Schweinfurt

Schweinfurter Lungentag: Für die Atemwege auf den Weg machen

Diagnose COPD oder Asthma. Wenn das Atmen schwer fällt, leidet die Lebensqualität. Warum die Muskulatur eine entscheidende Rolle auf dem Weg zur Besserung spielt.
Spannung halten und tief einatmen. Sporttherapeut Michael Wolker leitete im Wildpark das Aufwärmtraining am Wildpark. Zahlreich Schweinfurter ließen sich das Angebot nicht entgehen.
Spannung halten und tief einatmen. Sporttherapeut Michael Wolker leitete im Wildpark das Aufwärmtraining am Wildpark. Zahlreich Schweinfurter ließen sich das Angebot nicht entgehen. Foto: Helmut Glauch

"Leichte espiratorische Flusslimitierung im Bereich der tiefen Ausatmung." Nach dem Lungenfunktionstest am Marktplatz habe ich es Schwarz auf Weiß. Frei übersetzt heißt dies: Nichts Schlimmes, aber halt auch nicht ganz optimal, man sollte die Leistung der Lunge im Auge behalten. Klar, dass Dr. Guido Rose, Teil der Internistisch-Pneumologischen Gemeinschaftspraxis Korupp, Rose und Pfeufer, fragt: "Haben Sie mal geraucht?"  Klar doch, aber der letzte Glimmstängel ist viele Jahre her und ein Lungenfunktionstest vor 20 Jahren fiel deutlich schlechter aus. Es gibt also noch Hoffnung!        

Ein paar kräftige Atemzüge und schon steht eine erste Diagnose 

So wie ich nutzten zahlreiche Schweinfurter am Mittwoch den "Deutschen Lungentag" für ihren persönlichen Lungencheck, der von 10 bis 16 Uhr am Infostand am Schweinfurter Marktplatz ohne große Wartezeit möglich war. Seit nunmehr 19 Jahren gibt es dieses vom Verein "Deutscher Lungentag e.V." getragene Angebot. Zwicker auf die Nase, nach Anweisung ein- und ausatmen und dann noch einmal alles geben beim in die Röhre pusten, und fertig ist der Lungenfunktionstest. Wenig später hat man einen Ausdruck in der Hand auf dem unbestechlich nachzulesen ist, wie es mit der persönlichen Puste aussieht. Diese Ergebnisse konnte man dann gleich mit einem Facharzt besprechen.

Erst ruhig Atmen, dann kräftig pusten. So wie hier Heinrich Krosny  nutzten viele Bürger die Möglichkeit, einen Lungenfunktionstest zu machen.
Erst ruhig Atmen, dann kräftig pusten. So wie hier Heinrich Krosny  nutzten viele Bürger die Möglichkeit, einen Lungenfunktionstest zu machen. Foto: Helmut Glauch

Ziel sei nicht nur die Öffentlichkeit über Atemwegserkrankungen zu informieren, sondern auch gleich die Früherkennung zu fördern, fügt Dr. Guido Rose hinzu. Immer wieder werden bei solchen Aktionstagen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder die chronisch obstruktive Bronchitis (COPD) nachgewiesen und noch vor Ort eine sinnvolle Therapie empfohlen oder gar eingeleitet.   

Was uns alles buchstäblich den Atem nimmt

Die Arbeit der Lunge, die im wahrsten Sinn des Wortes mit jedem Atemzug darüber befindet, wie es dem Menschen geht, hat es nicht leicht. Raucher oder auch Passivraucher, Feinstaub, ein Arbeitsplatz mit viel Staub oder problematischen Dämpfen und ein ungesunder Lebensstil  –  es gibt viele Gefahrenquellen, die dem Menschen buchstäblich den Atem nehmen. Zwar gelten weder COPD noch Asthma als heilbar, aber man kann viel tun, um wieder besser bei Puste zu sein. "Neben einer medikamentösen Therapie ist es sehr wichtig sich regelmäßig zu bewegen und zu trainieren, um den Muskelstatus aufrecht zu erhalten",  empfiehlt Dr. Guido Rose.    

Genau dazu ist an diesem Tag reichlich und unter fachlicher Anleitung die Möglichkeit. Mit dem Bus werden alle an diesem Angebot interessierten Schweinfurter hoch zum Wildpark an den Eichen gefahren. Dort wartet schon der Sporttherapeut und Lungensporttrainer der TG Schweinfurt, Michael Wolker, auf die Truppe. Gemeinsames Aufwärmtraining und Bewegungsübungen unweit des Wildpark-Schwimmbades sind der Auftakt für einen Lungen-Spaziergang, bei dem die Teilnehmer selbst wählen können, ob ein Kilometer reicht oder ob sie sich eine längere Distanz zutrauen.  Betreut von einem fünfköpfigen Team des Pharmaunternehmens "Berlin Chemie AG", das auch Medikamente für Lungenpatienten anbietet, machen sich die Wanderer auf, nicht nur um frische Luft und Bewegung zu bekommen, sondern auch so manchen Tipp im Umgang mit der Krankheit. Nicht nur Medikamente gehören zur Therapie, sondern zum Beispiel auch die gezielte Bewegung, so Boris Lauer von der Berlin Chemie AG.  

Runter vom Sofa und rein in den Wald

Auch Michael Wolker betont, wie wichtig Bewegung und Muskulatur für die Atmung sind.  "Hauptsache man tut etwas", so sein Appell. Die eigene Basis, von der er aus der Patient aufbauen kann, muss jeder selber wissen, denn Lungenkrankheiten haben nicht nur viele Gesichter, sondern führen auch zu höchst unterschiedlichen Einschränkungen: von gelegentlicher Kurzatmigkeit bis hin zum ständig mitzuführenden Sauerstoffgerät. Ein Blick auf die Teilnehmer der Wanderung bestätigt diese Bandbreite. Zwei- bis dreimal in der Woche sollte man mindestens runter vom Sofa, sich bewegen, bewusst atmen, einfache Übungen für die Oberkörpermuskulatur  machen. Denn es gilt: Je fitter der Muskelapparat, desto besser klappt es mit der Atmung.

Auch außerhalb des Lungentages hat man in Schweinfurt gute Möglichkeiten, sich und seiner Lunge in der Gruppe Gutes zu tun.  Vor zehn Jahren wurden in Schweinfurt erste Lungensportgruppen gegründet, in denen die Patienten von ausgebildeten Trainern der Turngemeinde Schweinfurt betreut werden.  

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