Gerolzhofen

Stabwechsel beim Historischen Verein

Bürgermeister Thorsten Wozniak (von links) gratuliert der neuen Vorstandschaft des Historischen Vereins Gerolzhofen: 2. Vorsitzende Beate Glotzmann, Sabine Wolf (ehemalige Vorsitzende), Schriftführerin Georgine Bachmann, 1. Vorsitzende Anne Bauerfeld und Schatzmeister Mario Döpfner. Foto: Klaus Vogt

Führungswechsel beim Historischen Verein Gerolzhofen: Neue Vorsitzende ist Anne Bauerfeld. Sie tritt die Nachfolge von Sabine Wolf an, die dem Verein seit 2010 vorstand und nicht mehr für den Führungsposten kandidierte. Neuer Schatzmeister des Vereins, dem auch das Kleine Stadttheater Gerolzhofen angegliedert ist, ist nun Mario Döpfner. Er übernimmt das Amt von Matthias Braun, der ebenfalls nicht mehr antrat. Als Schriftführerin wirkt jetzt Georgine Bachmann als Nachfolgerin von Gisela Schwab.

Die 2. Vorsitzende Beate Glotzmann bedankte sich bei den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern. Insbesondere würdigte sie die Leistungen von Sabine Wolf. Als Gründungsmitglied des Historischen Vereins, der auf Initiative ihres Vater Ottmar Wolf 1981 ins Leben gerufen worden war, habe Sabine Wolf über viele Jahre in der Verantwortung gestanden: von 1999 bis 2002 im Beirat, von 2002 bis 2010 als Schriftführerin und schließlich von 2010 bis 2019 als Vorsitzende. Es sei ihr gelungen, dem Verein einen persönlichen Stempel aufzudrücken, allerdings nicht als einsame "Leit-Wölfin", sondern Sabine Wolf habe stets dazu motiviert, dass sich möglichst viele Personen gemeinsam in die Vereinsarbeit einbringen, sagte Glotzmann.

Hohe Verantwortung

Auch Bürgermeister Thorsten Wozniak würdigte die Arbeit von Sabine Wolf. Besonders ab dem Zeitpunkt, als das Kleine Stadttheater als Unterabteilung zum Historischen Verein hinzugekommen sei, habe sie eine hohe Verantwortung getragen, insbesondere was den "Geldfluss im sechsstelligen Bereich" angeht. Auch mit der Stadt habe es stets vertrauensvolle Gespräche gegeben, immer geprägt vom Willen für eine gute Stadtentwicklung und eine weitere Verbesserung des örtlichen Kulturlebens.

Silvia Kirchhof, die künstlerische Leiterin des Kleinen Stadttheaters, berichtete von den ersten, sehr erfolgreichen Monaten im neuen Theaterhaus in der Marktstraße. Von August bis März habe es bislang 29 Veranstaltungen gegeben. Etwa zwei Drittel davon habe das Ensemble des Theaters selbst bestritten. Zudem gab es 45 Probentage. Da momentan im Theaterhaus in Sachen Brandschutz einiges nachzubessern ist, müsse man eine Zwangspause bei den Aufführungen akzeptieren. Mehrere bereits fest gebuchte Programmpunkte mussten deswegen abgesagt und verschoben werden. "Wir sind aber beim Brandschutz auf einem guten Weg", sagte Kirchhof. Sie hoffe, dass der Betrieb im Theaterhaus bald wieder aufgenommen werden könne.

"Fräulein Schmitt 2.0"

Das Kulturprogramm des Kleinen Stadttheaters ist entsprechend den Umständen für 2019 noch recht abgespeckt. Bislang steht nur fest, dass es im neuen Privatmuseum für Holzbearbeitung bei der Gerolzhöfer Firma Kirchner (Nikolaus-Fey-Straße) mehrere Aufführungen von "Acht Frauen", eine Kriminalkomödie von Robert Thomas, geben wird. Für 2020 steht dann allerdings wieder ein Großprojekt an: Auf dem Marktplatz kommt in einer Neuinszenierung das Theaterstück "Fräulein Schmitt 2.0", so der bisherige Arbeitstitel, auf die Bühne. 75 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs wird die Zeit des Nationalsozialismus und des Gerolzhöfer Frauenaufstands unter dem Gesichtspunkt des aktuell wieder in Europa um sich greifenden Nationalismus und des Populismus neu beleuchtet. Autor des Stücks wird wieder Roman Rausch sein.

Bürgermeister Wozniak ergriff in der Versammlung nochmals das Wort, um die Hintergründe für die durchaus umstrittene Sanierung des Alten Rathauses zu erläutern. Die Stadt habe zunächst nur die Barrierefreiheit des Gebäudes erreichen wollen. Dann habe sich aber herausgestellt, dass weitere Arbeiten dringend nötig waren. Letztlich habe die Stadt 1,1 Millionen Euro in das Haus investiert. Bislang habe man eine Zuschuss-Zusage über 420 000 Euro. Man hoffe aber, noch zusätzlich eine "kleine sechsstellige Summe" zu erhalten, so Wozniak.

Altstadt ein lebendiges Konstrukt

Die Gerolzhöfer Altstadt sei für viele Menschen prägend für ihr Heimatgefühl, betonte der Bürgermeister. Man könne aber das historische Ensemble nur erhalten, wenn es auch genutzt werde. "Unsere Altstadt ist kein Museum, sondern ein lebendiges Konstrukt, das immer auch den aktuellen Zeitgeist widerspiegelt", sagte Wozniak in Anspielung auf den Bau des Windfangs und des Aufzugschachts am Alten Rathaus.

Schatzmeister Matthias Braun konnte in seinem letzten Kassenbericht von Guthaben sowohl beim Historischen Verein als auch beim Kleinen Stadttheater berichten. Kassenprüfer Rolf Hantelmann, der gemeinsam mit Albert Bauer die Konten beider Abteilungen geprüft hatte, sagte, es handele sich um einen "gesunden Verein mit zwei gesunden Teilen".

Neue Ideen

Die neugewählte Vorsitzende Anne Bauerfeld, Ehefrau des Stadtrats Arnulf Koch, sagte zum Abschluss, sie freue sich, in ihrem neuen Amt neue Akzente setzen zu können. Sie habe schon eine ganze Liste von Ideen. 

Im Rahmenprogramm der Versammlung stellte Museumsleiter Klaus Vogt eine Bilanz des Kulturprogramms im Gotikmuseum Johanniskapelle aus den vergangenen zehn  Jahren vor.

Der Posaunenchor Gerolzhofen unter der Leitung von Martina Heßmer umrahmte die Veranstaltung in der Rüstkammer mit Bläsermusik aus verschiedenen Jahrhunderten.

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