SCHWEINFURT

„Schweinfurt ist bunt“ hilft Stammheim

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz „Schweinfurt ist bunt“ ruft auf, am 24. Mai, dem Pfingstsonntag, zur ökumenischen Andacht nach Stammheim zu kommen. Die gemeinsame Andacht der beiden christlichen Kirchen soll um 16 Uhr am Dorfweiher beginnen. Sie gilt der Eröffnung der Parteizentrale der neonazistischen Kleinpartei „Die Rechte“ am selben Tag.

Für das breite gesellschaftliche Schweinfurter Bündnis, dem Gewerkschaften, Kirchen, Verbände und Organisationen aus unterschiedlichen Bereichen des öffentlichen Lebens sowie alle im Bundestag vertretenen Parteien angehören, ist die Niederlassung der Rechtsextremen im Landkreis „Herausforderung und Bedrohung zugleich“, hieß es bei einem Treffen des Steuerungskreises im DGB-Haus. Dem wohnte für „Stammheim ist bunt“ der stellvertretende Sprecher Fabian Flederer bei.

„Schweinfurt ist bunt“ sieht es laut Sprecher Frank Firsching als bürgerliche Pflicht, rassistischen, menschenfeindlichen Ideologien entschlossen entgegenzutreten. Denn darum gehe es: „Heute vor 70 Jahren wurden unsere Eltern und Großeltern vom Naziregime befreit. Unsere Verantwortung besteht darin, Sorge zu tragen, dass der Rassenwahnsinn in unserem Land keine Chance mehr bekommt sich auszubreiten“, so Firsching.

Mit dem Aufruf will das Schweinfurter Bündnis die Initiative „Stammheim ist bunt“ stärken. Weil es enorm wichtig sei, vor Ort deutlich zu machen, dass „Die Rechte“ hier unerwünscht ist. Dabei gehe es nicht nur um den Ruf Stammheims. Es gehe auch um das Entgegnen rechtsradikaler, rassistischer Ideologien und um Aufklärung über deren menschenverachtende Ziele.

Gleichzeitig gehe es um den Schutz der Flüchtlinge und Asylbewerber in Stadt und Landkreis Schweinfurt. Insbesondere für diese Menschen bedeuteten die Rechtsradikalen eine Gefahr an Leib und Leben, wie aus einer aktuellen Zusammenstellung der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hervorgeht. Demnach stieg die Anzahl der Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Bayern von je zwei in den Jahren 2011 und 2012 auf 25 im Jahr 2014. Dazu häuften sich Kampagnen von Rassisten, die sich gegen Flüchtlinge wendeten und die Bürgerschaft aufhetzten. Diesen zu erwartenden Aktionen Aufklärung und Engagement entgegenzusetzen, sei die Herausforderung für „Schweinfurt ist bunt“ und alle demokratischen Kräfte in der Region, hieß es beim Treffen des Steuerungskreises.

Das Schweinfurter Bündnis wird außerdem die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ von Pro Asyl in Schweinfurt in der Rathausdiele zeigen. Sie wird symbolisch am geplanten Eröffnungstag der Erstaufnahmeeinrichtung in der Ledward-Kaserne stattfinden und bis 27. Juli zu sehen sein. Geplant sind Führungen für Schulklassen. Sobald die Einrichtung tatsächlich öffnet, will das Bündnis die Flüchtlinge mit einer „bunten Aktion“ willkommen heißen.

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