SCHWEINFURT

Sich nicht überfordern

Einen der gefragtesten Redner und Coaches haben sich die Unternehmerfrauen im Handwerk zu ihrem Bundeskongress eingeladen. Marco Freiherr von Münchhausen studierte Jura, Psychologie und Kommunikationswissenschaften und ist Autor mehrerer Bestseller. „Selbstmanagement im Alltag sowie die Aktivierung persönlicher Ressourcen“ legte er den Unternehmerfrauen ans Herz.

Dabei war der Referent nicht nur witzig und lehrreich, sondern vor allem sehr realistisch. Der Unterhaltungswert verpufft, vom Nutzwert sollten sie etwas mitnehmen, empfahl er. Er serviere ein psychologisches Buffet, an dem man sich gerne bedienen könne, aber nur ein oder zwei Speisen mitnehmen solle. Münchhausen pries die kleinen Schritte an, denn es gelte bei allen Selbstmanagement-Bemühungen den Innereren Schweinehund mitzunehmen.

Dieses nette Tierchen sei schließlich nicht nur schlecht, meinte der Redner, sondern manchmal eine durchaus berechtigte mahnende innere Stimme. Dennoch habe er einige unangenehme Eigenschaften, so futtere er mit Vorliebe gute Vorsätze und serviere auf dem silbernen Tablett jede Menge Ausreden.

Wenn man im Leben etwas ändern wolle, dann müsse man aufpassen. In der Anfangsphase einer Veränderung dürfe es keine Ausnahmen geben. Sechs bis acht Wochen müsse man das täglich durchziehen. „Die Bilder in unseren Köpfen entscheiden über das, was wir erreichen und wie wir unser Leben erleben“, betonte er. Und genau dies sei auch das Problem, die gängige Software im Gehirn sei nämlich darauf ausgerichtet vor allem das Negative wahrzunehmen. Deshalb solle man sich immer wieder bewusst machen wie viel Grund zur Zufriedenheit es gebe. „Je häufiger ich mir das bewusst mache, umso besser geht es mir“, so Münchhausen.

Dass es den Beruf, der einem immer nur Freude und Spaß bereite, nicht gibt, wusste auch der Referent, allerdings machte er klar: „75 Prozent unserer Lebenszeit verbringen wir im Beruf.“ Deshalb gelte es, während der Arbeit immer wieder gut drauf zu sein. Überforderung sei ebenso tödlich für die Lebensfreude wie Unterforderung, warnte der Redner. Deshalb sein Rat: „Fordern sie sich immer wieder neu aber überfordern sie sich nicht.“

Als letzten großen Wegweiser zu Glück und Lebensfreude nannte Münchhausen den Sinn. Das Sinnbedürfnis sei eines der tiefsten menschlichen Bedürfnisse. Deshalb solle man sich immer wieder einmal fragen. Hat das, was ich tue und wie ich's tue einen Sinn? Um solchen Fragen nachzugehen brauche es Auszeiten.

„Nehmen sie sich die, ohne schlechtes Gewissen“, legte der Referent seinen Zuhörern ans Herz.

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