Sennfeld

Sennfeld: Parkplatzprobleme bewegen die Bürger

Der Bürgermeister stellte die laufenden und anstehenden Projekte vor, für die Millionen investiert werden.  Außerdem kamen bei der Bürgerversammlung Wasserprobleme zur Sprache.
Erneuert wird in Sennfeld derzeit die Weyerer Straße, weshalb dortige Anlieger nicht auf der Straße parken können. Foto: Silvia Eidel

Große Bauprojekte vom Bauhofneubau über Straßenerneuerungen bis zu Nahwärmeverbund und Schulerweiterung prägen derzeit die Arbeit in der Gemeinde Sennfeld. Was nicht nur die Gemeindeverwaltung auf Trab hält, sondern teilweise auch die Bürger herausfordert, Stichwort: Parkverbot. Das machte die Bürgerversammlung deutlich.

Eine eindrucksvolle Aufstellung der aktuellen Projekte zeigte Bürgermeister Oliver Schulze im Senntrum den etwa 80 Besuchern. Ein 3,7 Millionen Euro-Projekt ist der Neubau des 10 000 Quadratmeter großen Bauhofs Am Prünkel. Baubeginn war im August, das Stahlbaugerüst steht, Ende 2020 soll alles fertig gestellt sein.

Für zwei Millionen Euro wird die Lindenstraße erneuert, inklusive Strom- und Wasserleitung sowie Kanal. Begonnen haben auch die Bauarbeiten an der Weyerer Straße. Alle Versorger agieren abgestimmt, die Gemeinde lässt zudem Leerrohre für Glasfaserkabel verlegen.

Ladestationen für E-Bikes kommen 

Sechs E-Bike-Ladestationen, deren Anschaffung vom Landkreis subventioniert ist, werden die drei E-Auto-Ladestationen ergänzen, verkündete Schulze. Strom tanken können die Nutzer zunächst noch kostenlos, was einem Besucher in der Versammlung nicht gefiel. Die Gemeinde habe dies bewusst als Beitrag zur Umweltfreundlichkeit so beschlossen, entgegnete Gemeinderat Peter Knieß.

Fertig gestellt ist der Ausbau des Kernwegs zwischen Sennfeld und Schonunger Gemarkung mit einem Eigenkostenanteil von 150 000 Euro, berichtete Bürgermeister Schulze weiter.

Der geplante Nahwärmeverbund von gemeindlichen Gebäuden ist auf 2,1 Millionen Euro geschätzt, 400 000 Euro Förderung werden erwartet. Nach der Heizperiode 2020/2021 soll das Bauwerk fertig sein. Pro Jahr würden 4170 Schüttraummeter Holzhackschnitzel benötigt. Etwa alle ein bis zwei Wochen würde eine Lkw-Ladung benötigt. Ein Anschluss für Privatgebäude sei derzeit nicht möglich. Die Bedarfsberechnung dazu sei nicht planbar.

Die Nachmittagsbetreuung der Schulkinder wurde in Container in der Dachsgrube, nahe zur Schule ausgelagert, die bekanntlich erweitert und generalsaniert werden soll. Wegen der Bauzeit von fünf bis sechs Jahren hat die Gemeinde die Container für 350 000 Euro gekauft, weil sie sich bereits nach einem Jahr im Vergleich zur Miete amortisiert haben.

Investiert wurde auch ins Familienbad: vor allem in eine Photovoltaikanlage für 105 000 Euro sowie diverse Verbesserungen.

Machbarkeitsstudie für die ehemalige SKF-Freizeitanlage 

Auf den Weg gebracht wurde eine Machbarkeitsstudie für die ehemalige SKF-Freizeitanlage, die über Leader mit 60 Prozent gefördert wird. Eruiert werden soll, was auf dem Sportgelände möglich ist. Bis zum ersten Quartal 2020 wisse man mehr, hoffte Schulze.

Für das künftige kleine Gewerbegebiet am Ortsrand Richtung Gochsheim hat die Gemeinde die meisten Flächen erworben und erste Firmenanfragen.

Zahlreiche Beschwerden gab es wegen Behinderungen, Parkverboten oder verstellten Schildern am künftigen Pflegeheim an der Johann-Wenzel-Straße. Die Gemeinde werde künftig soweit möglich selbst Informationen zu baurechtlichen Anordnungen verschicken, kündigte Schulze an. "Wir sind wöchentlich vor Ort", ergänzte Thomas Bernhardt vom Bauamt. Laut dem Investor Schellmann soll am 15. Februar 2020 das Pflegeheim an den Betreiber Korian übergeben werden.

Die dortige Grundwasserabsenkung während der Bauzeit mittels Spundwänden sowie befürchtete Beeinträchtigungen an den angrenzenden Gebäuden machte ein Anlieger zum Thema. Das sei Sache des Bauherrn und nicht der Gemeinde, so Bernhardt. Die Spundwände würden wohl im Wesentlichen drinnen bleiben, einige Felder aber herausgenommen, um das Grundwasser nicht dauerhaft zu senken.

Eine Art Auffangkanal unter der Johann-Wenzel-Straße könne bei Starkregen Wassermengen auffangen und dann dosiert abgeben, informierte Schulze. Ob in der Lindenstraße auch technische Verbesserungen möglich seien, um Überflutungen zu verhindern, wollte ein Besucher wissen. Ein Trennsystem, bei dem Oberflächen- und Schmutzwasser getrennt abgeleitet wird, sei dort nicht möglich, wohl aber in der Weyerer Straße, so Schulze. Allerdings halte auch solch ein System Starkregenmengen wie im Mai 2018 nicht aus. Hausbesitzer sollten eine Regenrückschlagklappe einbauen und jährlich auch warten.

Absage an kommunale Parküberwachung 

Widerrechtliches Parken rund um das Rathaus, aber auch in den aktuellen Baustellen oder an anderen neuralgischen Punkten wurde kritisiert. Einer Forderung nach einer kommunalen Parküberwachung erteilte Schulze eine Absage, er appelliere an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer.

Auf Nachfrage informierte er auch, dass der Weg am Badesee Richtung Zwinger befestigt werden solle.

Einen Überblick über die Gemeindefinanzen gab Kämmerin Cynthia Derra. Erstmals sei der Haushalt über 20 Millionen Euro groß, nächstes Jahr plane man mit 25 Millionen. Zwar sei der Ende des Jahres erwartete Schuldenstand mit 63 200 Euro oder 14 Euro pro Kopf sehr gering. Allerdings müssten für die Millionenprojekte im nächsten Jahr ein Kredit aufgenommen werden, trotz Rücklagen von 15 Millionen Euro.

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