Schweinfurt

SWG glänzt mit guten Zahlen

Die Stadt- und Wohnbau GmbH ist eine der größten unterfränkischen Wohnbaugesellschaften und eine der profitabelsten. Welche Projekte für die nächsten Jahre geplant sind.
Im Herbst diesen Jahres ist Spatenstich für den Bau des ersten von vier Mehrfamilienhäusern der SWG im neuen Stadtteil Bellevue.  Foto: Oliver Schikora

Viele Städte haben hübsche Töchter, sprich profitable Tochtergesellschaften wie Stadtwerke oder andere Dienstleister. In Schweinfurt sind diese Töchter aber doch meist noch ein bisschen hübscher als anderswo, zumindest wenn man die Zahlen zu Rate zieht, die regelmäßig bei der Vorstellung der Bilanzen von städtischer Wohnbaugesellschaft SWG, Leopoldina-Krankenhaus oder Stadtwerke im Raum stehen. Im Hauptausschuss gab SWG-Geschäftsführer Alexander Förster Auskunft. Er hatte wie immer positive Zahlen zu verkünden.

Die SWG ist mit 4868 Wohnungen (300 688 Quadratmeter Wohnfläche), 81 gewerblichen Einheiten (28 866 Quadratmeter), 1263 Garagen und 1381 Kfz-Abstellplätzen/Carports eine der größten Wohnungsbaugesellschaften in Unterfranken. Die Bilanzsumme 2018 ist auf 168,6 Millionen Euro (plus 3,9 Millionen Euro gegenüber 2017) gestiegen, der Gewinn fiel mit 2,1 Millionen Euro höher aus,  als prognostiziert und wird satzungsgemäß nicht in den städtischen Haushalt überführt, sondern in die Rücklagen, um weiter auf dem hohen Niveau wie bisher investieren zu können.

Einer der Renovierungsschwerpunkte der SWG im Jahr 2019 ist das Punkthaus in der Max-Kaiser-Straße 17. Foto: Oliver Schikora

Die Investitionen in den Bestand der Häuser sind 2018 gestiegen. 11,6 Millionen Euro stehen in der Bilanz, ein Jahr davor waren es noch 8,4 Millionen. Instandhaltung und Modernisierung halten sich in etwa die Waage. Förster ging auf einige ausgewählte Neubau-Projekte ein. In der Ludwigstraße 11 im Herzen des Gründerzeitviertels wurde das bestehende Gebäude mit zehn Zwei-Zimmer-Wohnungen abgerissen und neu gebaut. Es hat jetzt vier 2-Zimmer, vier 3-Zimmer, eine 4-Zimmer und eine Loft-Wohnung, was der Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt besser entspreche. Bezug des Neubaus ist im August.

Punkthäuser am Bergl wieder komplett vermietet

Abgeschlossen ist die Sanierung der so genannten Punkthäuser am Bergl. In der Herrmann-Barthel-Straße 62 sind alle Wohnungen im Mai 2018 wieder vermietet gewesen, im daneben stehenden Gebäude Nummer 64 ist man mit der millionenschweren Sanierung fast fertig, Bezug der renovierten Wohnungen ist im Oktober. Auch hier ist wieder eine Komplett-Vermietung gelungen. Förster betonte, man habe fast keinen Mieter, der im Rahmen einer Sanierung die SWG verlasse. Das Vermietungsteam biete Übergangswohnungen an, in denen man bleiben kann oder in die renovierte Wohnung zurück geht.

Bei den Punkthäusern wurde nicht nur energetisch saniert und die Haustechnik auf den neuesten Stand gebracht, sondern man ist mit einer elektronischen Schließanlage für Haus- und Wohnngstür sowie Briefkästen ebenso auf dem neuesten Stand wie mit einem digitalen schwarzen Brett mit aktuellen Infos für Mieter oder Busfahrplänen. Außerdem hat man eine so genannte Renz-Box aufgebaut, bei der alle Paketzusteller Pakete zum Abholen einlagern können, wenn der Kunde nicht zu Hause ist.

Im neu gebauten Haus in der Ludwigstraße 11 ziehen im Sommer die ersten Mieter ein. Foto: Oliver Schikora

In diesem Jahr steigen die Investitionen noch einmal auf 13,6 Millionen. Die Sanierung des dritten Punkthauses in der Max-Kaiser-Straße 17 hat begonnen, hier ist Bezug im April 2020. In der Ludwigstraße 31 werden im Moment die Aufträge für den Abriss vergeben, im Sommer soll der Neubau von 14 Wohnungen beginnen, Bezug ist im Herbst 2020.

Ein neuer Schwerpunkt für die nächsten Jahre ist der Stadtteil Bellevue. Direkt am Eingang vom Kennedy-Ring kommend hat die SWG vier Grundstücke, auf denen insgesamt 47 frei finanzierte Mietwohnungen sowie 74 öffentlich geförderte Mietwohnungen und eine Gewerbeeinheit in vier Gebäuden entstehen. Abgeschlossen sein soll das Projekt 2022, Spatenstich für das erste Haus ist bereits dieses Jahr, im Herbst.

SPD sieht Renovierungsbedarf bei Häusern im Musikerviertel

SPD-Stadtrat Peter Hofmann erklärte in der Diskussion, man habe bei den Tür-zu-Tür-Veranstaltungen der SPD im Musikerviertel teilweise in schlechtem Zustand befindliche SWG-Wohnungen gesehen. "Da herrscht doch erheblicher Renovierungsbedarf, teilweise muss man auch von Ghetto-Bildung sprechen." Alexander Förster wies, wie auch Oberbürgermeister Sebastian Remelé, diese Einschätzung von sich. Von einem Ghetto könne im Musikerviertel keine Rede sein, prekär sei die Wohnlage auch nicht, so Förster. Er sei überrascht von Hofmanns Einschätzung, denn das Vermietungsteam der SWG kümmere sich intensiv um funktionierende Hausgemeinschaften. Im Renovierungsplan der SWG sind Häuser im Musikerviertel ohnehin nicht vor 2024 vorgesehen.

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