Schweinfurt:

Schweinfurter lässt Ghostbusters auferstehen

Blick von vorne in die Ghostbusters-Garage mit dem im Film verwendeten Modellauto.Oliver Schikora Foto: Foto:

Nun also Ghostbusters. Nach dem großen Erfolg seines Star-Trek-Fanfilms „Star Trek Enterprise II: Der Anfang vom Ende“ in Stop-Motion-Technik, der im Juni vergangenen Jahres im Weltbio-Kino in Schweinfurt Premiere feierte, hat der Schweinfurter Filmemacher Jüergen Kaiser ein neues Projekt: ein Stop-Motion-Fanfilm zum Thema „Ghostbusters“. 1984 kam der erste Teil des Kultfilms mit Dan Aykroyd und Bill Murray in die Kinos, seine Strahlkraft hat er seither unter Cineasten sicher nicht verloren.

„Es ist ein Klassiker aus meiner Kindheit“, erzählt Jürgen Kaiser, der sich wie bei seinen beiden Star-Trek-Filmen auch jetzt wieder mit seinem Team mit unglaublicher Liebe zum Detail in die Dreharbeiten stürzt.

Die stehen zwar erst am Anfang, doch sowohl das Drehbuch – die selbst ausgedachte Geschichte umfasst 14 Seiten – als auch erste Kulissen sind schon fertig. Dieses Mal wird der Film kürzer als bei dem Einstünder Star-Trek, zwischen 20 und 30 Minuten sollen es werden. Das hat vor allem damit zu tun, dass klassische Kurzfilme mehr Chancen haben, bei entsprechenden Festivals gezeigt zu werden.

Kaiser hat den Maßstab der Kulissen und Figuren geändert, er ist jetzt auf 1:18 gewachsen. Das bringt deutlich mehr Detailschärfe und Realismus in den Film, aber auch ein kleines Problem: „Das Hauptquartier der Ghostbusters ist über einen Meter hoch geworden“, so Kaiser. Es ist das wichtigste Gebäude und schon fertig: Aus Holz, Papier und Pappmaschée, innen mit den typischen gekachelten Säulen und außen der bekannten New Yorker Backstein-Optik.

Links: Rund einen Meter hoch ist das Modell des Ghostbusters-Hauptquartier für Jürgen Kaisers neuen Stop-Motion-Fan-Film... Foto: Oliver Schikora

Beeindruckende Detailtreue

Gerade an den Details hat Kaiser – „Ich bin immer sehr genau und penibel“ – gefeilt. Die Kacheln und Fliesen sind auf Fotopapier ausgedruckt und aufgeklebt, bei entsprechenden Blickwinkeln fällt es schwer, das Ghostbusters-Modellauto noch als Modell des legendären ECTO-1 in der Garage wahrzunehmen. Die Action-Figuren der Ghostbusters-Hauptdarsteller, die Kaiser einsetzt, sind 30 Zentimeter hoch. Bei der Stop-Motion-Technik werden bis zu 30 aneinandergereihte Einzelbilder fotografiert und bilden eine Sekunde Film. Millimeter für Millimeter verschiebt Kaiser seine „Schauspieler“, um eine Bewegung entstehen zu lassen. Bei Dialogen werden die Münder bewegt dank der Bearbeitung am Computer. Eine Sekunde Film verschlingt rund eine Stunde Drehzeit.

Computeranimierte Stadt

Die städtische Umgebung wird für den Film computeranimiert erstellt, auch hier mit viel Liebe zum Detail. Die ließen Kaiser und sein Team auch schon bei den ersten animierten Monstern walten: Slime, das grüne unförmige Monster, ist ziemlich gut geworden, auch auf den Marshmallow-Mann darf man sich freuen.

Erstaunlich realistisch: Die Ghostbusters-Garage mit Blick durch eines der Fenster. Foto: Jürgen Kaiser

Worum es im Film, der wohl bis 2020 fertig sein wird, genau geht, will der im Hauptberuf als Messfacharbeiter bei ZF tätige Kaiser noch nicht verraten – ganz der Filmemacher gibt's nur einen Cliffhanger: Die Ghostbusters der alten Garde sind auf Geisterjagd in New York, die neue Riege, die erst kürzlich ins Kino kam, wird am Anfang kurz humoresk auf die Schippe genommen.

Über 560 000 Clicks auf Youtube

Während Jürgen Kaiser sich nun schon seinem neuen Projekt widmet, läuft das alte Star-Trek-Projekt nach wie vor gut. Im September sind Kaiser und seine Frau bei einer Star-Trek-Convention in Mannheim eingeladen, wo sein Film zwei Mal gezeigt wird. Auf dem Internet-Videokanal Youtube wurde der Film bereits über 560 000 Mal angeschaut, 3552 Mal mit Gefällt mir beurteilt und hat „91 Prozent positive Bewertungen.

Da haben wir wohl was auf die Beine gestellt, das den Leuten gefällt.“

Anfang des Jahres wurde der Star-Trek-Film auch im Fernsehen auf Tele 5 gezeigt, das war Teil des überraschenden Gewinns in der Hauptkategorie des Camgaroo Award, den Kaiser im Herbst vergangenen Jahres in München gewann.

ONLINE-TIPP

Die Making-of-Filme von Jürgen Kaisers Star-Trek-Film findet man hier: www.youtube.com/watch?v=rpz1IsJud60

www.youtube.com/watch?v=yNo2tTD3ZMM

 

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