Sennfeld

Sennfeld gibt Zuschuss zu Stoffwindeln

Als erste Gemeinde im Landkreis Schweinfurt gibt Sennfeld jungen Familien einen Zuschuss für die Anschaffung von Stoffwindeln für deren Kleinkinder. Gedacht ist dies als Zeichen des Umweltschutzes und der Unterstützung junger Eltern.

Bürgermeister Oliver Schulze, selbst junger Vater und Kenner der Windel-Materie, brachte den Vorschlag in der jüngsten Gemeinderatssitzung vor. Mit Einwegwindeln sei eine Menge Müll verbunden, der vermieden werden könne, argumentierte er. Bei Stoffwindeln werde nur die Einlage weggeworfen, die textile Hülle aber gewaschen.

Die Gemeinde solle mit 100 Euro einen einmaligen Zuschuss für die Erstausstattung an Stoffwindeln geben, beantragte er. Das sei auch ein Zeichen für die jungen Familien im Ort. Eine Reihe bayerischer Kommunen handhabe dies bereits so.

Die Ökobilanz von Stoffwindeln sei im Vergleich zu Einwegwindeln nicht besser, höchstens ausgeglichen, behauptete Gemeinderat Christian Birkmeyer. Worauf Schulze äußerte, er kenne da andere Studien. Für Birkmeyer stellte sich auch die Frage, wie die Gemeinde kontrollieren wolle, dass jemand die gesponserten Stoffwindeln nicht auf Ebay weiterverkaufen wolle. Zudem sei so etwas nicht Aufgabe einer Gemeinde. Wozu Schulze das Beispiel der gemeindlichen Förderung von Dachbegrünung entgegensetzte.

Auch Holger Merz kritisierte den Vorschlag, wohingegen Helmut Büschel den Zuschuss als Anstoß zum Nachdenken über Nachhaltigkeit und Umweltverschmutzung wertete. Jedes Gramm Plastikvermeidung sei gut, pflichtete Frank Limbach bei. Was Klaus Birkmeyer veranlasste, Parallelen zu Kunststoff-Hundebeuteln zu ziehen.

Schätzungsweise 20 Familien würden die Förderung in Anspruch nehmen, mutmaßte Schulze, was 2000 Euro im Gemeindehaushalt bedeuteten. Zunächst für zwei Jahre befristet soll es den Zuschuss geben, danach evaluiert werden. Er selbst werde den Förderantrag für sich nicht stellen, so Schulze.

Gegen die Stimmen von vier CSU-Räten und von Christian Birkmeyer (SPD) plädierte der Gemeinderat schließlich für die Stoffwindel-Förderung für Kinder bis drei Jahren. CSU-Gemeinderat Michael Klüpfel war für den Zuschuss. Die Antragsteller müssen sich verpflichten, ein Mehrwegwindelsystem oder einen Windelwaschdienst zu nutzen.

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