Gerolzhofen

Stadthalle Gerolzhofen: Erstmal keine Wiederbelebung 

50 000 Euro ausgeben, um maximal acht eigene Veranstaltungen in der Stadthalle zu machen? Warum das der Stadtrat nicht für sinnvoll hält. 
Es bleibt dabei: im großen Saal der Stadthalle Gerolzhofen finden keine Veranstaltungen statt. Der Stadtrat entschied sich dagegen, die Halle für maximal acht Eigenveranstaltungen im Jahr herzurichten. 
Foto: Tobias Mendel

Faschingssitzungen, Bürgerversammlungen, Empfänge der Stadt, Abschlussbälle, Weihnachtsfeiern: Die Stadthalle war lange Jahre ein Fixpunkt im Leben der Stadt. Seit September 2017 gibt es keine Veranstaltungen mehr im großen Veranstaltungssaal. Bürgermeister Thorsten Wozniak hatte die Reißleine gezogen, wie es damals in einem Main-Post-Artikel hieß. Grund: Brandschutz. "Tatsache ist, dass wir die Anforderungen an einen modernen Brandschutz nicht erfüllen." Dabei gehe es nicht um konkrete einzelne Punkte, sondern das "Zusammenspiel aus Fluchtwegen, Rettungswegen, Brandschutz sowie die Be- und Entlüftung", so Wozniak 2017 .

Aber wie wäre es, die Halle mit geringem finanziellen Aufwand wieder zum Laufen zu bringen? Eine Zwischenlösung sozusagen. Keine große Sanierung, sondern ein Herrichten: Mit einer Investition von 50 000 Euro könne man die Halle wieder öffnen, stellt Wozniak dem  Stadtrat in der jüngsten Sitzung die Zwischenlösung vor, Ergebnis einer Begehung. Was müsste gemacht werden? Aufräumen, bauliche Änderungsarbeiten, was größtenteils der Bauhof erledigen könnte. Außerdem müssten die technischen Einrichtungen geprüft werden (Lüftung, Heizung), das Wasser auf Legionellen untersucht werden. Wozniak weist darauf hin, dass die Sache ein bisschen lag, weil die Leitung des Stadtbauamtes länger nicht besetzt war. Stadtbaumeisterin Maria Hoffmann  habe sich intensiv mit dem Thema beschäftigt.    

Zwischenlösung sieht keine externen Veranstaltungen vor 

Maximal acht Veranstaltungen im Jahr könnte die Stadt selbst dort durchführen, wobei jede einzeln bauordnungsrechtlich geprüft werden müsse. Veranstaltungen externer Anbieter seien in diesem Konstrukt nicht vorgesehen. "Wir reden nicht über Disco."  Man könne die Halle mit 300 Plätzen bestuhlen. Wozniak gab zu bedenken, dass für viele Feiern und Termine andere Orte gefunden wurden, was relativ gut geklappt habe. Nur mit dem Ehrenamtsempfang der Stadt, der alle eineinhalb Jahre stattfinde sei es schwierig geworden ohne Stadthalle. Die Veranstaltung musste auf zwei Termine verteilt werden.  Richte man die Halle her, könnte 2020 der Ehrenamtsempfang wieder in der Stadthalle stattfinden.      

Pflichtaufgaben, wie die Bürgerversammlungen, habe man sehr gut an anderen Orten, wie dem Pfarrer-Hersam-Haus, abhalten können, meint Arnulf Koch (CSU). "Sollen wir das machen, wenn wir keine Vereine reinbringen können?" Diese schwieriger Entscheidung würde er gerne dem neuen Stadtrat übergeben. Man könne ja auch darüber nachdenken, im Zusammenhang mit dem Schulneubau eine Lösung zu finden: Eine große Aula, die man für Veranstaltungen nutzt, zum Beispiel. Aber 50 000 Euro für dann vielleicht nur eine Veranstaltung, den Ehrenamtsempfang, ausgeben? "Das würde ich nicht machen."     

Thomas Vizl (geo-net) sieht das auch so. "Ich weiß, viele Gerolzhöfer hätten gerne so eine Halle, aber ich glaube nicht, dass wir uns das leisten können." 50 000 Euro höre sich nicht viel an, aber wenn man das umrechne, auf acht Veranstaltungen, schon. "Wirtschaftlich lässt sich das nicht darstellen." Keine Zwischenlösung, keine 50 000-Euro-Investition: das ist auch die Meinung von Erich Servatius (SPD).  Rainer Krapf (FW) schließt sich auch seinen Vorrednern an. Er findet einige der Posten auf der Zusammenstellung der Kosten, die bei einer Veranstaltung anfallen würden, etwas zu hoch. 1500 Euro für die Reinigung der Halle wären doch etwas viel.   

Mehrmals kommt die Idee auf,  das Thema Stadthalle an den neuen Stadtrat zu übergeben. "Wir brauchen Ideen und Lösungen, um aus diesem Geflecht rauszukomen", meint Vizl. Ein Antrag auf Vertagung wird allerdings nicht gestellt. Einstimmung lehnt das Gremium nach einer sachlichen Diskussion ab, die Stadthalle herzurichten und dafür 50 000 Euro zu investieren. In der Summe sind auch 13 000 Euro für eine Entrümplung enthalten. Die wird wohl auf jeden Fall nötig sein, so Wozniak.     

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