Schweinfurt

Schmale Geldbeutel trotz Schnäppchen-Preisen

Zeichnungen von Jan Lauerbach versteigerte Auktionator Joachim Haas aus dem Nachlass von Elisabeth Haas. Foto: Josef Lamber

Ein Comeback für den Auktionator Joachim Haas? Eine Ausnahme, antwortet der ehemalige Vorsitzende des Schweinfurter Kunstvereins, den er von 1986 bis 2014 maßgeblich prägte und dessen sommerliche Auktionen immer kleine Highlights waren. Sein samstäglicher Auftritt im Weppert-Haus sei seiner Verehrung für die im Vorjahr verstorbene Elisabeth Haas (Trachtenstube Elisabeth) geschuldet, einer Kunstbegeisterten Schweinfurterin. Aus ihrer Gemäldesammlung hatte Haas für die Nachlassverwaltung 70 Objekte ausgesucht, die nun neue Liebhaber finden sollen.

In den gerade noch leeren ehemaligen Weppert-Geschäftsräumen - demnächst wird umgebaut - hat Haas einen geeigneten Raum für die Auktion gefunden, wofür er sich bei Karl-Heinz und Florian Weppert bedankt. Die nummerierten Bilder sind an den Wänden platziert, etwa 60 Kunstinteressierte sind gekommen, darunter mehrere aus dem Kunstverein. Pünktlich startet ein gut gelaunter und eloquenter Joachim Haas die Auktion. Er nennt die Aufrufpreise "unverschämt günstig", und er hofft auf bedeutend höhere Hammer-Preise.

Die Werke von Isi Huber und Konrad Westpfahl sind Favoriten

Doch damit sieht es nicht so rosig aus. Ging es früher bei den Kunstverein-Auktionen oft um vierstellige Summen, diesmal kann Haas nur Bilder bis zu 500 Euro aufrufen: Zwei Gemälde in Mischtechnik des Münchner Malers Rupert Stöckl, die mit einem minimalen Aufpreis ersteigert werden. Die Zuschläge kleben generell dicht an den Aufrufpreisen, von Bieter-Schlachten kann nicht die Rede sein.

Die Werke von Isi Huber und Konrad Westpfahl sind Favoriten, "Der Palast von Tullipan" von G. Hubert Neidhardt klettert von 350 auf 470 Euro. Eine fantasievolle Farbradierung von Eschrat Tellert wird ersteigert, Haas würdigt die persische Künstlerin, langjährige Leiterin der Schweinfurter Radiergruppe. Zeichnungen und Radierungen mit Schweinfurt-Motiven von Peter Wörfel finden schnell ihre Käufer, ebenso Arbeiten von Gustl Kirchner.

Viele Aufrufe aber finden keinen Bieter, werden zurückgehängt. "Vielleicht finden sich noch Käufer nach der Versteigerung", hofft Haas in diesen Fällen. Am Schluss ist er ganz zufrieden mit dem Ergebnis der Auktion, er hat alles getan, um den Bildern ein neues Zuhause zu geben. Ein anregender Vormittag unter Bekannten und Freunden der Kunst war es allemal.

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