Schweinfurt

"Schweinfurter Edition": Jüngster Rückert-Band vorgestellt

Am Montag stellten die Herausgeber der "Schweinfurter Edition" der Werke von Friedrich Rückert ihren jüngsten Band vor. Und machten klar: Es wird nicht der letzte sein.
Vorstellung des jüngsten Bands der 'Schweinfurter Edition' von Rückerts Werken (von links): OB Sebastian Remelé, Eric Fergusson (Erster Vorsitzender der Rückert-Gesellschaft), Claudia Wiener (Mitherausgeberin des neuen Bands) und Thedel von Wallmoden (Verleger Wallstein-Verlag).
Vorstellung des jüngsten Bands der "Schweinfurter Edition" von Rückerts Werken (von links): OB Sebastian Remelé, Eric Fergusson (Erster Vorsitzender der Rückert-Gesellschaft), Claudia Wiener (Mitherausgeberin des neuen Bands) und Thedel von Wallmoden (Verleger Wallstein-Verlag). Foto: Lisa Marie Waschbusch

Mitherausgeberin Claudia Wiener und Verleger Thedel von Wallmoden haben am Montag im Schweinfurter Rathaus den jüngsten Band der "Schweinfurter Edition" von Friedrich Rückerts Werken vorgestellt. Das "Liedertagebuch XI" umfasst 790 Gedichte des Schweinfurter Dichters und Orientalisten aus dem Jahre 1856.

Seit 1998 die ersten beiden Bände herausgekommen sind, ist die "Schweinfurter Edition" der Rückert-Werke, die der Historiker Rudolf Kreutner zusammen mit Hans Wollschläger herausgegeben hat, auf 15 Bände angewachsen.

Dass es dabei nicht bleiben soll, darüber sind sich die Anwesenden einig. "Ich denke, es gibt ein Potenzial, das nicht ausgeschöpft ist", sagte Eric Fergusson, der seit Dezember 2019 erster Vorsitzender der Rückert-Gesellschaft ist. Die bisher erschienenen Bände und Ausgaben machten noch nicht einmal ein Drittel des Gesamtwerks Friedrich Rückerts aus. 

Letzte Dekade aus Rückerts Leben noch nicht erschlossen

Rückerts Spätwerk sei überhaupt erst zu einem geringen Teil erschlossen, sagte Thedel von Wallmoden vom Wallstein-Verlag, über den der Band erschienen ist. "Die Ausgabe seines zu Lebzeiten ungedruckten Spätwerks des Liedertagebuchs liegt erst für die Jahre 1846 bis 1856 vor." Die letzte Dekade bis zu Rückerts Tod im Jahr 1866 stehe noch aus. 

Als Tagebuch kommentieren die Gedichte aktuelle politische und kulturelle Ereignisse, Rückerts wissenschaftliche Beschäftigung und seine persönlichen Erfahrungen. Seine Familie bewegten 1856 etwa die Geburt des zweiten Enkelkindes und die Hochzeit von Sohn August mit Alma Froriep, berichtete Claudia Wiener von der LMU München, die den Band mitherausgegeben hat.

Bearbeitet hat ihn Rudolf Kreutner, der aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Vorstellung teilnehmen konnte. Er habe das Liedertagebuch seit 2002 in Bearbeitung, sagte Wiener stellvertretend. Zwar hätten die Gedichte "den scheinbaren Vorteil", zum großen Teil unpubliziert zu sein, doch genau dies stelle den Bearbeiter vor eine Herausforderung: Die Handschriften müssten erst entziffert werden, und der Bearbeiter investiere viel Forschungsarbeit, um Anlass, Datierung und Aussage zu klären. Er könne sich auf die Reihenfolge und Vollständigkeit der Handschriften nicht verlassen.

Historisch-kritischer Anspruch

Die erschienenen Bände der "Schweinfurter Edition" haben den Anspruch, historisch-kritisch zu sein. "Historisch-kritisch meint, dass das Werk in seinem vollständigen Entstehungs- und Überlieferungszusammenhang erschlossen wird", erklärte Wallmoden. Es werden keinerlei Veränderungen an der Textgestalt vorgenommen, damit der Leser den Text in seiner ursprünglichen Gestalt vor Augen habe.

Der Verleger sprach in seiner Rede weiter von der Doppeldeutigkeit des Begriffs Ausgaben, die – sowohl im Sinne der Editionsphilologie als auch finanziell – nötig seien, "um das Gesamtwerk eines Autors würdigen zu können". Der neu erschienene Band wurde von der Rückert-Gesellschaft und der Stadt Schweinfurt finanziell gefördert. Und darauf sind die Herausgeber auch weiterhin angewiesen.  "Wir arbeiten bereits an einem weiteren Band", sagte Claudia Wiener am Ende. 

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