SCHONUNGEN

Sie bringen Farbe in den Alltag der Leitstelle

Herausforderung gemeistert: Die beiden Kunstlehrerinnen Vanessa Klaus (links) und Michaela Sinz (rechts) sind stolz auf ihre Kunstgruppe aus der achten und neunten Klasse der Realschule Schonungen. Sie haben die Arbeit der Rettungsleitstelle künstlerisch dargestellt. Foto: Ursula Lux

„Ich war schon gespannt, was man hier wirklich macht.“ Die 14-jährige Lara erzählt von ihrem Einblick in die Arbeit der Integrierten Leitstelle (ILS) in Schweinfurt. „Das war interessanter, als ich mir's vorgestellt habe“, stellt sie fest und auch ihre Klassenkameradin Svenja fand den Einblick „echt interessant“.

Die beiden Realschülerinnen aus Schonungen waren im „Creativ-Team“ der RSS (Realschule Schonungen) und haben in der ILS für die obligatorische Kunst am Bau gesorgt.

Die Idee ist ein gutes Jahr alt. Nachdem die Leitstelle 2012 ihren Vollbetrieb aufgenommen hatte, fand Leiter Thomas Schlereth, sie doch ein wenig schmucklos. Er wandte sich an Landrat Florian Töpper und der wiederum hatte die Idee, die Gestaltung an die landkreiseigene Realschule weiterzugeben. Schulleiterin Christine Seuffert griff dies sofort auf. Im Rahmen der Woche „My Challance“ (Meine Herausforderung) entstand auch eine Gruppe, die sich mit Kunst auseinandersetzte und in der ILS eine Wand gestaltete.

Zuerst erarbeiteten die beiden Kunstlehrerinnen Michaela Sinz und Vanessa Klaus ein Konzept. Sie schauten sich dazu die Arbeit in der Leitstelle genau an. Trifft dort ein Notruf ein, muss innerhalb kürzester Zeit Hilfe organisiert werden. Von einem Arbeitsplatz aus muss explosionsartig nach allen Richtungen hin Rettung organisiert werden. Dies, so Klaus, habe man auch im Bild festhalten wollen, deshalb wäre ein einziges Bild nicht möglich. Und so entstanden viele kleine Bilder, die die Vielfalt der ILS darstellen und sich explosionsartig auseinanderstrebend vom Mittelpunkt des ILS-Bildes wegbewegen.

Von den Farben her überwiegen die Blau- und Gelbtöne, die Grundfarben der ILS, erklärt Sinz. Zwei Tage hat die Gruppe gebraucht, um die Bilder so aufzuhängen, dass es zu ihren Vorstellungen passte. Dabei galt der Dank der Schüler vor allem Mark Plate, der sie immer mit Speis und Trank, vor allem aber mit Gummibärchen versorgte.

Es lohnt sich, sich mit den einzelnen Bildern länger zu beschäftigen. „Das ist das Hinterteil von einem Hubschrauber“, erklärt Sinz einem Besucher. „Und das zeigt die Antenne eines Bootes der Wasserwacht“. Vor allem die Eltern der Realschüler schauen genau hin. „Das ist eine tolle Idee“, findet Silke Umlauf. Sie meint, am Ende des Jahres hätten sich die Schüler eine solche Kunstwoche verdient. Auch Thilo Malkmus ist begeistert. „Kreative Fähigkeiten zu entwickeln, ist eine gute Vorbereitung aufs Berufsleben“, weiß er. Die Realschüler seien dem Leitwort ihrer Schule gerecht geworden, betonte die stellvertretende Landrätin Christine Bender. „Wachsen kann man nur an Herausforderungen“ lautet dies, und sie bestätigte den Schülern: „Ihr seid gewachsen.“ Da hätten sich drei gesucht und gefunden, meinte Bender. Die Leitstelle und die Realschule und nicht zuletzt Hermann und Gerda Zierhut, die die Aktion mit 300 Euro gesponsert haben. Solche Projekte, die die Teamarbeit fördern und dennoch jedem Einzelnen seine Entfaltungsmöglichkeiten lassen, seien zur Nachahmung empfohlen, meinte Bender. Die griff Schlereth gleich auf: Die ILS hat noch viele weiße Wände, stellte er fest und hofft auf weitere Kunstaktionen gemeinsam mit der RSS.

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