SCHWEINFURT

SPD-Empfang: Im Wettbewerb der Zentren bestehen

Klare sozialdemokratische Worte zu den wichtigen Themen in Bayern, dem Bund und der Stadt Schweinfurt fanden beim SPD-Sommerempfang Landtagsabgeordnete Kathi Petersen, Stadtrats-Fraktionsvorsitzender Ralf Hofmann und die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Marietta Eder. Foto: Oliver Schikora

So rein wettermäßig gesehen war es ein sehr guter Plan der Schweinfurter SPD, auf den Neujahrsempfang zu verzichten und stattdessen einen Sommerempfang im VIP-Zelt des FC 05 Schweinfurt auf dem Areal des Willy-Sachs-Stadions auszurichten.

Bei sommerlicher Wärme, anregender Musik von Selly und Mad Bob sowie kulinarischen Experimenten wie dunkelroter ungarischer Obstsuppe mit Kirschgeschmack und Blätterteigtaschen galt der Dank vor allem den vielen geladenen ehrenamtlich Tätigen aus verschiedenen Vereinen.

Landtagsabgeordnete Kathi Petersen, der Fraktionsvorsitzende der SPD im Stadtrat, Ralf Hofmann, und die stellvertretende SPD-Landesvorsitzenden Marietta Eder bezogen bei zentralen landes- und bundespolitischen Themen, die derzeit im Gespräch sind, klare sozialdemokratische Positionen, die teils mit viel Beifall bedacht wurden. Besonders diese Bemerkung von Marietta Eder zum Thema Flüchtlingspolitik und rechten Parolen: „Wir stehen für Menschlichkeit. Lasst uns allen den Kampf ansagen, die das nicht wollen“, erklärte Marietta Eder, die auch bei Schweinfurt ist bunt engagiert ist, unter großem Applaus.

Von Bildung bis Kinderarmut

Kathi Petersen betonte, wie wichtig das Thema Bildung heutzutage in jeder Hinsicht sei. „Es ist nicht nur ein Mittel gegen Dummheit“, stellte sie lakonisch fest, „sondern Bildung hilft zur Orientierung in der Welt.“

Ein wichtiges Thema für Eder und Petersen ist der Wohnraum-Mangel, der auch im Stadtrat immer wieder eine Rolle spielt. Während CSU und Verwaltung stets auf den großen Bestand der SWG verweisen und die niedrigen Durchschnittsmieten von unter fünf Euro pro Quadratmeter, fordert die SPD seit Jahren deutlich mehr Sozialwohnungen in der Stadt.

Von Nullfünfer-Historie beseelt

SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Hofmann ist bekannt für sein Herz für die Kunst und Musik als Vorsitzender des Kunstvereins und Mit-Erfinder des Honky-Tonk-Festivals. Seine fußballerischen Schwärmereien für den FC 05 waren dagegen wahrscheinlich den wenigsten Gäste bekannt. Beim Blick auf die alten Pokale und Plakate mit Anderl Kupfer drauf, wurde Hofmann fast nostalgisch, erinnerte sich an seine Jugend, die er im Sachs-Stadion damit verbrachte, den Nullfünfern beim Fußballspielen zuzuschauen in den 1960er und 70er Jahren, als der Verein lange in der Oberliga oder der Zweiten Liga Süd spielte und sogar ans Tor der 1. Bundesliga klopfte. Mit dabei Gert Brunnhuber, „mein Idol“.

Sein Ausflug in die glorreiche Vergangenheit der Grün-Weißen brachte Hofmann zur Zukunft des von Markus Wolf geführten Vereins. Die ist nämlich gut, in der kommenden Saison könnte der Aufstieg in die Dritte Liga möglich sein. Die Rückkehr ins Profigeschäft würde die Stadt als Eigentümer des Sachs-Stadions wegen des nötigen Umbaus auf den Plan rufen, weswegen Ralf Hofmann seinen CSU-Kollegen mit ihrem Antrag für eine Machbarkeitsstudie für einen Stadion-Umbau (wir berichteten exklusiv) sogar Lob zollte. Man werde das „unterstützen“ und sogar weitergehen, indem auch der Fall geprüft werden soll, wo man ein neues Stadion bauen könnte, sollte ein Umbau des Hauptfeldes mit Haupttribüne nicht möglich sein.

Wider die gesellschaftliche Verrohung

Hofmann plädierte dafür, gerade in der Kommunalpolitik „weiter dafür zu kämpfen, dass die Menschen Demokratie nicht als selbstverständlich sehen.“ Die SPD habe gute Erfahrungen mit ihrem neuen Format „erfrischend denken“ gemacht, einer Internetseite, auf der die Bürger Live-Diskussionen mit Politikern und Experten führen können, die nächste am 9. Juli ab 18 Uhr zum Thema Bildung.

Dass sich Schweinfurt auf einem guten Weg befindet, sieht die SPD auch als ihr Verdienst. „Mutig und seriös sind kein Widerspruch“, forderte Hofmann mehr Dynamik im CSU-geführten Rathaus. „Wir müsse den Wettbewerb der urbanen Zentren aufnehmen“, so der SPD-Chef. Vor allem beim Thema Stadtmarketing müsse man viel mehr tun als bisher.

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