Schweinfurt

Schlaue Lego Roboter – Transformers im Tischformat

Fährt er, oder fährt er nicht? Es durfte mitgefiebert werden, beim Roboter-Wettkampf. Foto: Uwe Eichler

"Der Brick ist das Gehirn", erläutert Markus Dietz: Dank Mikroprozessor im Plastebalken ist ein Lego Mindstorms-Roboter des dänischen Spielwarenherstellers zu logischem Denken fähig,  entsprechend der Programmierung. Der Wettkampfleiter hat 23 Teams auf der Liste, die im Rundbau der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) ihre bunten Champions testen. Der Vizeleiter der Schweinfurter "Wissenswerkstatt", die in Kooperation mit Stadt und Großindustrie die nächste Generation für Technik und Naturwissenschaften begeistern will, begrüßt zum Regionalentscheid der WRO, der "World Robot Olympiad". Rund hundert Kinder und Jugendliche aus Franken sind angetreten, den schlauesten Lego-Roboter zu finden: Schüler, aber auch Hobbybastler.

Weltfinale in Ungarn

Die Eigenbauten steuern sich mittels Sensoren und Elektromotoren übers Spielfeld. Ziel ist die Qualifikation für das Weltfinale in Ungarn, im November. Der Schweinfurter Wettbewerb ist dabei nur ein Baustein unter vielen. Im Juni wandern die cleversten Konstruktionen erstmal nach Schwäbisch-Gmünd, zum Bundesentscheid. Mit der Kamera dabei ist auch Markus Fleige, dessen Sauerländer Verein "Technik begeistert" die deutsche WRO organisiert. Das Technik-Turnier soll zugleich Werbung für den Studiengang "Robotik" sein, den die FHWS ab nächstem Jahr anbietet. Deren Labore laden nebenan zum "Tag der offenen Tür" ein. Trotz Regentags schauen doch zahlreiche Besucher vorbei.

Roboterparkplatz: Vor dem Start müssen sich die Lego-Konstruktionen dem strengen Blick der Schiedsrichter stellen. Foto: Uwe Eichler

Es geht für die Apparate darum, farbige Klötzchen zu erkennen und am richtigen Ort abzulegen: "Smart Cities" nennt sich das vorgegebene Thema der Ungarn (dazu kommen noch Überraschungsaufgaben). Die Magyaren sind stolz auf eine millionenschwere neue Teststrecke für autonomes Fahren (in Autogröße). Im Kleinen sollen nun die Lego-Roboter den Pioniergeist der Puszta nachempfinden, durch smarte Städte fahren und dabei Sortier-Aufgaben erfüllen, etwa Tiere in den Zoo  bringen oder Müll trennen. "Internet der Dinge" lautet die große Zukunfts-Vision dahinter: Eine Welt, in der auch Maschinen, nicht nur Computer und Smartphones, diskret vernetzt sind. In Thailand, Austragungsort der letzten WRO, ging es noch ums Thema Essen: da wurden unter anderem imaginäre Früchte sortiert.

Vor dem Start alles eigenhändig zusammenbauen

Bevor die jungen Tüftler die Früchte ihrer Arbeit genießen dürfen, müssen sie ihre Konstruktionen nochmal eigenhändig zusammenbauen. Das dazugehörige Programm wird per Kabel vom Laptop auf den Prozessor übertragen, als Brick-Brainstorm. Für die hochkonzentrierten Lego-Lenker ist das sichtlich eine Herzensangelegenheit. "Traum" nennt Herr Yang Gao aus Bejing, nun Siemens-Ingenieur in Erlangen, sein deutsch-chinesisches Familienteam, mit Emmy, Felix und Leon Gao. Andere Namen sind etwas prosaischer, wie "Robotech", "Chaos" oder "Mechanics".  Die "International School Mainfranken" ist mit drei Teams am Start: Pädagoge Niko Lewman hat die Begeisterung der internationalen Schüler geweckt, in den Altersgruppen Starter (die Jüngsten), Elementary (8 bis 12 Jahre) sowie Junior (13 bis 15 Jahre). Die "Kosmopoliten" aus Schweinfurt (und der halben Welt) belegen durchweg vordere Plätze.

"Dopingtest" vor dem Start

Was der Dopingtest bei den Leichtathleten, ist bei der WRO der Roboterparkplatz: Vor dem Start werden die aufgereihten Geräte durch Schiedsrichter überprüft, auf Programmierung und die korrekten Maße (maximal 25 mal 25 mal 25 Zentimeter). Die Legomaschinen erinnern an "Transformers", die wandlungsfähigen Roboteraliens aus der Sci-Fi-Filmreihe: ihre Zangen, Staplergabeln und Dreharme sind unglaublich flexibel, dank Achsen und Zahnrädern. Zumindest der Idee nach: Die eine oder andere Technikpanne gilt es für die cleveren "Digital Natives" auch zu meistern. Alle "Starter" erhalten am Ende eine Medaille, auch das junge Traum-Team. Die Mädels sind stark vertreten: "Marobo & Co" kommt bei den Elementarys weiter. Bei den Junioren hat sich (wieder einmal) das Jakorobo&Co-Team qualifiziert (Paula, Marlene und Jakob, rund um Coach Christian Selinka aus Kronungen). Mit auf Platz 1 landet die erfahrene "DHG Robot Force" des Deutschhaus-Gymnasiums Würzburg.

Unterwegs in Smart Cities: Die Roboter mussten Aufgaben in "Zukunftsstädten" erfüllen. Foto: Uwe Eichler

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