Standpunkt: Die feine Art war das nicht

Standpunkt: Werden Grüne staatshörig?

Die große Koalition ist auch in Gerolzhofen angekommen. Wer bisher immer geglaubt hatte, dass Parteistrategien in der Kommunalpolitik nichts zu suchen haben, der musste sich am Montag im Stadtrat eines Besseren belehren lassen. Im Handstreich nahmen die Koalitionäre CSU und SPD so gut wie alle wichtigen Positionen im Rathaus in Beschlag, zwei Parteien, die bei den Stadtratswahlen gewiss nicht die erfolgreichsten waren.

Der eigentliche Wahlsieger Geo-net aber ging bei der Referentenvergabe nahezu leer aus. Von einem auf drei Sitze verbessert, plötzlich mit Fraktionsstatus und trotzdem nicht ein einziges Referat, das ist schon bitter. Selbst wenn Thomas Vizl das Umweltreferat angenommen hätte, hätte das kaum etwas geändert. Mit seiner Ablehnung reagierte er richtig, denn das ihm hingeworfene, zurechtgestutzte Umweltreferat war nicht mehr als ein Brosamen.

Die CSU als Wahlverlierer mit nur noch sieben von 20 Sitzen besetzt nun auch zwei der drei Bürgermeisterposten. Da stimmt der Proporz nicht. Freie Wähler und Geo-net kommen zusammen auf dieselbe Sitzzahl, so dass es fair gewesen wäre, ihnen das Amt des dritten Bürgermeisters zuzugestehen.

Wie der schwarz-rote Deal zustande gekommen ist, kann man sich leicht ausmalen. Die CSU sichert der SPD zu, Erich Servatius zu unterstützen und keinen Gegenkandidaten fürs Amt des Zweiten aufzustellen. Und im Gegenzug hält die SPD Markus Reuß als Drittem Bürgermeister die Steigbügel.

Die zehn Neuen im Stadtrat haben gleich in der ersten Sitzung gezeigt bekommen, wie Politik geht. Um es klar zu sagen. Die Große Koalition in Gerolzhofen ist völlig legal. Die feine politische Art aber repräsentiert sie sicher nicht.

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