MAIBACH

Spieglein, Spieglein: ist es das „schönste Sportheim“ im Land?

Ein Schmuckstück: das neue Sportheim in Maibach.
Ein Schmuckstück: das neue Sportheim in Maibach. Foto: Marion Gerber
 

Am 31. März 2011 um 7.55 Uhr war für alle Maibacher Einwohner die Nacht zu Ende. Mit einem lauten Knall explodierte ihr DJK-Sportheim. Wie durch ein Wunder kam niemand zu Schaden. Der Sachschaden war dafür um so höher. Das Sportheim in der Dorfmitte, das als Treff- und Kommunikationsmittelpunkt galt, war dem Erdboden gleichgemacht. Schnell war klar: Ein neues Sportheim soll auf dem Platz des alten Gebäudes errichtet werden.

Vier lange Jahre haben die Maibacher gewartet. Zuerst mussten Versicherungsfragen abgeklärt werden, dann ging es ans Planen. Das neue Gebäude sollte Anforderungen wie Barrierefreiheit und zeitgemäßes Aussehen erfüllen, sich aber in Höhe, Breite und Stil auch harmonisch in den Altort einfügen. Die Bauphase zog sich hin, die Finanzierung gestaltete sich schwierig, da der Bayerische Landessportverband (BLSV) zwar Zuschüsse gewährt hätte, die aber an strikte Regeln sowie ausschließlich sportliche Nutzung gebunden gewesen wären.

Das neue Sportheim sollte aber allen Vereinen und Gruppierungen im Dorf als Veranstaltungsmittelpunkt dienen und nicht nur sportlich genutzt werden. Beim Neubau sollten heimische Firmen mit ins Boot genommen werden. Nach Zahlung der Versicherungssumme blieb eine Finanzierungslücke von 300 000 Euro, die es zu füllen galt. Also gab es nur eine Lösung: Die Vereinsmitglieder mussten selbst Hand anlegen.

In einer beispiellosen Aktion erbrachten die Maibacher DJK-Mitglieder Eigenleistungen in Höhe von 200 000 Euro, ackerten Tag und Nacht. Die noch fehlenden 100 000 Euro wurden abzüglich des Zuschusses der Gemeinde Poppenhausen von der Sparkasse Schweinfurt finanziert.

Jetzt war es endlich so weit. In einem zweitägigen Festakt wurde das neue Sportheim seiner Bestimmung übergeben. Zum offiziellen Festkommers begrüßte DJK-Vorsitzender Roland Scheuring zahlreiche Festgäste. Er bedankte sich bei allen Helfern. Besonders hob er bei Anlage der Außenanlagen Manfred Keck und Walter Fischer hervor sowie Claudia Lutz, die Baugeräte zur Verfügung stellte. Unermüdlich im Einsatz war auch Raimund Schüllner, der von 1974 bis 1997 den Verein geleitet hat. Er wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Das Lob über das gelungene Gebäude, das als das zweitschönste Sportheim im Landkreis bezeichnet wurde, setzt sich auch bei den weiteren Rednern fort. Stellvertretende Landrätin Christine Bender lobte den Zusammenhalt der Maibacher und ihren Mut, ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Sie nannte das neue DJK-Heim ein Herzstück des Dorfes.

Bürgermeister Ludwig Nätscher zeigte sich stolz, dass man sich trotz der fehlenden BLSV-Förderung nicht vom Weg hatte abbringen lassen. Adolf Weber vom DJK-Kreisverband freute sich über den Neuanfang, den die Maibacher genial umgesetzt hätten. Alle Redner überreichten einen Scheck. Weitere Geschenke gab es von den Maibacher Senioren 50+, dem Gartenbauverein, der Feuerwehr und der Spielvereinigung Hambach. Die Familien Roth, Krebs, Weisenberger und Häupler überreichten 305 Euro aus ihrer Brotbackaktion. Architekt Gerber wies auf die Vorzeigbarkeit des Gebäudes im Rahmen der Innenentwicklung hin, Pfarrerin Molinari richtete Grußworte an den 173 Mitglieder starken Verein und Finn Hofmann begleitete auf der Trompete den Festakt.

BLSV-Vorsitzender Kurt Vogel zeigte sich verschnupft darüber, bei der Begrüßung nicht namentlich erwähnt worden zu sein und wollte zuerst nicht reden, ergriff dann aber doch das Wort. Er bezeichnete das neue Sportheim zwar als eines von den Schönen, aber nicht als das Schönste in der Region und nannte die erbrachten Eigenleistungen ehrenwert. Er machte klar, dass es die DJK mit BLSV-Fördergeldern von 20 Prozent der Gesamtbausumme und einem verbilligten Darlehen wesentlich einfacher hätte haben können. Geschenke hatte er keine.

Als die Stimmung im Raum auf seine Rede hin laut zu werden drohte, bezeichnete Bürgermeister Nätscher das Sportheim auf jeden Fall als das Schönste in der Gemeinde Poppenhausen und erntete dafür jede Menge Beifall.

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