SCHWEINFURT

Stadt und Landkreis wollen Bildungsregion werden

„Wir wollen Bildung für alle und mit allen“, erklärte CSU-Stadtrat Maximilan Grubauer am Dienstag im Schul- und Kulturausschuss. Bereits im März hatte die CSU im Rathaus und Kreis beantragt, an der Initiative „Bildungsregionen in Bayern“ teilzunehmen, die das Bayerische Staatsministerium im Mai 2012 gestartet hat. Nach dem Kreistag, der sich vor kurzem einstimmig für die Teilnahme entschied, hat nun auch der Schul- und Kulturausschuss der Stadt Schweinfurt zugestimmt. In enger Zusammenarbeit werden die beiden Verwaltungen jetzt ein Konzept erarbeiten.

Kooperation und Unterstützung

Um als Bildungsregion anerkannt zu werden, muss die Region Schweinfurt verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Kooperation und Unterstützung bilden die Grundsäulen des Konzepts.

Demnach sollen in einer Bildungsregion nicht nur die Schulen untereinander vernetzt sein, auch die Wirtschaft, Wissenschaft, Jugendhilfe und Erwachsenenbildung sollen zu Partnern von Bildungseinrichtungen werden.

Diese Vernetzung der Region schafft im Idealfall auch ein System, das Kinder mit Migrationshintergrund, einer Behinderung oder einer sozialen Benachteiligung auffängt. Schüler, die in besonderen Krisen stecken, sollen mit diesem Netz aufgefangen werden. Wichtig ist hier auch die Hilfe bei jeder Art von Übergang, sei es von Grundschule zu Haupt-, Realschule oder Gymnasium oder ein Wechsel zwischen den Schularten.

Auch die Jugendarbeit soll stärker berücksichtigt werden. Der Dialog mit den Jugendlichen soll ihnen Gehör verschaffen und sie in die Gesellschaft integrieren. Unterstützung bei der frühkindlichen Erziehung soll schon vor dem Eintritt ins Schulleben die Zukunft der Kinder auf einen guten Weg führen. Ferner muss die Region Bildung stärker als Standortfaktor gewichten und ein Bildungsangebot entwickeln, das auf die Stadt Schweinfurt und ihren Landkreis passgenau zugeschnitten ist.

Viel Arbeit

Bis es soweit ist, muss noch viel getan werden. Ein erstes Dialogforum, das vom Kultusministerium begleitet wird, informiert Schulleiter, Elternbeiräte, Wirtschaft und viele mehr über die Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen. Gemeinsam entscheiden sie, ob Schweinfurt sich auf den Weg zur Bildungsregion macht.

In Arbeitskreisen wird im Anschluss ein Konzept für die Region entwickelt. Nach einem zweiten Dialogforum entsteht eine Bewerbungsmappe. Wird diese angenommen, erhalten Stadt und Landkreis das Qualitätssiegel und müssen ihr Schulsystem jährlich einer Qualitätskontrolle unterziehen.

Vor allem die Finanzierung warf im Ausschuss Fragen auf. Wie René Gutermann, Leiter des Schulamtes, erklärte, sei dies kein Problem. Es müsse keine neue Stelle geschaffen werden: Kerstin Surauf, die seit Februar die neue Stelle der Bildungskoordinatorin der Stadt Schweinfurt besetzt, werde die Arbeit übernehmen.

Diskussionsbedarf

Der Antrag stieß im Ausschuss nicht nur auf positive Resonanz: SPD-Stadtrat Ralf Hofmann wies darauf hin, dass das Projekt keinen Mehrwert für Stadt und Landkreis biete, da der Titel „Bildungsregion“ lediglich ein Qualitätssiegel des Freistaates sei. Dennoch schaffe die Vernetzung seiner Meinung nach eine positive Grundlage in Form einer zentralen Steuerung der verschiedenen Einrichtungen. So müssten sich Eltern in Zukunft nur noch an einen Ansprechpartner wenden, wenn sie getrennte Schul- und Nachmittagsbetreuung in Anspruch nehmen möchten.

Auch Grünen-Stadtrat Dr. Reginhard von Hirschhausen hatte Einwände vorzubringen: Die Stadt Schweinfurt sei bereits gut vernetzt. Neben Praxisseminaren zu Schulübergang oder Berufseinstieg gebe es W-Seminare und Uni-Tage, die die verschiedenen Bereiche gut miteinander verbinden. Außerdem sei der Raum „Schule“ in Bayern schon jetzt überreguliert. Er gab zu bedenken, dass zusätzliche Arbeit in Dialogforen und Arbeitskreise engagierten Lehrkräften ihre Motivation nehmen könnte. Sein Antrag, den Entscheid über den Tagesordnungspunkt zurückzustellen, bis alle Schulen der Region zu ihrer Meinung befragt seien, wurde abgelehnt.

Den Antrag der eigenen Partei unterstützend, betonte Oliver Schulte, wie wichtig es sei, Schulleiter verschiedener Schularten zusammenzubringen. Als die Region Rhön-Grabfeld an der Initiative teilnahm, habe sich gezeigt, dass diese sehr dankbar für die neuen Kontakte waren. Auch Sorya Lippert sprach sich für die Bildungsregion aus, da das Konzept Eltern mehr einbeziehe. Am Ende wurde der Antrag mit einer Gegenstimme (Von Hirschhausen) beschlossen.

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