Niederwerrn

Stand Up Paddling: Kampf mit dem Board und der Balance

Die Niederwerrner Ferienspaßkinder übten Stehpaddeln, wo die "Elli" schwimmt. Auch Tagblatt-Reporter Uwe Eichler hat sich ein Board geschnappt – und ging gleich mal baden.
Dahinbrettern auf dem Ellertshäuser See: Die Niederwerrner Ferienspaßkinder übten den Trendsport "Stand Up Paddling". Foto: Uwe Eichler

In malerischem Karibikgrün kräuselt sich der Ellertshäuser See vor dem Auge des Betrachters. Blumen gedeihen am einsamen Strand nahe Altenmünster. Der Blick geht vom Paddelbrett zurück zu den gut gelaunten Kindern, die am Ufer gerade ihr Mittagessen erhalten. Die Szene erinnert ein wenig an den Hollywoodreißer vom Wochenende, wo ein missgelaunter Weißer Hai auf sorglose Surfer lauert, an einer Bucht irgendwo in Mexiko. Irgendwo neben – oder unter – dem ausgeliehenen Brett schwimmen seine kleinen Verwandten auch gerade herum, die Hechte und Waller im "Elli-See".

Nach dem Aufblasen der Boards geht es ins Wasser. Foto: Uwe Eichler

Egal, Raubfische sind (sicher) scheuer als ihr Ruf. Es geht auch nicht ums Wellenreiten beim sommerlichen Trendsport "Stand Up Paddling", Akürzung SUP. Sondern ums gemächliche Gondolieren auf einem aufblasbaren Surfbrett, dessen Luftkammern erst einmal von Hand aufgepumpt werden müssen. Dann werden unten die Finnen eingesetzt, Modell umgedrehte Haifisch-Flosse. Es gäbe auch Hartbretter, aber die sind schwieriger zu transportieren und bei einem Sturz härter.

Stand Up Paddling ist vor allem eine Frage der Balance. Foto: Uwe Eichler

Gerade sind die Kinder auf 14 Brettern zurückgekehrt, ausgestattet mit Schwimmwesten und unter fachkundiger Anleitung von Matthias Büttner und Philipp Koch, Mitarbeiter der "Fränkischen Wassersportschule Kozlwoski" aus Niederwerrn. Andrea Fuchs hat dem ästhetischen Dahintreiben ebenfalls zugeschaut, zusammen mit Yonca Oksaroglu und Stephanie Röslmaier von der Kommunalen Jugendarbeit. Gemeindebibliothekarin Andrea Fuchs ist selber schon mitgepaddelt: "Es macht Spaß, ist aber anstrengend", sagt die Niederwerrner Ferienspaßbeauftragte, die die Betreuung der Ferienkinder demnächst, nach 30 Jahren, abgeben wird.

Die Füße müssen parallel zueinander stehen

Erste Lektion: Auf das Luftkissenbrett stellt man sich nicht im Ausfallschritt, wie auf ein Skate- oder Snowboard. Die Füße müssen parallel zueinander stehen, möglichst in der Mitte, erkennbar meist an der Tragschlaufe. Das "Entern" sollte man besser da üben, wo das Wasser schon etwas tiefer ist.

Willkommen an Deck. Der Laie merkt schnell: Es ist eine wackelige Angelegenheit. Zunächst paddelt man kniend hinaus, Modell Indianerkanu. Dann wird es Zeit zum Aufstehen in den Parallelstand, ein Bein nach dem anderen, die Hände am vorne abgelegten Paddel. Die Knie zittern, das Brett schwankt. Das Luftmatrazen-Rodeo endet, wie erwartet, im Ungleichgewicht, mit einem Platschen: Mann über Board. Nach einer jähen Abkühlung mit Brett vorm patschnassen Kopf geht's zurück auf die schwankende Kunstoffplanke.

Klarmachen zum Kentern: Der Tagblatt-Reporter beim Selbsttest. Foto: Uwe Eichler

Der Reporter paddelt erstmal eine Weile auf Knien, um ein Gefühl für das Ganze zu bekommen. Alles eine Frage der Balance und der Gewohnheit. Es wird noch ein paar Mal richtig nass. Erst nach und nach hat der Paddler einigermaßen den Dreh raus. "Legende! Legende!", feuern die Kinder den Zeitungsmenschen an. Apropos Dreh: die Wendetechnik sollte man auch beherrschen, etwa, wenn man Bojen umfahren will oder Bootsverkehr ausweichen muss.

Auch die Wendetechnik sollte man beherrschen, etwa wenn man Bootsverkehr ausweichen muss. Foto: Uwe Eichler

Beim Board gibt es verschiedene Gewichtsklassen, erklärt Philipp Koch. Die nächstgrößere Kategorie wäre bei Erwachsenen üblicher. Na also: Die paar Stürze ins kalte Nass lagen eindeutig am Brett und nicht am Gondoliere.

Die Preiskategorie liegt zwischen ein paar hundert Euro bis jenseits der 1000 Euro

Auch das Paddel, das im Wasser wie eine Stütze eingesetzt werden kann, sollte die richtig eingestellte Länge haben. "Es gibt Boards, die haben noch eine Halterung für einen Mast", berichtet Philipp. "Manche tragen bis zu 16 Leute."  Auch preislich gibt es Unterschiede: Von ein paar hundert Euro bis zum gehobenen Preissegment jenseits der 1000 Euro ist für jeden Geschmack (und Geldbeutel) etwas dabei.

Kurze Verschnaufpause: Stand Up Paddling kann auch ganz schön anstrengend sein. Foto: Uwe Eichler

Anstrengend sind SUP-Touren für den Ungeübten wirklich. Man sollte schon drauf stehen, vor allem stehen bleiben. Dem Routinier winken Wettrennen und SUP-Yoga, eine Art Ballett auf dem Brett. Oder gemütliche Ausflüge durch fränkische Gewässerlandschaften, etwa am Main bei Volkach. "Da muss man dann allerdings gegen die Strömung zurück", sagt Coach Philipp. Am ruhigen Ellertshäuser See  haben es die Paddler doch etwas einfacher bei ihrem Einstand auf dem Stehbrett.

Erfahrene Paddler: Zwischendurch schaut noch eine Entenfamilie vorbei. Foto: Uwe Eichler

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