Region Steigerwald/Ebrach

Staatsforsten stellen große Transparenz heraus

Die im "Hohen Buchenen Wald" im Zuge der Wiederaufnahme der Waldbewirtschaftung geplanten Maßnahmen hatten in diesem Sommer der Leiter des Forstbetriebs Ebrach der Bayerischen Staatsforsten, Ulrich Mergner (im Vordergrund), und Revierleiter Andreas Balling (2. von rechts vorne) der Öffentlichkeit vorgestellt. Foto: Norbert Vollmann

Mit „Hintergrundinformationen zur Hiebsmaßnahme im Ebracher Forst“ reagieren die Bayerischen Staatsforsten in Regensburg auf die Aktion, mit der die vereinten Umweltschutzverbände vom Bund Naturschutz (BN) über den WWF bis hin zu Greenpeace Bayern zusammen mit dem Verein Nationalpark Steigerwald gegen die Wiederaufnahme der Waldbewirtschaftung im umstrittenen ehemaligen Waldschutzgebiet „Hoher Buchener Wald“ protestierten. Die Redaktion hatten darüber unter der Überschrift „Wortbruch im Steigerwald?“  berichtet.

Sowohl der bayerische Verfassungsgerichtshof in München als auch das oberste deutsche Verwaltungsgericht in Leipzig hätten festgestellt, dass die Rechtsverordnung des Landratsamts Bamberg über den Geschützten Landschaftsbestandteil „Hoher Buchener Wald“ von Anfang an nichtig gewesen sei. „Nach der eindeutigen Entscheidung der Gerichte stand fest, dass in dem Waldgebiet wieder eine nachhaltige Waldbewirtschaftung erlaubt ist“, so Staatsforsten-Sprecher Jan-Paul Schmidt. Dass aus den Wäldern wieder der Rohstoff Holz genutzt wird und für die Zukunft stabile Wälder nachwachsen können, würden dabei der Waldeigentümer, sprich der Freistaat Bayern, ebenso wie der Großteil der Bevölkerung im Steigerwald und die vielen Holzverarbeiter in der Region erwarten.

Der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten habe die Maßnahmen, die in dem Gebiet geplant sind, bereits im Juni der Verbandsspitze des Bundes Naturschutz in Person von Richard Mergner und Hubert Weiger sowie weiteren Vertretern vorgestellt. (Richard Mergner ist der Bruder von Ulrich Mergner, dem Leiter des Forstbetriebs Ebrach. Er ist 2018 zum Nachfolger von Hubert Weiger an der Spitze des BN in Bayern gewählt worden.) Darunter hätte sich auch die Holzernte-Maßnahme in der Abteilung „Steinkreuz“ mit den seit längerer Zeit markierten Bäumen befunden. Am 15. Juni diesen Jahres sei das Maßnahmenpapier zudem der Öffentlichkeit vorgestellt worden, führen die Bayerischen Staatsforsten weiterhin als Beweis für die transparente Information der Naturschutzverbände ins Feld.

Jan-Paul Schmidt: „Die Maßnahmen wurden intensiv besprochen und damals waldbaulich vom Bund Naturschutz nicht beanstandet.“ Mitte Oktober seien auf Wunsch des heutigen BN-Ehrenvorsitzenden Hubert Weiger zudem detaillierte Karten über die beiden Waldorte an den Waldreferenten des Bund Naturschutz, Ralf Straußberger, gemailt worden. Der Forstbetrieb Ebrach habe in dem Zusammenhang auch die Entscheidung des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer aus dem Jahr 2014 umgesetzt, weitere aus der Nutzung genommene ökologische „Trittsteinflächen“ im Ebracher Wald auszuweisen.

Wie vom Vorstandsvorsitzenden Martin Neumeyer zugesagt, seien bei den aktuellen Hiebsmaßnahmen nach Angaben des Forstbetriebs Ebrach keine „dicken Buchen“ geerntet worden, die laut dem Naturschutzkonzept der Bayerischen Staatsforsten bei einem Durchmesser von über 80 Zentimeter beginnen. Schmidt betont: „Diese verbleiben als Methusalem- und Biotopbäume selbstverständlich im Wald. Es wurden ausschließlich Buchen mit einem geringeren Durchmesser entnommen.“

Mit beiden Hiebsmaßnahmen sei die Eiche als in Anbetracht der Klimaerwärmung zentral wichtige Baumart gefördert worden. Eichen seien im Vergleich zur Buche besser verwurzelt und könnten auch längere Trockenperioden gut überstehen. Das habe nicht zuletzt der diesjährige heiße Sommer bewiesen. Auch zur Sicherung der Waldartenvielfalt sei die Baumart Eiche wichtig, weil auf ihr deutlich mehr spezialisierte Arten leben als auf der Buche. Jan-Paul-Schmidt: „Es macht deshalb Sinn, den Eichenanteil im Steigerwald zu erhalten“. Der Sicherung der Waldartenvielfalt diene auch das viele Kronentotholz, welches im Zuge der Holzernte im Wald verbleibe.

Mit den geernteten Bäumen werden regionale Sägewerke versorgt, die auf Laubholz wie Eiche und Buche spezialisiert seien. Die kleinen und mittelständischen Sägewerke seien dabei ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft im Steigerwald, teilen die Bayerischen Staatsforsten in Regensburg weiter mit.

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