SCHWEINFURT

„Stadthaus statt Haus“ im Fischerrain

Fischerrain heute: Unansehnlich, weil ungeordnet. Mehrfach schon gab es Pläne. Für ein Wohnprojekt Stadthaus hat der Stadtrat den alten Bebauungsplan bereits gekippt. Das „Art Castello“ (rechts) bleibt erhalten, wird vom neuen „Wohnen in der Innenstadt“ umschlungen. Foto: Waltraud Fuchs-Mauder

Der Platz zwischen Fischerrain, Fischersteig und Brennöfen ist im Zweiten Weltkrieg zerstört worden und liegt seitdem brach. Die Fläche wird als ungeordnete Parkfläche weitgehend von Anliegern genutzt. An die alte Zeit erinnert noch der Rest einer landwirtschaftlichen Scheune, die das Künstlerehepaar Wörfel nutzt.

Jetzt soll das Innenstadt-Areal mit einem Wohnprojekt bebaut werden, dessen Namen „Stadthaus statt Haus“ gleich verrät, an wen der Bauträger BWB (für Benner/Wolf/Bindrum) Hammelburg und das Schweinfurter Architektenteam „Schefbeck hoch 3“ zuvorderst als künftige Eigentümer denken: An ältere Bürger, für die das eigene Haus samt Garten zu groß, zu beschwerlich wird.

Seit 1992 ist die Stadt bestrebt, die Unordnung städtebaulich zu beenden. Zuletzt gab es 2006/2007 einen Architektenwettbewerb, wobei eines der Ziele war, ein Projekt „Selbstbestimmtes Wohnen im Alter“ zu realisieren. Aufgrund der plötzlich nicht mehr vorhandenen Investitionsbereitschaft und der unterschiedlichen Vorstellungen von Grundstückseigentümern scheiterte das Vorhaben aber. Nun also die BWB-Gesellschaft als neuer Investor.

Das Wörfel'sche „Art Castello“ bleibt bestehen, wird vom neuen Baukörper quasi umschlungen. Im Komplex kommen 19 Wohnungen von 80 bis 200 Quadratmeter Wohnfläche unter. Eine Tiefgarage mit Zu- und Abfahrt (Fischerrain östliche Richtung) nimmt 25 Stellplätze für die Anlieger auf. Sahnehäubchen des dreigeschossigen Baukörpers ist das Staffelgeschoss mit zwei Penthouse-Wohnungen, 170 und 220 Quadratmeter groß.

Die Erschließung erfolgt über ein zentrales Treppenhaus mit Aufzug und Laubengängen, „so dass jede Wohnung über eine eigene Haustüre verfügt“, erklärt Wolfgang Schefbeck zur Planung aus der Feder von ihm, seiner Tochter Theresa Schefbeck und ihrem Mann Christian Kern.

Alle Wohnungen sind barrierefrei, haben Balkon beziehungsweise Loggia und zusätzlich einen eigenen Freisitz an den Laubengängen. Jede Wohnung hat ein Gästezimmer, einen Hauswirtschafts- und großen Abstellraum, „damit man nicht jede Flasche Bier im Keller holen muss“. Dort gibt es freilich auch einen Abstellraum. Die Ausstattung nennt Schefbeck sehr gut bis gehoben. Den Eindruck der Blockbebauung ist durch die Versätze in den Fassadenlängen und die Laubengänge genommen, wobei das integrierte „Art Castello“ reizvolle Ablenkung ist.

Die Voraussetzung zur Umsetzung des Vorhabens wurde am Donnerstag im städtischen Bau- und Umweltausschuss mit der Aufhebung des alten Bebauungsplans geschaffen. Der alte Plan enthielt beispielsweise noch ein laut Stadtplaner Markus Sauer „zum Glück“ nie gebautes oberirdisches Parkhaus. Wenn es mit dem Baustart in diesem Herbst klappt, wären die Wohnungen zum Jahresbeginn 2014 bezugsfertig.

Und: Das Grundstück, 650 Quadratmeter groß, in westliche Richtung wird derzeit auch als Parkplatz genutzt. Der Investor steht mit dem Eigentümer in Verkaufsverhandlungen. Sollte der Erwerb gelingen, sollen dort zusätzlich sechs Stadthäuser für junge Familien entstehen. Wenn nicht, will BWB diesen Parkplatz auf eigene Kosten neu ordnen und so umgestalten, dass auch „das ein Gewinn für das Quartier wird“, sagte Wolfgang Schefbeck.

Modell „Stadthaus statt Haus“ im Fischerrain: Hier wie im Foto oben aus Blickrichtung Brennöfen zur Innenstadt hin. Das „Art Castello“ in der Mitte wird vom Baukörper mit 19 Wohnungen sowie zwei Penthouses „umschlungen“. Foto: Computeranimation Büro Schefbeck Hoch 3

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