Schwebheim

Sonderausstellung lockte 865 Besucher an

Die Vorsitzende des Ortsgeschichtlichen Arbeitskreises, Britta Ritter (links), bedankte sich bei Altbürgermeister Robert Gießübel für seinen ebenso informativen wie launigen Vortrag. Foto: Ursula Lux

Es macht einfach Spaß, ihm zuzuhören. Altbürgermeister Robert Gießübel kennt seine Gemeinde nicht nur aus dem Effeff, er würzt deren Vorstellung auch immer mit Anekdoten und kleinen Witzen. Anlässlich des Jahresempfangs des Ortsgeschichtlichen Arbeitskreises Schwebheim war er eingeladen, sein Grafenrheinfeld vorzustellen.

Er tat das mit großer Begeisterung. "Rafeld ist eine moderne Gemeinde mit Tradition und hohem Freizeitwert", erklärte er, bevor er in deren Geschichte zurückblickte. Zwar habe man 1989 die 1100-Jahr-Feier begangen, aber eigentlich sei die Gemeinde schon 741 erwähnt, das habe aber als Beleg nicht gegolten.

Seit dem frühen 12. Jahrhundert stand der Ort unter der Herrschaft des Domkapitels in Würzburg. Bis 1553 bildete das Dorf gemeinsam mit Oberndorf, Bergrheinfeld und Röthlein die Pfarrei "Rainfeld". Im Markgräflerkrieg ist die alte Bartholomäus-Kirche abgerissen worden, ihre Steine wurden zum Bau eines Schweinfurter Stadttores verwendet. Und Grafenrheinfeld blieb aber auch nach der Reformation katholisch.

Der Ortskern erinnert noch an die Geschichte. Um Kirche und alten Friedhof war eine Kirchenburg mit Gaden, die heutige Pizzeria beherbergte ein Pflegerhaus, und in der alten Amtsvogtei saß der Verwalter. Auch das Rathaus mit Schmiede und Bäckerei gehört zum historischen Erbe der Gemeinde.

Von 1755 bis 1795 wurde "Der Dom vom Schweinfurter Gau", die neue Pfarrkirche, gebaut. "Offensichtlich hat der Fürstbischof damals ein Bollwerk gegenüber der evangelischen freien Reichsstadt Schweinfurt und den Reichsdörfern Sennfeld und Gochsheim schaffen lassen", vermutet Gießübel. Die Kirche und zahlreiche Bildstöcke brachten der Gemeinde auch den Titel Rokoko-Dorf ein.

Bei der Kirche allerdings dachte Geißübel auch an ein dunkles Kapitel zurück. In der Bombennacht vom 24. auf den 25. Februar 1944 wurden 85 Prozent der Gebäude im Dorf zerstört, darunter auch die Kirche, nur der linke Turm, die Schatzkammer und die Sakristei blieben erhalten. In dieser Nacht starben 32 Bürger. Inzwischen erstrahlt dieser "Dom" aber längst wieder in neuem Glanz, was Gießübel veranlasste, die Anwesenden zu einem Gegenbesuch einzuladen: "Ruft mich einfach an, ich führ‘ euch."

Die Vorsitzende Britta Ritter nutzte den Jahresempfang des Vereins für einen kleinen Rückblick. 2019 habe der Verein ganz unter dem Zeichen der deutschen Wiedervereinigung gestanden. Der Höhepunkt sei die Sonderausstellung "Auf dem Weg zur deutschen Einheit" gewesen, die am Erntedankfest 785 Besucher in die Schlossscheunen gelockt hätte. Wegen des großen Erfolgs habe man die Ausstellung am darauf folgenden Sonntag noch einmal geöffnet und weitere 80 Gäste begrüßt.

Ritters besonderer Dank galt dem Scheunenteam, das nicht nur diese Ausstellung vorbereitet, sondern unter anderem auch wieder eine neue Abteilung, die Schreinerei, in den Ortsgeschichtlichen Sammlungen aufgebaut hat.

Dann stellte Ritter das neue Programm vor, das heuer aufgrund der Kommunalwahlen erst Ende März beginnt.

Das Jahresprogramm des Ortsgeschichtlichen Arbeitskreises: 30. März, Lesung zum 75. Todestag der Anne Frank mit Yvonne Freifrau von Bibra und Heinz Peter; 10. Mai, Internationaler Museumstag, die Schlossscheunen öffnen ihre Tore; 11. Mai, Mitgliederversammlung; 5. Juli, Exkursion zur Kartause Astheim; 28. Juli, Ferienspaßaktion; 10. Oktober, Lesung zum 300. Geburtstag von Baron Münchhausen mit Yvonne Freifrau von Bibra und Heinz Peter; 16. November, "In Erinnerungen schwelgen", ein Nachmittag mit Anekdoten über Schwebheimer Originale.

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