteien".    

Austausch und Netzwerke pflegen. Beim Neujahrsempfang des Stadtjugendringes in der Rathausdiele, kommen die Verantwortlichen der verschiedenen Mitgliedsverbände miteinander ins Gespräch. Foto: Helmut Glauch

Auch SJR-Vorsitzender Christian Starodub ging noch einmal auf das Erfolgsmodell SJR-Express ein, das auch im Jahr 2020 weitergeführt wird und dessen Finanzierung gesichert ist. "Im positiven Sinne überrascht" sei man von den Ergebnissen der Befragungen derjenigen, die  auf dem Sofa Platz nahmen. Durchaus konstruktive Vorschläge wurden da gemacht, von denen eine ganze Reihe in Sprechblasen-Form auf dem Anhänger nachzulesen waren. Mehr Mülleimer, mehr Grün, mehr Freizeitangebote, mehr frei zugängliche Fußballplätze, so einige der Forderungen junger Schweinfurter an ihre Stadt. 

Betreuer zu finden wird immer schwerer 

Der Stadtjugendring selbst ist noch auf der Suche nach Betreuern für das Feriencamp am Bauersberg. Nicht zu stemmen ist heuer der interkulturelle Kinder- und Jugendtag "Kultival". 2020 fällt es aus, im kommenden Jahr soll es aber auf jeden Fall wieder durchgeführt werden, so Starodub. Gefunden hat man dagegen eine neue SJR-Geschäftsführerin. Sandra Glaser ist die Nachfolgerin von Michaela Damm-Zehe, die sich neuen Aufgaben widmet. Mit Benedikt Kirchner (evangelische Jugend) wurde eine Lücke in der Vorstandschaft geschlossen, Tobias Freibott ist nun ständiger Stellvertreter von Christian Starodub.     

Intern, so ließ Starodub durchblicken, sei in diesem Jahr einiges an Arbeit zu leisten. "Der SJR muss sich heuer neu aufstellen, das Fundament dafür muss gebaut werden". Auch die notwendige Überarbeitung der Zuschussrichtlinien muss angegangen werden. Wie das alles konkret aussieht, wird bei der Frühjahrsvollversammlung am 23. April zur Sprache kommen. 

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