SCHWEINFURT

Schlauchbootrennen: Vergeblicher Kampf gegen die Fluten

Das 8. Rotarian Schlauchbootrennen wurde wegen starker Strömung abgesagt. Trotzdem ließen sich die Teilnehmer den Spaß nicht nehmen.
Das 8. Rotarian Schlauchbootrennen wurde wegen starker Strömung abgesagt. Trotzdem ließen sich die Teilnehmer den Spaß nicht nehmen. Foto: Anand Anders

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Schlauchbootrennen abgesagt

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„Liebe Leute, es tut mir leid, dass ich Euch die Nummer versaut habe“, sagt Günther Ruf, Vertreter des Wasser- und Schifffahrtsamtes, zu den Teamchefs. Das „Rotarian Rowdy River Raft Race“ 2016 ist gerade eben ins Wasser gefallen, ob der angespannten Hochwasserlage. Das Risiko für Leib und Leben sei einfach zu groß, so Ruf. Der Grund: Der Starkregen tags zuvor und die entsprechend gefährliche Strömung, Richtung Wehr.

Etwa eine Stunde war auf ohnehin verkürzter Strecke gepaddelt worden, mit Startrichtung zur Maxbrücke, rund um zwei Wendemarken an der Maininsel - regulär sollte es eigentlich 250 Meter mainauf- und mainabwärts gehen. Schon das Ankämpfen gegen die Mainfluten war kräftezehrend. Statt der üblichen sieben traten hier nur jeweils drei Mannschaften an.

An die „Schaeffler Water Challenge“, das Fischerstechen, oder die Gaudiregatta mit schwimmenden Autos war ohnehin nicht mehr zu denken.

Als dann immer mehr Treibholz vorbei schwamm, und eher Mississippi- als Wettkampf-Stimmung aufkam, entschloss sich das Amt für einen Schluss-Strich.

Gefährliches Treibgut

„Wenn jemand ins Wasser fällt und ihn trifft Treibgut am Kopf, dann wird es richtig gefährlich“, findet auch Moderator Ralf Michal. „Sowas haben wir noch nie gehabt. Das Wetter ist eigentlich gut.“ Aber eben nur am Himmel überm Main.

Auch die Schlauchboote der Hammelburger Bundeswehr sollen geschont werden, die zusammen mit THW, Wasserwacht und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern anpackt.

„Ich könnte heulen“, meint ein Rennleiter Bernd Meidel, „die Stimmung ist genial.“ Allerdings sieht auch er die Hochwasserlage als zu gefährlich an. Nun wird das Programm verkürzt und nur das kreativste Kostüm gekürt. Originelle Verkleidungen gibt es genug, unter Fischhut, Kapitänsmütze oder Piraten-Dreispitz. Schneewittchen und die Sieben Zwerge sind (vom sichtlich enttäuschten Kindergarten St.Lukas) ebenso da wie lebende Wischmops der Firma Amthor.

Trophäen werden versteigert

Die Siegestrophäen, Pokale und goldglänzende Kugellager, sollen nun für den guten Zweck versteigert werden.

Schließlich ist es eine Benefizveranstaltung, die der Rotary Club Schweinfurt-Peterstirn da 2009 ins Leben gerufen hat, in Nachfolge der legendären Raftraces der US Army: Über 700 Paddler waren erwartet und insgesamt 61 Teams gemeldet worden, mit klangvollen Namen wie „Subba Kuhle Frang?n“, „Wellenbrecher“, „Stadtbuspiraten“, „Jungfräuliche Wassernixen“, „Etikettenmafia“ oder „Brezel Bomber“.

Die Offene Behindertenarbeit OBA erklärt sich zu „OBA(MA)“, Motto: „Yes we can“. Die Teams bestehen dabei nicht nur aus Schweinfurter „Firmen, Vereinen und Verrückten“, sondern sind durchaus international.

Asylbewerber wollten mitmachen

Indische Studenten sitzen neben Pakistanis, die Asylbewerber wollten ein eigenes Boot schicken, mit elf Nationen, Name „White Waller“. Das alles für den guten Zweck: Bisher gingen 100 000 Euro in regionale Sozialprojekte, auch dank Großsponsoren wie Schaeffler. An der Gutermann-Promenade soll ein Defibrillator installiert werden, das Rote Kreuz erhält weitere 1000 Euro.

Ansonsten trösten sich die Besucher an Land, beim Festbetrieb mit den „Eurumer Banditen“. Ein Nachholtermin ist nicht geplant. „Wir hoffen, das wir uns nächstes Jahr wiedersehen, bei besserem Wetter“, sagt Bernd Meidel.

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