Schweinfurt

Soll die Stadt das Laub im Herbst kostenlos abholen?

Ulrike Schneider stellte den Antrag, die Stadt solle Bürgern, die Laub von städtischen Bäumen vor ihrem Grundstück kehren, kostenlos helfen. Was die Verwaltung dazu sagt.
Wenn im Herbst die Blätter fliegen, haben manche Grundstückseigentümer viel zu tun. Ulrike Schneider forderte nun, die Stadt solle das von Anwohner gekehrte städtische Laub kostenlos abholen. Die Verwaltung lehnt das ab. Foto: Ruppert

Wenn im Herbst die Blätter von den Bäumen fallen, ist das für Kinder zum Spielen zwar nett, für Anwohner, vor allem wenn es ältere Mitbürger sind, aber durchaus anstrengend. Dann muss nicht nur das Laub der Bäume auf dem eigenen Grundstück, sondern auch das Laub der Bäume auf öffentlichem Grund vor dem Grundstück zusammengekehrt und abgefahren werden.

Ulrike Schneider (Schweinfurter Liste/Freie Wähler) hatte bereits im Oktober den Antrag gestellt, die Stadt solle die Bürger mehr unterstützen und das Laub kostenlos abholen lassen. Bisher bekommt man vier Laubsäcke pro Grundstück, die zusammen mit dem Restmüll abgefahren werden. Wer mehr braucht, kann für jeweils 1,50 Euro weitere Laubsäcke kaufen. Diesen Service, so der Leiter des städtischen Servicebetriebs Bau und Stadtgrün, Axel Meffert, nutzten viele Bürger. Das von der Straße verunreinigte Grüngut wird entsorgt und kommt in die Müllverbrennung, das Laub von den Grundstücken kommt zur Kompostierung.

Schneider forderte eine regelmäßige Abholung auf Kosten der Stadt, verwies auf andere Kommunen, gleichwohl nicht in Bayern, in denen das so gehandhabt würde. "Die Bürger, die die ganze Arbeit haben, sollen entlastet werden", sagt sie.

Stadt befürchtet Mehrkosten in Millionenhöhe

Meffert erklärte, zum einen müsse wahrscheinlich die städtische Staßenreinigungssatzung geändert werden, sollte der Antrag positiv beschieden werden. Zum anderen erklärte er, würde die Stadt über die Reinigung der eigenen Flächen, für die sie als Eigentümerin verantwortlich sei, auch die Sicherung der öffentlichen Straßen, Gehwege und Plätze übernehmen, wäre man für weitere 408 Kilometer zuständig. Er schätzt die Kosten für Reinigung und Sicherung wie Winterdienst bei Glatteis auf 4,95 Millionen Euro. Sollte nur im Herbst das Laub abgeholt werden sollen, schätzt Meffert die zusätzlichen Kosten auf 300 000 Euro pro Monat.

Ulrike Schneider war verwundert ob dieser Antwort der Verwaltung. Das sei "eine Themaverfehlung", man wolle den Antrag "lächerlich" machen. Es gehe ihr lediglich darum, das Abholen des von den Bürger gekehrten öffentlichen Laubes kostenlos zu ermöglichen. Peter Hofmann (SPD) schilderte, dass in der Straße, in der er wohnt, sich die Anwohner zusammen getan hätten, gemeinsam kehrten und dann die Stadtgrün-Mitarbeiter anriefen, die zur Abholung des Laubes kämen. Die Kosten: acht Euro pro Anwohner.

Schneider kündigte an, sie wolle den Antrag in veränderter Form erneut einbringen. Axel Meffert war ebenfalls verschnupft: "Dass uns vorgeworfen wird, wir würden gar nichts machen, ist starker Tobak."

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