Schweinfurt

Schweinfurt: Haftstrafen für Rauschgiftdealer

Der unerlaubte Handel mit Betäubungsmitteln kann die Freiheit kosten, wenigstens zeitweise. Drei Männer aus Schweinfurt und Umland machen gerade diese Erfahrung.
Zweimal vier Jahre, einmal fünf Jahre und zehn Monate Haft. So verurteilte das Landgericht Schweinfurt drei Männer wegen Drogen-Einfuhr und -Handel. Foto: Oliver Berg/dpa

Wegen Drogenhandels im Kilobereich hat die Große Strafkammer des Landgerichts Schweinfurt am Mittwoch einen 30-jährigen Schweinfurter zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft und einen 28-Jährigen aus dem Landkreis Schweinfurt zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Gleichzeitig ordnete die Kammer für beide die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an, weil ihr Hang zum Rauschgiftkonsum ursächlich für die Straftaten sei. Ein 27-jähriger Schweinfurter muss wegen der Einfuhr von 2,5 Kilo Marihuana aus Holland und Beihilfe zum Rauschgifthandel vier Jahre hinter Gitter. Alle drei sitzen seit ihrer Festnahme Ende Januar in U-Haft und bleiben im Gefängnis.

Zuhause schlug die Polizei zu

Der Staatsanwalt hatte für den 30-Jährigen und den 28-Jährigen jeweils eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zwei Monaten gefordert, sowie für  27-Jährigen fünf Jahre. Die Verteidiger hielten für die beiden Erstgenannten jeweils dreieinhalb Jahre für angemessen. Der Anwalt des 27-Jährigen plädierte für seinen Mandanten auf eine zweijährige Bewährungsstrafe.

Am Abend des 21. Januar diesen Jahres schlug die Polizei zu, als der 30-Jährige und der 27-Jährige in einem geliehenen Audi sowie zwei Holländerinnen in einem Kleinwagen aus den Niederlanden zurückkamen. In einem Schweinfurter Hinterhof wurden sie festgenommen. Das komplette Einfuhrgeschäft war nach einer Telefonüberwachungen polizeilich überwacht. Zweieinhalb Kilogramm Marihuana hatten sie über die niederländische Grenze nach Franken gebracht - im Kleinwagen der beiden Frauen. Die Ware gekauft hatte aber der 30-Jährige, und der 27-Jährige hatte nach Überzeugung des Gerichts das Geschäft angebahnt.

Amphetamin auf dem Dachboden 

Noch in derselben Nacht durchsuchte die Polizei auch das Anwesen in einem Dorf im Landkreis Schweinfurt, in dem ein 28-jähriger "Sicherheitsbeauftragter" zuhause war. In der Wohnung des 28-Jährigen fanden die Beamten insgesamt 5,7 Kilogramm feuchtes Amphetamin, das nach der Trocknung noch 3,9 Kilo wog. Es war teils im Kühlschrank der Wohnung, teils auf dem Dachboden über der Garage gelagert.

Der Mann hatte ferner 400 Gramm Marihuana in seinem Besitz. Der 28-Jährige räumte ein, dass er den Großteil der Drogen verkaufen wollte, für das viele Amphetamin aber gar nicht genügend Kunden hatte. Der Großteil seiner Drogen fiel damit der Polizei in die Hände. Lediglich rund 200 Gramm Speed will er verkauft haben. Woher er die Drogen hatte, sagte der Angeklagte nicht. 1200 Euro Drogengeld fanden die Beamten bei der Durchsuchung ebenfalls.

"Gras"-Deal nicht beweisbar

Den Anklagevorwurf, dass der 30-Jährige einem anderen Dealer einmal zehn Kilo Marihuana verkauft habe, das dieser im März letzten Jahres dann einem verdeckten operierenden Mittelsmann der Polizei habe andrehen wollen, ließ die Staatsanwaltschaft fallen. Der Hinweis auf den 30-Jährigen als Quelle der zehn Kilo "Gras" sei einem überwachten Gespräch im Gefängnis entnommen worden, doch der Verdacht habe sich nicht ausreichend beweisen lassen.

Dass die Strafkammer bei dem 30-jährigen Dealer mit fünf Jahren und zehn Monaten noch über den Antrag des Staatsanwaltes hinausging, begründete die Vorsitzende mit der erheblichen Menge und insbesondere damit, dass der Angeklagte trotz offener einschlägiger Bewährung straffällig wurde.

Auch der Fahrer unter Bewährung

Der 27-Jährige, der laut Gericht das Geschäft über die niederländische Bekannte eingefädelt, den 30-jährigen führerscheinlosen Dealer gefahren und sich als Dolmetscher angeboten hatte, kassierte wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmittel und Beihilfe zum Rauschgifthandel vier Jahre Haft. Auch er stand unter offener Bewährung und hat einschlägige Vorstrafen. 

Gegen das Urteil ist Revision zum Bundesgerichtshof möglich.

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