GEROLZHOFEN

Stabwechsel am Caritas-Sozialzentrum

Bei der Übergabe von Leitung und Geschäftsführung des Caritas-Sozialzentrums: (von links) Bürgermeister Thorsten Wozniak, Pfarrer Stefan Mai, die neue Leiterin Isabella Steinmüller, Ulrike Radler vom Heimbeirat, Kreiscaritasvorsitzender Klaus Seger, die scheidende Leiterin Marion Eyßelein sowie Domkapitular und Diözesancaritasvorsitzender Clemens Bieber. Foto: Norbert Finster

Offizielle Stabübergabe im Caritas-Sozialzentrum: Die bisherige Heimleiterin und Geschäftsführerin Marion Eyßelein ist Ende März in den Ruhestand getreten. Ihre Nachfolge trat am 1. April Isabella Steinmüller an. Am Mittwoch gab es aus diesem Anlass einen Gottesdienst und eine kleine Feierstunde.

Zwölf Jahre an der Spitze

Die Leistung von Marion Eyßelein würdigte im Festsaal Klaus Seger, Vorsitzender des Kreiscaritasverbands Gerolzhofen-Volkach-Wiesentheid. Eyßelein trat am 1. November 2006 die Leitung des Sozialzentrums, oder wie es damals hieß, des Wohnstifts Steigerwald, an. Das war eine Zeit der Umstrukturierungen, auch die Zeit der langsam einsetzenden Personalengpässe. Jedenfalls war es keine leichte Zeit für eine Geschäftsführerin, sagte Seger.

Ihre Fühler hatte Marion Eyßelein aber schon weit vor 2006 nach Gerolzhofen ausgestreckt. Von 1979 bis 1984 war sie an der Sozialstation als Krankenschwester tätig. Dann verließ sie die Caritas wieder, um an anderen Stellen wie in Krankenhäusern, aber auch in Industriebetrieben sich sowohl pflegerisch als auch arbeitsmedizinisch fortzubilden.

1993 zog es sie dann aber ins Wohnstift Steigerwald zurück. Da wurde ihr zunächst die Pflegedienstleitung übertragen. Kurze Zeit später hatte sie auch die Leitung des „Betreuten Wohnens“ und sie wurde darüber hinaus zur Stellvertretenden Heimleiterin bestellt. Der damalige Caritaschef Paul Pfeuffer und Architekt Horst Gress haben sie gerne als Beraterin bei den damals laufenden Modernisierungen und Umstrukturierungen hinzugezogen. Auch der Caritas-Vorstand habe ihre Beiträge und Anregungen stets als zielführend und hilfreich wahrgenommen, sagte Seger.

Reisegutschein

Zum Dank für ihren Einsatz überreichte Seger ein Weinpräsent mit Tröpfchen aus Eyseleins Heimat Wiesenbronn und einen Gutschein fürs Reisen.

Einen „nicht ganz kurzen Zeitraum“ habe sich der Caritas-Vorstand genommen, um über die Nachfolge von Marion Eyßelein zu entscheiden. Es sei darum gegangen, jemanden zu finden, „der unseren gehobenen Ansprüchen gerecht werden kann“, berichtete Seger. Eine solche Führungskraft sei jetzt gefunden, war sich Seger sicher. Isabella Steinmüller tat bereits ihre ersten Berufsschritte bei der Altenpflege der Caritas und erwarb den Titel „examinierte Altenpflegerin“ nach den Grundsätzen der Caritas. Danach bildete sie sich zur Pflegedienstleiterin fort. Ihr weiterer Berufsweg führte sie zu einer großen, privaten Altenpflegeeinrichtung, wo sie bereits stellvertretende Heimleiterin war.

Viel theoretisches und praktisches Wissen

Schließlich unterbrach die heute knapp 40-Jährige ihren Dienst in der Altenpflege und absolvierte ein Studium der Betriebswirtschaftslehre (BWL). Danach war Isabella Steinmüller Leiterin einer Altenpflegeeinrichtung des privaten Trägers, bei dem sie schon vorher gearbeitet hatte. Für diesen Träger übernahm sie auch die überörtliche Heimkontrolle und die Aufgabenstellung der Krisenmanagerin. Sie war damit der Vorstandsetage unmittelbar zugeordnet. Durch diese Vorgeschichte bringe sie viel theoretisches und praktisches Wissen mit ans Sozialzentrum, so Seger.

„Es waren schöne, aber auch herausfordernde Jahre“, bilanzierte Marion Eyßelein ihre Zeit am Wohnstift. Die Arbeit für die Bewohner habe ihr immer große Freude bereitet; sie habe sich keine schönere berufliche Aufgabe vorstellen können.

Viel Unterstützung gehabt

Alleine hätte sie allerdings wenig bewirken können. Deshalb galt Eyßeleins Dank der Caritas-Vorstandschaft, den Hausbewohnern und ihren Angehörigen, den Geistlichen, die geholfen haben, „Caritas“ im Haus zu leben, den Helfern vom ökumenischen Besuchsdienst unter Leitung von Diakon Albert Hein und den vielen Ehrenamtlichen, die jeden Tag ins Haus kommen. Gute Zusammenarbeit sei auch möglich gewesen mit der Volkshochschule, den Schulen und Kindergärten, die das Wohnstift regelmäßig besuchten, und den vielen christlichen Vereinen, mit denen das Haus zusammenarbeitet sowie nicht zuletzt der Stadt.

An oberster Stelle nannte sie jedoch die rund 150 Mitarbeiter im Haus, die sich stets neuen Herausforderungen und gesetzlichen Vorgaben gestellt haben. Für jeden Mitarbeiter hatte sie ein Herz zum Abschied mitgebracht. Die zwei Monate Zusammenarbeit mit Isabella Steinmüller haben ihr die Gewissheit verschafft, dass ihre Nachfolgerin das Caritas-Sozialzentrum in eine gute Zukunft führen werde.

Mit Herz und Seele führen

Die Einarbeitung durch Marion Eyßelein wusste Isabella Steinmüller zu schätzen. „Sie hat mir die Feinheiten und die Eigenheiten des Wohnstifts nahegebracht.“ Sie wolle das Wohnstift nicht nur wirtschaftlich führen, sondern auch mit Herz und Seele, versprach Steinmüller.

Im Namen des Heimbeirats sagte Ulrike Radler, die scheidende Leiterin habe immer ein offenes Ohr bei Vorschlägen von außen gehabt. Die Ära Marion Eyßelein habe Spuren und eine Handschrift im Wohnstift hinterlassen, sagte Bürgermeister Thorsten Wozniak. Seine Begegnungen mit ihr seien immer von Vertrauen und Herzlichkeit geprägt gewesen. Isabella Steinmüller wünschte er, sowohl in die Fußstapfen der Vorgängerin zu treten als auch eigene Wege zu gehen.

„Es kommt darauf an, dass die Kontinuität gewahrt wird, die dieses Haus auszeichnet“, sagte Domkapitular Clemens Bieber, der gleichzeitig Vorsitzender des Caritasverbandes für die Diözese Würzburg ist, im vorangegangenen Gottesdienst in der St.-Elisabeth-Kapelle. Die Menschen im Haus sollten nicht einfach nur versorgt, sondern im Innersten wertgeschätzt werden. In seiner Predigt fügte er an, Aufgabe des Hauses sei es, den Menschen Halt und Rückhalt zu geben und sie in eine gute Zukunft zu führen.

Auch da helfen, wo Kassen nicht zahlen

Bieber nahm Bezug auf die Heilung des Gelähmten in der Bibel mit dem Jesus-Wort: „Steh auf, nimm deine Trage und geh nach Hause.“ Er zeichnete ein Bild des Menschen, der nicht mehr weiterkommt, doch die Menschen in der Umgebung haben andere Interessen. Jesus gehe es nicht nur um die äußere Heilung, sondern den ganzen Menschen. Das sei auch Ziel des sozialen Dienstes der Caritas. Sie dürfe die Altenpflege nicht als Geschäftsfeld erkennen, sondern müsse auch da Hilfe geben, wo die Kassen nicht bezahlen.

Die Caritas helfe auch im ländlichen Raum, „wo nichts zu verdienen ist.“ Der Domkapitular überreichte ein Bild des Künstlers Egino Weinert mit einer Szene, in der geholfen wird, an Eyselein und Steinmüller und eine Bibel an die neue Heimleiterin und Geschäftsführerin. Für Marion Eyßelein gab es die höchste Auszeichnung, die der Deutsche Caritasverband zu vergeben hat: das Caritas-Kreuz in Gold.

Zusammen mit Clemens Bieber segnete Pfarrer Stefan Mai Isabella Steinmüller für die neue Aufgabe durch Handauflegen.

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