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Sonntags gab's meistens Memminger Zuckerbrod

Stolz: Aus dem Backbuch von Manfred Meders Uroma hat es das Zuckerbrod ins Rosenmehl-Rezeptheft geschafft. Foto: Christiane Reinert

Sehr alt ist der Familienschatz von Manfred Meder. Im Jahre 1891 fing seine Urgroßmutter an, ein Haushaltsbuch zu führen. In Sütterlinschriften, einer Schönschrift, schrieb sie über 40 Rezepte nieder – darunter auch das „Memminger Zuckerbrod“. Mit diesem Rezept hat Meder es jüngst in das Backbuch „Die Schätze aus Omas Backbuch: Köstliches aus Hefeteig“ geschafft, das von der Firma Rosenmehl herausgegeben wird.

Den Familienschatz hat Meder geerbt – der 72-Jährige hatte als einziger Interesse an dem vergilbten, DIN A 4 großen Buch seiner Urgroßmutter gezeigt. Denn schon immer hegte er eine gewisse Neugier für seine Familiengeschichte. Anhand eines Stammbaumes konnte Meder die Spuren seiner Ahnen bis ins 17. Jahrhundert verfolgen. Sein Vater starb, als er noch ein Kind war. Trotzdem erinnert Meder sich gerne an seine Kindheit zurück. Damals, wenn die Eltern bei der Feldarbeit waren, war er oft bei seiner Großmutter. Dort gab es dann ab und zu das „Memminger Zuckerbrod“ – meistens sonntags. „Mein Großvater war immer streng mit uns, aber meine Großmutter war eine herzensgute Frau. In ihrem Kleid hatte sie immer Süßigkeiten für ihre Enkel“, erinnert sich Meder. So entwickelte sich eine Vorliebe für süße Köstlichkeiten wie das Memminger Zuckerbrod.

Persönlich ist Meder ein Laie, wenn es ums Kochen und Backen geht: „Ich kann nur Bratkartoffeln oder ein Ei in der Pfanne braten oder scharfe Nudeln.“ Fürs Kochen und Backen ist deshalb seine Lebenspartnerin Brigitte Pfeiffer zuständig. Im Büro steht auf einem runden Tisch ein Teller mit Osterschokolade und selbst gebackenen Keksen. Brigitte Pfeiffer hat bisher erst einmal das „Memminger Zuckerbrod“ gebacken, doch der Hefeteig sei ihr nicht so recht gelungen. Aber sie will es demnächst noch einmal versuchen.

Doch wie kam Manfred Meder auf die Idee, den Familienschatz mit anderen zu teilen? „Ich habe in einer Zeitschrift gelesen, dass sie alte Familienrezepte suchen“, berichtet der 72-Jährige. Zuerst habe er eine Kopie seines Erbstückes eingesendet. Doch der Mehl-Hersteller wollte das Original sehen. Auf dem versicherten und verplombten Paketweg schickte Meder dann seinen Familienschatz zu Rosenmehl. Dort hat man dann das „Memminger Zuckerbrod“ für die Veröffentlichung im Backbuch ausgesucht. „Meine Urgroßmutter wäre sicher jetzt sehr stolz gewesen“, meint Manfred Meder.

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